NOZ: Umweltbundesamt fordert weitere Schritte gegen Plastikmüllflut
ID: 1663842
Plastikmüllflut
Präsidentin Krautzberger: Mit Verboten allein kommen wir nicht
weiter
Osnabrück. Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria
Krautzberger, hat die Beschlüsse des Europaparlaments zur Eindämmung
der Plastikmüllflut begrüßt und zugleich weitere Schritte gefordert.
"Mit Verboten allein kommen wir nicht weiter. Müll vermeiden ist
immer der beste Weg, oder zumindest sollten Mehrwegprodukte
grundsätzlich bevorzugt werden. Dafür müssen die richtigen Anreize
geschaffen werden", forderte Krautzberger im Gespräch mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung".
Krautzberger betonte, jede Plastikgabel, die an einem Strand
lande, sei eine zu viel. Es sei deshalb begrüßenswert, dass die EU
nun konkret gegen die Vermüllung vorgehen wolle und dass das
Parlament den Vorschlag der EU-Kommission sogar noch erweitert habe.
"Jetzt hoffe ich sehr, dass die Mitgliedsstaaten diesen Vorschlag
nicht verwässern, sondern das hohe Niveau beibehalten."
Die UBA-Präsidentin begrüßte besonders, "dass die Hersteller nun
noch mehr Verantwortung für ihre Produkte übernehmen sollen". So
sollten sie für Zigarettenfilter und Luftballons verstärkt Sammlung,
Transport und Behandlung sowie Reinigungskosten bezahlen. Das sei
auch richtig so: "Wer Produkte in Umlauf bringt, die nach so kurzer
Nutzungsdauer zu Müll werden, muss dafür Verantwortung übernehmen."
Als bedauerlich bezeichnete es Krautzberger, dass das Parlament keine
Minderungsziele für Feuchttücher beschlossen habe.
Auch der Geschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Olaf Bandt, hob im Gespräch mit der "NOZ" hervor,
"dass Hersteller sich an den Kosten für die Erfassung und Entsorgung
von Plastikabfällen in der Umwelt beteiligen müssen". Es sei zudem
begrüßenswert, "dass Produkte aus bioabbaubarem Plastik und auch aus
Verbundmaterialien weiterhin unter die Richtlinie fallen und der
Verbrauch eingeschränkt werden soll". Bandt forderte zugleich, bei
den nun folgenden Verhandlungen zwischen EU-Parlament, EU-Kommission
und den Mitgliedsstaaten solle sich Deutschland für eine starke
Richtlinie einsetzen.
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Datum: 25.10.2018 - 05:00 Uhr
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