Importiertes Mineralwasser in Einwegflaschen: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Nestlé und Danone Waters für ökologischen Irrsinn
ID: 1650288
in Einwegflaschen nach Deutschland importiert - Nestlé gräbt
französischem Dorf Vittel das Wasser ab, während es in Deutschland
mehr als 200 Mineralbrunnen gibt - Einwegflaschen sind
Ressourcenfresser und belasten unnötig das Klima und die Umwelt -
Umweltministerin Schulze muss gesetzliche Mehrwegquote von 70 Prozent
durchsetzen - Abgabe von 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und
Getränkedosen notwendig
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Lebensmittelkonzerne
Nestlé und Danone Waters für den massenhaften Verkauf importierter
französischer Mineralwässer in Einweg-Plastikflaschen. Die Konzerne
sind hauptverantwortlich für den Verkauf der jährlich aus dem Ausland
nach Deutschland transportierten 1,3 Milliarden Liter Mineralwasser.
Allein 800 Millionen Plastikflaschen wurden 2017 über weite Distanzen
aus Frankreich, Italien und anderen Ländern nach Deutschland
transportiert. Durch lange Strecken und teils besonders schwere
Plastikflaschen werden unnötig Ressourcen verschwendet und das Klima
belastet. Einwegflaschen erzeugen darüber hinaus Unmengen an Abfall,
der, wenn er falsch in der Natur entsorgt wird, die Umwelt und
Gewässer belastet. Die DUH fordert Nestlé und Danone Waters auf,
diesen Einweg-Wahnsinn zu beenden. Um diesem
ressourcenverschwenderischen und klimaschädlichen Trend ein Ende zu
bereiten, muss Bundesumweltministerin Svenja Schulze die gesetzliche
Mehrwegquote von 70 Prozent durchsetzen.
Die von Nestlé und Danone Waters in Einweg-Plastikflaschen
vermarkteten französischen Mineralwässer Volvic, Vittel, Evian und
Contrex gehören in Deutschland zu den führenden kohlensäurefreien
Mineralwassermarken. Nach Ansicht der DUH ist es vollkommen absurd,
Mineralwasser länderübergreifend über große Distanzen zu
transportieren. In Deutschland existieren rund 200 Mineralbrunnen,
von denen viele ihre Wässer in Mehrwegflaschen abfüllen und für eine
weltweit einmalige regionale Produktvielfalt sorgen. Durch die bis zu
50-malige Wiederbefüllung und kurzen Transportwege sind
Mehrwegflaschen aktiver Klima- und Ressourcenschutz.
"Nestlé und Danone Waters überfluten den deutschen Markt mit
Einweg-Plastikflaschen. Dabei ist der Import von französischem
Mineralwasser völlig unnötig. Deutschland hat ein weltweit einmaliges
Mehrwegsystem mit besonders vielen regionalen Mineralbrunnen und
tausenden grünen Arbeitsplätzen in der Region. Auch unser
Leitungswasser hat eine besonders gute Qualität und ist eine
Alternative zum Plastikflaschenirrsinn. Wir brauchen eine
Rückbesinnung auf Abfallvermeidung und Mehrweg.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze muss diesen ökologischen
Irrsinn stoppen und sich dafür einsetzen, dass die gesetzlich
vorgeschriebene Mehrwegquote von 70 Prozent nicht zu einem
Lippenbekenntnis verkommt", sagt die Stellvertretende
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.
Die jetzige Mehrwegquote von nur 43 Prozent ist vom gesetzlichen
Ziel von 70 Prozent sehr weit entfernt. Eine Abgabe von 20 Cent auf
Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen wäre ein wichtiger erster
Schritt. Die Umweltbelastungen von Einweg-Plastikflaschen müssen sich
im Preis widerspiegeln. Die Mittel einer solchen Abgabe sollten
zweckgebunden für Abfallvermeidungsmaßnahmen und Umweltschutzprojekte
eingesetzt werden.
Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, kritisiert,
dass die Einweg-Plastikflaschen der bekannten französischen
Mineralwassermarke Evian nicht nur lange Transportwege zurücklegen,
sondern auch noch überdurchschnittlich schwer sind: "Die Nutzung von
Einweg-Plastikflaschen, die fast so viel wiegen wie wiederbefüllbare
Mehrwegflaschen, ist völlig verantwortungslos. Anstatt Ressourcen zu
schonen und Abfälle zu vermeiden, verschwenden Konzerne wie Danone
Waters in nie dagewesener Maßlosigkeit fossile Rohstoffe." Er fordert
von Danone Waters den Stopp dieses unökologischen Material-Exzesses.
Die massenhafte Abfüllung französischen Mineralwassers für den
Export führt zudem zur Beeinträchtigung des Grundwasserspiegels am
Quellort: "Während der Konzern Nestlé im Ort Vittel jährlich 750
Millionen Liter Wasser abzapft, sitzen die Einwohner bald auf dem
Trockenen. In Vittel sinkt der Grundwasserspiegel seit 1990 jährlich
um 30 Zentimeter. Nun wird der Bau einer kilometerlangen Pipeline
geplant, um die Bewohner von Vittel mit Wasser aus dem Nachbardorf zu
versorgen. Dass so etwas überhaupt notwendig ist, liegt an dem
verantwortungslosen Handeln von Nestlé", sagt Fischer.
Links: Informationen zur Umweltfreundlichkeit von
Getränkeverpackungen: http://www.duh.de/themen/recycling/verpackungen
/getraenkeverpackungen/
Vorteile von Mehrweg:
http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/vorteile-von-mehrweg/
Materialien zur Kampagne "Mehrweg ist Klimaschutz":
http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/
Problem Einweg-Plastikflaschen:
http://www.duh.de/mehrweg-klimaschutz0/einweg-plastikflaschen/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de
DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe
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Datum: 17.09.2018 - 11:30 Uhr
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