Märkte weiter in Top-Verfassung: gut 42,8 Milliarden Euro Investmentumsatz
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bundesweit gut 42,8 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien investiert.
Gegenüber dem Vorjahresergebnis wurde der Umsatz noch einmal um über
8 Prozent gesteigert. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real
Estate. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Mit gut 31,1 Milliarden Euro neues Rekordergebnis bei Einzeldeals
(+11 %)
- Transaktionsvolumen von insgesamt gut 42,8 Milliarden Euro
- Zweitbester Investmentumsatz aller Zeiten in den ersten drei
Quartalen
- Auch Paketverkäufe legen auf 11,7 Milliarden Euro zu (+2 %)
- Büro-Investments setzen sich mit 44 Prozent erneut an die Spitze
- Spitzenrenditen im mehreren Städten weiter gesunken
- Knapp 1.300 erfasste Transaktionen
- Anteil ausländischer Käufer bei rund 40 Prozent
"Mit einem Investmentumsatz von gut 42,8 Milliarden Euro konnte
das sehr gute Vorjahresergebnis noch einmal um über 8 Prozent
gesteigert werden. Noch mehr investiert wurde in den ersten drei
Quartalen lediglich 2007, allerdings getrieben durch sehr viele
großvolumige Portfolioverkäufe. In Einzelobjekte wurde dagegen noch
nie so viel angelegt: Mit gut 31,1 Milliarden Euro konnte die erst im
letzten Jahr aufgestellte Bestmarke erneut um 11 Prozent übertroffen
werden. Beim Investoreninteresse ist also von einem Rückgang bislang
nichts zu spüren. Auch leicht gesenkte Prognosen für die zukünftige
BIP-Entwicklung und eine ganze Reihe globaler Krisenherde können
daran nichts ändern. Verantwortlich hierfür ist die Tatsache, dass
selbst bei einem etwas geringeren Wachstum die Arbeitslosigkeit
weiter sinken dürfte, wie die aktuell veröffentlichten Zahlen
bestätigen, und die Nachfrage auf den Nutzermärkten hoch bleiben
wird. Die Mieten werden sich demzufolge auch in den nächsten Jahren
positiv entwickeln, sodass sich Wertsteigerungspotenziale ergeben.
Das unverändert hohe Engagement der Anleger ist vor diesem
Hintergrund nachvollziehbar und rational. Da gleichzeitig mögliche
externe Schocks aufgrund von außer Kontrolle geratenen Krisenherden
nicht voraussagbar sind und sich damit auch nicht als Basisszenario
für wirtschaftliches Handeln eignen, ist es letztendlich keine
Überraschung, dass die Märkte weiterhin von einer großen Dynamik
geprägt sind. Daran wird sich auch im letzten Quartal des Jahres
nichts ändern", erläutert Piotr Bienkowski, CEO von BNP Paribas Real
Estate Deutschland.
Die mit Abstand beliebteste Assetklasse sind nach wie vor
Büroimmobilien, die auf gut 18,7 Milliarden Euro und damit auf einen
Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz kommen. Hierzu haben mit 17,28
Milliarden Euro in erster Linie Einzeltransaktionen beigetragen, die
einen neuen Rekord aufgestellt und noch einmal um knapp 16 Prozent
zugelegt haben. Diese Entwicklung wurde nicht zuletzt durch mehrere
großvolumige Deals mit Hochhäusern in Frankfurt vorangetrieben, wozu
unter anderem die Verkäufe der Objekte Gallileo, Garden Tower, Pollux
oder OmniTurm gehören. Auf Platz zwei folgen Einzelhandelsimmobilien,
die mit knapp 8,9 Milliarden Euro fast 21 Prozent zum Resultat
beisteuern. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass alleine
die im Rahmen der Kaufhof/Karstadt Fusion verkauften Objekte für über
1,8 Milliarden Euro des Ergebnisses verantwortlich sind. Das Volumen
mit Einzelobjekten bewegt sich mit etwa 4,95 Milliarden Euro in etwa
auf Vorjahresniveau. Eine grundsätzliche Scheu der Käufer vor
Retailobjekten, wie teilweise diskutiert, spiegeln diese Zahlen nicht
wider, auch wenn die einzelnen Objektklassen sicherlich etwas
differenziert betrachtet werden müssen. Vervollständigt wird das
Führungstrio von Logistik-Investments, die auf knapp 12 Prozent (5,01
Mrd. EUR) kommen. Aufgrund des großen Investoreninteresses könnte in
diesem Marktsegment sogar deutlich mehr umgesetzt werden, wenn ein
ausreichendes Angebot verfügbar wäre.
