Zu wenigeöffentliche Musikbibliotheken in Deutschland / Deutsches Musikinformationszentrum präsentiert neues Online-Angebot
ID: 1660633
Musikschulen, 100.000 Teilnehmer an Musikangeboten der
Volkshochschulen, - aber nur 72 öffentliche Musikbibliotheken. Eine
flächendeckende Versorgung mit Medien für die praktische
Musikausübung, für das aktive Hören von Musik und für das Lernen über
Musik ist in Deutschland vielerorts nicht gewährleistet. Dabei sind
öffentliche Musikbibliotheken unverzichtbarer Bestandteil der
musikalischen Bildung. Anlässlich der Vorstellung eines neuen
Online-Angebots des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) "Fokus:
Öffentliche Musikbibliotheken" äußert sich der Generalsekretär des
Deutschen Musikrats, Prof. Christian Höppner, zu diesem
Missverhältnis.
"Musikbibliotheken sind Sehnsuchtsorte non-virtueller Erfahrungen.
Gerade im Digitalen Zeitalter bedarf es des gut abgestimmten
Miteinanders analoger und digitaler Angebote. Die Attraktivität des
'kulturellen Erlebnisortes Musikbibliothek' wird wesentllich von der
personalen Fachkompetenz und der sächlichen Ausstattung bestimmt. Die
finanziellen Rahmenbedingungen für die öffentlichen Musikbibliotheken
sind in der viertstärksten Industrienation der Welt vielerorts
desaströs. Deshalb sind die Länderparlamente wie Trägereinrichtungen
aufgefordert, die bestehenden Einrichtungen adäquat auszustatten und
die weißen Flecken durch Neueinrichtungen zu tilgen." so Höppner.
Das MIZ beleuchtet aber auch, mit welchen kreativen Ideen die
Einrichtungen auf die bestehenden kultur- und bildungspolitischen
Hürden reagieren und wie sie den Herausforderungen durch den
digitalen Wandel begegnen. Öffentliche Musikbibliotheken sind heute
viel mehr als Orte, die Noten, Musikbücher und CDs verleihen. Sie
stellen ein wachsendes Angebot an Datenbanken, E-Books, Digitalisaten
und Streaming-Diensten mit hoher Klangqualität zur Verfügung. Vor
allem in den großen Städten setzen sie auf die Aufenthalts- und
Erlebnisqualität ihrer Häuser. Fernab virtueller Erfahrungen laden
sie mit attraktiven Musikarbeitsplätzen, Musizierräumen mit
Instrumenten, Konzerten und Workshops zur aktiven Beschäftigung mit
Musik ein. Doch die Finanzierung der Einrichtungen hält mit der
Entwicklung nicht immer Schritt: Nach Recherchen des MIZ werden
bestehende Bestände vielerorts reduziert oder gar aufgelöst,
Bibliotheksstellen nicht oder fachfremd besetzt.
Entstanden ist der "Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken" in
Kooperation mit der Deutschen Ländergruppe der International
Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres.
Über eine interaktive Karte können Informationen zu den einzelnen
öffentlichen Musikbibliotheken abgerufen werden. Diese umfassen den
physischen und digitalen Bestand der Bibliotheken einschließlich
ihrer Schwerpunkte und Sondersammlungen. Abgerundet wird der neue
Fokus mit weiterführenden Informationen sowie Bilderstrecken, die
einen Einblick in die Angebote und Ausstattungen öffentlicher
Musikbibliotheken geben.
Zu erreichen ist der "Fokus: Öffentliche Musikbibliotheken" unter:
https://themen.miz.org/fokus-oeffentliche-musikbibliotheken
Über das MIZ:
Unter dem Dach des Deutschen Musikrats erfasst und dokumentiert
das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) Strukturen und
Entwicklungen des Musiklebens. Das Spektrum reicht dabei von der
musikalischen Bildung und Ausbildung über das Amateurmusizieren, die
Musikförderung und die professionelle Musikausübung bis zu den Medien
und der Musikwirtschaft. Gefördert wird das MIZ durch die Beauftragte
der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch die Kulturstiftung
der Länder, die Stadt Bonn sowie von privater Seite durch die GEMA
und die GVL.
Pressekontakt:
Stephan Schulmeistrat, Leitung Deutsches Musikinformationszentrum
Dr. Christiane Schwerdtfeger, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Deutscher Musikrat gGmbH * Weberstr. 59 * 53113 Bonn
Tel.: 0228 / 2091-180 * Fax 0228 / 2091-280 * Mail: info@miz.org *
www.miz.org
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Datum: 16.10.2018 - 11:00 Uhr
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