Kapitalanlage Immobilie: Erneuter Rückgang bei den Renditen
ID: 1661526
im Vergleich zum Vorjahr überwiegend gesunken / In NRW und im Osten
Deutschlands sind Renditen noch am höchsten, im Norden und Süden sind
sie am niedrigsten / Höchste Renditen mit 7,0 Prozent in Duisburg und
6,9 Prozent in Chemnitz, am niedrigsten mit 2,8 Prozent in Rostock
Wer in Immobilien investiert, darf sich meist über deutlich höhere
Renditen freuen als bei anderen Kapitalanlagen. Allerdings sind
Immobilien auch mit einem höheren Risiko verbunden. Hinzu kommt, dass
inzwischen die Renditen in vielen deutschen Städten leicht
zurückgegangen sind. Am stärksten sind dabei die Rückgänge innerhalb
des vergangenen Jahres in Chemnitz (von 8,2 auf 6,9 Prozent) und in
Halle an der Saale (von 6,6 auf 5,6 Prozent). Grund dafür ist vor
allem der Anstieg der Kaufpreise, während sich die Mieten nicht im
gleichen Maße erhöht haben. So müssen Käufer in Halle beispielsweise
im Schnitt 200 Euro mehr pro Quadratmeter bezahlen als noch vor einem
Jahr, während die Mieten gleichgeblieben sind.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt.de, für die die
Bruttorenditen von Eigentumswohnungen in 40 ausgewählten deutschen
Großstädten berechnet wurden. Die Zinsen bei der Fremdfinanzierung,
Kaufneben-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten sind nicht
berücksichtigt.
Hohe Renditen im Osten und Westen
Trotz des Rückgangs gibt es vor allem im Osten und in
Nordrhein-Westfalen Städte, in denen hohe Renditen möglich sind. Mit
7,0 Prozent Bruttorendite liegt derzeit Duisburg auf Platz 1. Trotz
des leichten Rückgangs folgen Chemnitz (6,9 Prozent) und Wuppertal
(6,7 Prozent). Auch in Magdeburg und Mönchengladbach sind für
Immobilienkäufer Renditen von über 6 Prozent drin.
Eine hohe Rendite bedeutet aber nicht automatisch eine lohnende
Geldanlage - das zeigt das Beispiel Chemnitz. Die Bruttorendite fällt
hier aufgrund der sehr niedrigen Kaufpreise und der vergleichsweise
teuren Mietpreise zwar hoch aus. Allerdings zählt Chemnitz
deutschlandweit auch zu den Städten mit der höchsten Leerstandsquote.
Dadurch steigt das Risiko entgangener Mieteinnahmen. In Städten mit
hoher Rendite und gleichzeitig hoher Leerstandsquote ist der
Immobilienkauf daher nur für erfahrene Investoren mit solider
Ortskenntnis empfehlenswert.
Niedrige Renditen im Norden und im Süden
Ausreißer unter den ansonsten renditehohen Oststädten ist Rostock.
Die Bruttorendite ist hier mit 2,8 Prozent am niedrigsten im ganzen
Bundesgebiet. Hier treffen hohe Kaufpreise, bedingt durch Neubauten
in touristischen Gebieten, auf vergleichsweise niedrige Mieten.
Ähnlich niedrige Zahlen finden sich in Metropolen und
Studentenstädten, hauptsächlich im Norden und Süden der
Bundesrepublik. In Berlin und Frankfurt beträgt die Bruttomiete
jeweils 3,6 Prozent, in Hamburg 3,3 Prozent, in Regensburg 3,2
Prozent und in München sogar nur 3,1 Prozent. Die
Immobilienkaufpreise in diesen Städten sind mittlerweile so hoch,
dass sich die Kosten dafür durch Mieteinnahmen nur sehr langfristig
amortisieren lassen. In Immobilien zu investieren macht hier für
private Investoren nur noch dann Sinn, wenn nicht ausschließlich
Gewinn erzielt, sondern die Wohnung später selbst oder von den
Kindern genutzt werden soll.
Grafiken und Tabellen zu den untersuchten Städten stehen hier zum
Download bereit: http://ots.de/zXohgb
Berechnungsgrundlage
Datenbasis für die Berechnung der Miet- und Kaufpreise waren
641.200 Miet- und Eigentumswohnungen, die im 2. Halbjahr 2017 und 1.
Halbjahr 2018 auf immowelt.de inseriert wurden. Die Preise sind
jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Dabei wurden ausschließlich
die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Der
Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Mietpreise
spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider.
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Datum: 18.10.2018 - 09:26 Uhr
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