KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation verliehen / Die Klaus Tschira Stiftung zeichnete sech

KlarText-Preis für Wissenschaftskommunikation verliehen / Die Klaus Tschira Stiftung zeichnete sechs Forschende aus, die einen allgemein verständlichen Artikel über ihre Doktorarbeit geschrieben haben

ID: 1659418
(ots) - Eine unterirdische Arbeitsgemeinschaft von
Pilzen und Bakterien, die bei der Sanierung von Altlasten helfen
können, kosmische Strahlung, die großräumige Messungen der
Bodenfeuchte ermöglicht oder Algorithmen, die Musikstile erkennen -
mit diesen und weiteren Themen haben sich die Gewinnerinnen und
Gewinner des KlarText-Preises für Wissenschaftskommunikation der
Klaus Tschira Stiftung beschäftigt.

Sechs Nachwuchswissenschaftler haben sich in ihren Doktorarbeiten
ganz unterschiedlichen Fragestellungen gewidmet und auf Deutsch einen
Artikel darüber geschrieben - einen Text, der auch
Nicht-Wissenschaftler aufmerksam machen soll, auf das, was aktuell in
der Forschung passiert.

Die Klaus Tschira Stiftung vergibt die Auszeichnung bereits zum
16. Mal. 2018 haben 161 Wissenschaftler einen Text in den Kategorien
Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik,
Neurowissenschaften oder Physik eingereicht. Eine Jury aus
Wissenschaftlern und Journalisten hat in drei Schritten die besten
Beiträge ausgewählt. Dabei haben sich die Juroren auf keinen
Siegerbeitrag in der Physik verständigen können, da ihnen kein
Beitrag als preiswürdig erschien.

Die Preisträger in den übrigen Kategorien haben ihre
Doktorarbeiten am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in
Leipzig, an der ETH Zürich, der TU Ilmenau, der TU München sowie am
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angefertigt.

"Wissenschaft und Gesellschaft dürfen sich nicht voneinander
entfremden, deshalb ist es wichtig, dass sich Forschende verständlich
ausdrücken. Dieses Bewusstsein fördern wir mit dem KlarText-Preis für
Wissenschaftskommunikation", sagt Beate Spiegel, Geschäftsführerin
der Klaus Tschira Stiftung.

Die Sieger können sich wie in den vergangenen Jahren über ein
Preisgeld von je 5000 Euro freuen. Alle Bewerber, nicht nur die


Gewinner, lädt die Klaus Tschira Stiftung zu einem zweitägigen
Workshop Wissenschaftskommunikation nach Heidelberg ein. Die
Siegerbeiträge erscheinen am Tag der Preisverleihung in einem
Wissensmagazin, das der ZEIT beiliegt. Erfahrene
Wissenschaftsjournalisten haben die Beiträge der KlarText-Sieger
hierfür in enger Abstimmung mit ihnen noch einmal bearbeitet. Die
Bewerbungsrunde für KlarText 2019 beginnt Mitte November 2018.
Einsendeschluss für die Textbeiträge ist der 28. Februar 2019.

Weitere Infos unter www.klartext-preis.de

Fotos der Preisträger stehen am 11.10., ab 19.30 Uhr, unter
https://www.klartext-preis.de/meldungen/ zum Download, die
Siegerbeiträge finden Sie ab 16 Uhr unter www.klartext-preis.de

Die Gewinner des KlarText-Preises 2018 - Porträts und
Kurzzusammenfassungen:

Biologie: Anja Worrich, Siegerbeitrag "Eine starke Allianz"

Anja Worrich 1987 wurde in Forst (Lausitz) geboren. Sie studierte
Biotechnologie in Zittau und wechselte für ihre Masterarbeit nach
Leipzig an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Dort
schrieb sie auch ihre Doktorarbeit "Role of fungus-mediated transport
mechanisms for bacterial activity under environmental stress" und
erhielt ihren Doktortitel im Fach Biochemie von der Universität
Leipzig. Nach einem Jahr als Postdoktorandin am Deutschen Zentrum für
Integrative Biodiversitätsforschung forscht sie nun wieder am UFZ an
den räumlichen Dynamiken mikrobieller Gemeinschaften. In ihrem
Beitrag "Eine starke Allianz" beschreibt Anja Worrich, wie durch die
Zusammenarbeit von Pilzen und Bakterien der Abbau von Schadstoffen im
Boden verbessert werden kann. Denn: Bakterien eignen sich
hervorragend als Schadstofffresser, bei schwankenden
Umweltbedingungen verringern sich jedoch ihre Reinigungskräfte. Ein
dichtes Geflecht von Pilzfäden im Boden kann ein sicheres Netz um sie
spannen und sie dabei unterstützen, Schadstoffe aus dem Boden zu
filtern.

