Legehennenhalter stehen vor historischem Kostendruck: "Handel muss sich bewegen und höhere Preise zahlen"
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erheblich höheren Kosten in der Erzeugung von Eiern zu kämpfen als
noch vor Jahresfrist. Um bis zu 15 Prozent seien die Erzeugungskosten
im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, beziffert Henner Schönecke,
Vorsitzender des Bundesverbands Deutsches Ei e. V. (BDE), den
finanziellen Mehraufwand für die Branche. Die heutige Sitzung des
BDE-Vorstands in Berlin nimmt der Spitzenverband der deutschen
Eierwirtschaft zum Anlass, auf den enormen Kostendruck bei den
Erzeugern aufmerksam zu machen - und vom Lebensmitteleinzelhandel
(LEH) ein entsprechendes Entgegenkommen beim Abschluss neuer Verträge
einzufordern. "Man kann den aktuellen Kostendruck als historisch
bezeichnen", sagt BDE-Chef Schönecke mit Blick auf zuletzt dramatisch
gestiegene Futterpreise, höhere Tierwohl-Aufwendungen aufgrund der
unkupierten Schnäbel der Legehennen sowie kontinuierlich steigende
Kosten für Logistik, Dienstleister und Löhne. "Entsprechend muss sich
hier auch der Handel bewegen und einen Teil der Kosten mittragen. Es
geht nicht an, dass allein wir als Erzeuger darauf sitzen bleiben."
"Handel konterkariert die erheblichen Tierwohl-Anstrengungen der
Branche"
Hintergrund sind die aktuell laufenden Ausschreibungen für die in
der Eierwirtschaft üblichen Jahreskontrakte zwischen Erzeugern und
LEH, die jeweils für zwölf Monate die Abnahmepreise festschreiben.
Der Handel ist dabei offenbar nicht bereit, die
Tierwohl-Anstrengungen der Branche und die zusätzlichen Kosten in
angemessener Weise zu würdigen; dem Vernehmen nach will der LEH sogar
weniger zahlen als im vergangenen Jahr. "Damit konterkariert der
Handel auch die erheblichen Anstrengungen der deutschen
Legehennenhalter in Sachen Tierwohl, die gesellschaftlich und
politisch gewollt sind", sagt BDE-Vorsitzender Henner Schönecke. Er
sieht den Handel in der Pflicht, die gestiegenen Kosten durch höhere
Abnahmepreise anzuerkennen, zumal ein Großteil der Kosten auf
externen Einflüssen wie der extremen Dürre mit teils dramatischen
Ernteausfällen beruht, die von der Branche nicht zu verantworten
sind. "Diese zusätzlichen Kosten können nicht allein von uns
Legehennenhaltern getragen werden. Hier ist die Solidarität der
gesamten Kette gefragt."
Die lang anhaltende Dürre in weiten Teilen Deutschlands mit
historisch schlechten Getreideernten ist für die Legehennenhalter
nicht der einzige Grund für die erheblichen Kostensteigerungen. Für
konkret fünf Bereiche benennt BDE-Vorsitzender Henner Schönecke
höhere Erzeugungskosten:
- Futter: Aufgrund der Dürre und der Ernteausfälle ist das Futter
knapp und teuer. Die Kosten für die Tonne Mischfutter liegen um
50 bis 60 Euro über dem Vorjahrespreis. Etliche Futtermühlen
haben derzeit Probleme, die erforderlichen Futterkomponenten
überhaupt in ausreichender Zahl zu besorgen. Da die Kosten für
Futter einen erheblichen Teil der Gesamtkosten der Eiererzeugung
ausmachen, wirkt sich dieser Faktor signifikant auf die
Erzeugungspreise aus. Pro Ei haben die Legehennenhalter mit 0,3
bis 0,5 Cent höheren Kosten zu kämpfen.
- Tierwohl: Seit Anfang 2017 werden in Deutschland nur noch
Legehennen mit unkupierten Schnäbeln eingestallt. Der Verzicht
auf das Schnabelkürzen bedeutet für die deutschen
Legehennenhalter einen erheblichen zusätzlichen
Managementaufwand und höhere Kosten für zum Beispiel
Beschäftigungsmaterialien. Dies schlägt sich dauerhaft in
höheren Erzeugungskosten für Eier nieder.
- Kosten für Entsorgung von Hühnermist: Durch die
Düngerechtsnovelle mit ihrer Stoffstrombilanz stehen die
Legehennenhalter in einigen Regionen Deutschlands vor
erheblichen Schwierigkeiten, den Hühnertrockenkot loszuwerden.
Bekamen sie noch vor Jahresfrist den Kot mit gutem Geld bezahlt,
müssen sie heute regional teilweise ordentlich drauflegen.
Verstärkt wird diese Thematik durch die niedrigeren Ernteerträge
in diesem Jahr, die entsprechend weniger Düngemitteleinsatz
zulassen.
- Logistik: Auch die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen zum
1. Juli dieses Jahres wirkt sich auf die Kosten der
Eiererzeugung aus.
- Dienstleister und Löhne: Durch übergeordnete Regelungen wie den
Mindestlohn sind auch Löhne und Personalkosten für Dienstleister
(Einstallen, Ausstallen, Stallreinigung etc.) erheblich
angestiegen.
Pressekontakt:
ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.
Christiane von Alemann
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
Tel. 030 288831-40 | Fax 030 288831-50
E-Mail: c.von-alemann@zdg-online.de
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Datum: 30.08.2018 - 14:24 Uhr
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