action medeor: Millionen Menschen sterben an armutsbedingten Krankheiten
ID: 1664208
Krankheiten, die leicht zu behandeln wären, obwohl vor 40 Jahren auf
der Konferenz von Alma Ata von über 100 WHO-Mitgliedsstaaten
offiziell anerkannt wurde, dass Gesundheit ein Menschenrecht ist. Die
Alma Ata-Erklärung ist heute so aktuell wie 1978. "Obwohl die
Weltgemeinschaft große Fortschritte erreicht hat, beobachten wir
jetzt, wie sich der Zugang zu Gesundheitsversorgung für die ärmere
Bevölkerung zunehmend verschlechtert", sagt Bernd Pastors,
Vorstandssprecher von action medeor. "Das Problem ist, dass sich auch
etwas an den sozialen und politischen Verhältnissen ändern muss." In
weiten Teilen der Erde mangelt es an Gesundheitspersonal, an
Krankenhäusern und Medikamenten. "In vielen öffentlichen
Krankenhäusern in Armutsregionen müssen sogar medizinische
Grundleistungen von den Patienten finanziert werden. Das ist vielen
Menschen nicht möglich", so Pastors.
Gemeinsamer Konsens bis heute: nur mit einer primären
Gesundheitsversorgung lässt sich erreichen, dass alle Menschen auf
der Welt Zugang zu Gesundheitsversorgung bekommen. Um Fortschritte
und Fehlentwicklungen zu thematisieren, findet erneut eine Konferenz
in Astana in Kasachstan am 25. und 26. Oktober statt. Das Prinzip der
primären Gesundheitsversorgung ist nach wie vor von grundlegender
Bedeutung für die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten
Nationen in ihrer Agenda 2030, damit alle Menschen Zugang zu
Gesundheitsdienstleistungen haben und ihr Recht auf Gesundheit
verwirklichen können.
Wie wichtig dieser Ansatz ist, hat Ebola gezeigt. Noch nie hatten
die Menschen solche Angst, dass sich eine Infektionskrankheit, die in
den drei afrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea
grassierte, sich weltweit ungehindert ausbreitet. "Ebola hat uns
deutlich vor Augen geführt, dass nicht der Kampf gegen einzelne
Krankheiten wie Aids oder Malaria alleine sinnvoll ist, sondern dass
nur ein funktionierendes und gut ausgestattetes Gesundheitssystem die
Menschen schützen kann", sagt Bernd Pastors. "Eine gute
Basisgesundheitsversorgung, die auch Impfungen und Behandlung von
Fehlernährung umfasst, kann Todesfälle von Kindern wesentlich
reduzieren und gleichzeitig gerechtere Gesundheitsbedingungen für
alle Menschen schaffen", so Pastors, "deshalb müssen die nationalen
Gesundheitssysteme gestärkt werden, d.h. die Versorgung mit
Medikamenten muss zuverlässig sein, das Personal muss gut ausgebildet
sein, Gesundheitseinrichtungen erreichbar und möglichst unentgeltlich
sein. Um dies zu erreichen, müssen Gesundheitssysteme ausreichend
staatlich und/oder solidarisch finanziert werden, "Wichtig ist, dass
der Zugang zur Gesundheitsversorgung auch für die Ärmsten der Armen
wenn schon nicht kostenfrei, dann wenigstens erschwinglich ist."
Foto unter www.medeor.de/Presse
BU: Gemeinsam mit Partnern stärkt action medeor die nachhaltige
Entwicklung von Gesundheitsstrukturen. © ADH/J. Studnar
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Datum: 25.10.2018 - 15:15 Uhr
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