Chemie: Jan-Georg Rosenboom, Siegerbeitrag "Plastik vom Acker"

Jan-Georg Rosenboom stammt aus Hamburg, wo er 1987 geboren wurde.
Er studierte Chemische Verfahrenstechnik an der TU Hamburg. Er ging
für ein Jahr an die University of California in Berkeley und schrieb
eine Diplomarbeit an der University of Cambridge (England). An der
ETH Zürich promovierte er mit der Arbeit "Polyethylene Furanoate
(PEF) from Ring-Opening Polymerisation". Dort entwickelt er derzeit
zusammen mit einer Schweizer Firma Verfahren zur industriellen
Umsetzung der Bioplastik-Herstellung. In seinem Beitrag "Plastik vom
Acker" erklärt Jan-Georg Rosenboom eine neue Methode zur
großangelegten Herstellung von Biokunststoffen. Ganz konkret hat er
sich mit einem neuen Prozess zur schnelleren Produktion von
Polyethylenfuranoat (PEF) über ringförmige Moleküle beschäftigt. PEF
ist ein möglicher Ersatz für PET und weitere Polyester.

Geowissenschaften: Martin Schrön, Siegerbeitrag "Von Fluten,
Dürren, und der Hilfe aus dem All"

Martin Schrön wurde 1985 in Cottbus geboren. Er studierte Physik
in Heidelberg und spezialisierte sich auf die Simulation von Sternen.
Zurück zu den Wurzeln ging es für ihn während der Doktorarbeit am
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Zum Thema
"Cosmic-Ray Neutron Sensing and its Applications to Soil and Land
Surface Hydrology" promovierte er 2017 an der Universität Potsdam im
Fach Hydrogeologie. Ein halbes Jahr forschte er an der Bristol
University und führt seither seine Arbeiten am UFZ fort. In seinem
Beitrag "Von Fluten, Dürren, und der Hilfe aus dem All" beschäftigt
sich Martin Schrön mit großräumigen Messungen der Bodenfeuchte. Seine
Methode nutzt dabei kosmische Strahlung, die bei der Explosion von
Sternen entsteht. Seine Messungen könnten in Zukunft vor allem
Landwirten nutzen, gleichzeitig aber auch dabei helfen,
Risikogebiete, in denen Überflutungen drohen, rechtzeitig
auszumachen.

Informatik: Christof Weiß, Siegerbeitrag "Das ist Haydn. Ganz
sicher!"

Christof Weiß wurde 1986 in Regensburg geboren. Er studierte
Physik an der Universität Würzburg sowie Komposition an der
Hochschule für Musik Würzburg. Im Anschluss forschte er am
Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau. In
seiner Dissertation mit dem Titel "Computational Methods for
Tonality-Based Style Analysis of Classical Music Audio Recordings"
beschäftigte er sich mit Algorithmen zur Analyse von Musikaufnahmen.
Diese Technologien entwickelt er derzeit an den International Audio
Laboratories Erlangen weiter. In seinem Beitrag "Das ist Haydn. Ganz
sicher!" beschreibt Christof Weiß, wie es Computern gelingen kann,
den Komponisten eines Musikstückes und die Epoche, in der es
entstanden ist, zu erkennen. Dazu programmierte er einen Algorithmus,
der die dominanten Tonhöhen einer Aufnahme messen und daraus
charakteristische Merkmale ableiten kann.

Mathematik: Katharina Schaar, Siegerbeitrag "Die reine Mathematik"

Katharina Schaar kam 1989 in Nürnberg zur Welt. Sie studierte
Mathematik an der Technischen Universität München. Dort schrieb sie
am Lehrstuhl für Geometrie und Visualisierung auch ihre Doktorarbeit
mit dem Titel "Grundlegende Eigenschaften von Phirotopen - Dualität,
Chirotopalität, Realisierbarkeit, Euklidizität". In ihrem Beitrag
"Die reine Mathematik" erklärt Katharina Schaar mathematische
Strukturen, die in den Naturwissenschaften eine Rolle spielen, um die
relativen Positionen von Objekten zu beschreiben. In der Chemie
werden diese zum Beispiel verwendet, wenn es um die Lage von Atomen
geht.

Neurowissenschaften: Tineke Steiger, Siegerbeitrag "Im Alter
nichts Neues?"

Tineke Steiger, Jahrgang 1987, wuchs in Bremen auf. Sie studierte
in ihrer Heimatstadt Biologie und Neurowissenschaften und promovierte
2017 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit der Arbeit "The
influence of age-dependent structural and functional brain changes on
learning and memory". Derzeit arbeitet sie als Dozentin und
Neurowissenschaftlerin an der Universität zu Lübeck.

In ihrem Beitrag "Im Alter nicht Neues?" erklärt Tineke Steiger,
warum sich unsere Lern- und Gedächtnisleistung im Alter
verschlechtert. Lagert sich im hohen Erwachsenenalter zum Beispiel
Eisen in bestimmten Gehirnarealen ab, oder verlieren dort verlaufende
Nervenfasern ihre Isolierung, werden Lern- und Gedächtnisprozesse
erschwert.

Physik: kein Preisträger 2018



Pressekontakt:
Agnes Schulze
Klaus Tschira Stiftung
Presse und Kommunikation
+49-6221-533 114
agnes.schulze@klaus-tschira-stiftung.de

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Datum: 11.10.2018 - 16:00 Uhr
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