Das Engagement ausländischer Investoren liegt auch zum Ende des
dritten Quartals relativ stabil bei 40 Prozent. Gegenüber dem
Vorjahreswert bedeutet dies einen Rückgang um etwa sieben
Prozentpunkte.
"Profitiert haben vor allem auch die großen deutschen A-Standorte
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart,
die aufgrund ihrer guten Zukunftsperspektiven und spürbar wachsenden
Bevölkerung für die Mehrheit der Anleger immer noch die erste Wahl
darstellen, insbesondere bei Büro-Investments. Mit einem
Transaktionsvolumen von gut 26,2 Milliarden Euro haben sie nicht nur
das bereits außergewöhnlich gute Vorjahresergebnis um knapp 27
Prozent übertroffen, sondern wieder einen neuen Rekord aufgestellt",
betont Marcus Zorn, Deputy CEO von BNP Paribas Real Estate
Deutschland. Unangefochtener Spitzenreiter ist Frankfurt mit 6,8
Milliarden Euro (+78 %). Neben den bereits erwähnten
Hochhausverkäufen haben weitere prominente Abschlüsse wie
beispielsweise das ehemalige Polizeipräsidium oder das Junghof Plaza
zu diesem neuen Allzeithoch beigetragen.
"Das unverändert große Investoreninteresse spiegelt sich auch in
der Renditeentwicklung wider. Gerade an den A-Standorten außerhalb
der vier Top-Städte haben die Netto-Spitzenrenditen für Büroobjekte
noch einmal nachgegeben. Dies betrifft Düsseldorf, wo mittlerweile
3,25 Prozent anzusetzen sind, genauso wie Stuttgart mit 3,30 Prozent
und Köln mit 3,35 Prozent. Der bisher alleinige Spitzenreiter Berlin
muss sich diese Position aktuell mit München teilen, wo die
Spitzenrendite auch noch einmal um 10 Basispunkte auf jetzt ebenfalls
2,90 Prozent gesunken ist. Noch keine Bewegung war im dritten Quartal
in Frankfurt und Hamburg zu verzeichnen, wo weiterhin 3,15 Prozent
notiert werden", ergänzt Zorn.
"Da das Transaktionsvolumen bislang im gesamten Jahresverlauf auf
stabil hohem Niveau liegt, spricht alles dafür, dass sich der Trend
auch im Schlussquartal fortsetzen wird. Dies gilt umso mehr, wenn man
berücksichtigt, wie viele prominente Objekte sich aktuell gerade in
Verhandlung befinden. Vor dem Hintergrund erscheint eine Erhöhung der
Prognose auf einen Investmentumsatz zwischen 55 und 60 Milliarden
Euro im Gesamtjahr aus aktueller Sicht angemessen, auch wenn sich
vermutlich einige Großtransaktionen bis ins erste Quartal des
nächsten Jahres hinziehen werden. Auch für den Jahrsauftakt stehen
damit alle Ampeln bereits heute auf Grün. Bei der weiteren
Entwicklung der Spitzenrenditen sind im letzten Quartal des Jahres
aller Wahrscheinlichkeit nach noch einmal leicht sinkende Werte an
den wichtigsten deutschen Investmentstandorten zu erwarten", fasst
Bienkowski die Aussichten zusammen.
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Datum: 04.10.2018 - 13:31 Uhr
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