Tag der Patientensicherheit: Asklepios Kliniken setzen auf "Stop-Injekt Check!"
ID: 1649756
- Neues, einfaches Konzept verbessert Sicherheit bei Gabe
intravenöser Medikamente
- Nach vier Wochen Erwartungen bereits übertroffen
- Am 17. September ist Tag der Patientensicherheit
Die Asklepios Kliniken haben als erster großer Klinikbetreiber in
Deutschland bundesweit das "Stop-Injekt Check"-Konzept (SIC)
eingeführt. Dabei wird jede Medikamentengabe unmittelbar vor der
Verabreichung noch ein weiteres, letztes Mal überprüft. Da Fehler bei
der Medikamentenverabreichung zu den häufigsten überhaupt in
Krankenhäusern zählen, wurde das bereits in Australien eingesetzte
Konzept in allen Kliniken des Konzerns eingeführt. Nach vier Wochen
zeigt die erste Evaluation sehr positive Ergebnisse - welche die
Erwartungen der Experten sogar übertreffen.
"Ein bewusstes Innehalten unmittelbar vor einer intravenösen
Medikamentengabe wird von den Befragten als äußerst sinnvolle
Maßnahme anerkannt. 27 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem
Berufsleben schon einmal mit Fehlmedikationen oder beinahe
Fehlmedikationen konfrontiert gewesen zu sein, die mit "Stop-Injekt
Check" hätten verhindert werden können", berichtet Reiner Heuzeroth,
Projektverantwortlicher für "Stop-Injekt Check" und Risikomanager bei
Asklepios im Konzernbereich Qualität. Gemeinsam mit Dr. Saskia
Huckels-Baumgart und Dr. med. Marcus Rall hat er die Evaluation der
Präventionsmaßnahme durchgeführt. Dr. Rall beschäftigt sich seit 15
Jahren mit Patientensicherheit und hat das Institut für
Patientensicherheit InPASS gegründet. Auch das Konzept stammt von
ihm. "Wir glauben, dass durch die konsequente Anwendung unseres
"Stop-Injekt Check"-Konzeptes tausende von Medikationsfehlern pro
Jahr, mit zum Teil schwerwiegenden Folgen für die Patienten,
vermieden werden können", sagt Dr. Rall. Die Fehlermeldesysteme sind
nach seiner Erfahrung voll mit Meldungen zu Fehlern und
Beinaheschäden bei der Medikamentenverabreichung.
"Viele Pflegekräfte und Ärzte merken oft direkt nach der
Verabreichung eines Medikamentes, dass sie wohl einen Fehler gemacht
haben", so Rall. Dann ist es aber zu spät, weil sich das Medikament
bereits im Körper befindet und verbreitet. Hier setzt das neue
Konzept an: Alle Mitarbeiter sollen kurz vor der Gabe des
Medikamentes ein kurzes STOPP einlegen (Stop-Injekt!), dann
nachdenken, ob ein Fehler vorliegen könnte, so dass dieser dann noch
korrigiert werden kann (Check!). Das neue Konzept des "Stop-Injekt
Check" benötigt nur wenige Sekunden, kann dabei aber die Fehlerrate
dramatisch reduzieren.
Asklepios hat das Konzept über den Konzernbereich Qualität
flächendeckend in allen Kliniken ausgerollt. Dazu gab es eine breite
Kommunikation, Informations- und Schulungsmaterialien sowie Poster
und Aufkleber zur Unterstützung für die Umsetzung. Rechnet man die
bei der Evaluation festgestellte Fehlervermeidungsrate auf ein Jahr
in allen Kliniken hoch, zeigt sich ein enormes Potential zur
Verhinderung von möglichen Patientenschäden. Im Fragebogen berichten
die Mitarbeiter unter anderem: "In Stress-Situationen hält man einmal
inne, um sich zu vergewissern, dass Medikament und Patient
zusammenpassen" oder "Man verinnerlicht diese Überprüfung, die auch
bei anderen Anordnungen oder diagnostischen oder therapeutischen
Maßnahmen sinnvoll ist."
Die Expertin Huckels-Baumgart resümiert: "Die Evaluation zeigt,
dass die neue Methode des SIC eine sehr hohe Akzeptanz bei den
Mitarbeitern hat, gut und breit umgesetzt wird, und ein enormes
Potential hat, die vielen tragischen Medikationsfehler schlagartig zu
reduzieren". Auch dem Personal kommt das Konzept zugute, worauf
Reiner Heuzeroth hinweist: "Mitarbeiter, die sich für einen
Medikationsfehler mit Schäden für den Patienten verantwortlich sehen,
leiden oft selbst monate- oder jahrelang unter den Folgen mit
Depressionen und anderen psychischen Folgen." So kann das neue
Konzept nicht nur Schäden an Patienten verhindern, sondern auch die
Mitarbeiter im Gesundheitswesen vor Folgeschäden schützen.
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Datum: 14.09.2018 - 11:58 Uhr
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