Baumärkte nehmen Kunden nicht ernst: Gravierende Probleme bei der Rücknahme von Energiesparlampen

Baumärkte nehmen Kunden nicht ernst: Gravierende Probleme bei der Rücknahme von Energiesparlampen und Bauschaumdosen

ID: 1634450
(ots) - Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe belegen:
Baumärkte informieren Kunden unzureichend über Rückgabemöglichkeiten
schadstoffhaltiger Bauschaumdosen und Energiesparlampen - Filialen
von OBI, Hagebau und BHG belegen die letzten Plätze beim
Kundenservice - DUH fordert Kontrolle und Ahndung von Verstößen durch
Behörden

In deutschen Baumärkten werden Verbraucher schlecht darüber
informiert, wie und wo sie Baumschaumdosen oder Energiesparlampen
ordnungsgemäß entsorgen können. Auf diese Weise wird Verbrauchern die
Rückgabe schadstoffhaltiger Produkte im Handel erschwert. Das ist das
Ergebnis aktueller Testbesuche der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in 38
Filialen von neun Baumarktketten. Die Testbesuche wurden in Berlin,
Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt durchgeführt. Das beste
Gesamtergebnis beim Kundeservice zu schadstoffhaltigen Produkten
erreichten Filialen von Hellweg und Bauhaus. Am schlechtesten
schnitten OBI, Hagebau und BHG ab. Der Kundenservice zur Rücknahme
von Bauschaumdosen und Energiesparlampen befindet sich noch immer
nicht auf einem verbraucherfreundlichen Niveau und muss deutlich
verbessert werden.

"Wenn Baumärkte Umweltschutz ernst meinen, dann müssen sie auch
die volle Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten
Produkte übernehmen. Insbesondere dann, wenn diese Schadstoffe
beinhalten. Deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, dass Verbraucher
über die Rücknahme und ordnungsgemäße Entsorgung von
Energiesparlampen und Bauschaumdosen informiert werden müssen. Doch
genau daran hapert es nach wie vor. Das Missachten gesetzlicher
Pflichten wird durch das völlige Fehlen behördlicher Kontrollen
salonfähig gemacht. Solange die für die Kontrolle von Umweltgesetzen
zuständigen Landesbehörden untätig bleiben, wird die DUH die
Einhaltung notfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen", sagt der


DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er fordert die
Vollzugsbehörden der Länder dazu auf, endlich aufzuwachen und
Kontrollen durchzuführen. Nur durch das konsequente Verhängen von
Bußgeldern sowie die Veröffentlichung festgestellter Verstöße kann
der Verbraucher- und Umweltschutz sichergestellt werden.

Weil Energiesparlampen kleine Mengen Quecksilber und leere
Bauschaumdosen den gesundheitsgefährdenden Reststoff Isocyanat
enthalten, müssen Baumärkte Verbraucher über Entsorgungsmöglichkeiten
informieren. Die meisten Baumärkte müssen zudem Energiesparlampen
verpflichtend zurücknehmen. Allerdings kommen viele der getesteten
Händler ihren gesetzlichen Informationspflichten nicht ordnungsgemäß
nach. Die DUH fordert deshalb alle Baumarktketten dazu auf,
Umweltgesetze einzuhalten sowie korrekt und verbraucherfreundlich
über Rücknahmemöglichkeiten schadstoffhaltiger Produkte zu
informieren.

Bei rund zwanzig Prozent der getesteten Baumärkte fehlten
schriftliche Hinweise zu Rückgabemöglichkeiten von Energiesparlampen
und Bauschaumdosen oder sie waren schlecht angebracht und kaum
wahrnehmbar. "Besonders schlecht war die mündliche Information. Die
DUH-Testbesucher mussten Baumarkt-Mitarbeitern Informationen zur
Rückgabe und Entsorgung von Bauschaumdosen und Energiesparlampen
durch hartnäckiges Nachfragen sprichwörtlich aus der Nase ziehen. So
etwas kann von einem normalen Verbraucher nicht erwartet werden",
kritisiert Thomas Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft.

Zudem gab es auch Fehlinformationen durch das Personal. So wurde
empfohlen, PU-Dosen einfach im Restmüll zu entsorgen. Die Abgabe von
Bauschaumdosen wurde mehrfach mit dem Argument verweigert, dass nur
restentleerte Dosen zurückgenommen würden. Allerdings sind gebrauchte
Bauschaumdosen technisch bedingt nie restentleert.

"Fehlinformationen von vermeintlich geschultem Personal zur
Entsorgung und zum Umgang mit schadstoffhaltigen Produkten darf es
nicht geben. Dadurch können Gefahren für Mensch und Umwelt entstehen.
Verbraucher, die zurückgewiesen werden und denen erklärt wird, dass
gefährliche Abfälle bedenkenlos im Gelben Sack oder dem Hausmüll
entsorgt werden können, kommen nicht wieder. Im Zweifelsfall
entsorgen sie wegen einer Falschinformation gefährliche Abfälle
zukünftig grundsätzlich falsch. Deshalb sollten Baumärkte stärker als
bisher ihre Mitarbeiter schulen und die Beratungsqualität
verbessern", fordert Fischer.

Dass eine verbraucherfreundliche Information und Rücknahme von
Bauschaumdosen und Energiesparlampen problemlos und ohne
wirtschaftliche Nachteile umsetzbar ist, belegen die sehr guten
Testergebnisse bei einigen Filialen von Hellweg und Bauhaus. Sie
zeichneten sich durch eine reibungslose Rücknahme, geschulte
Mitarbeiter und die Bereitstellung aller wesentlichen Informationen
aus.

Informationen und Hintergründe:

- Übersicht der Testergebnisse: http://l.duh.de/puschaumtest
- Checkliste zur verbraucherfreundlichen Rücknahme von
Bauschaumdosen und Energiesparlampen:
http://www.duh.de/pu-schaum/service-check/



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400 867 43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de, www.duh.de
www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

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Datum: 26.07.2018 - 11:19 Uhr
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