EUROPA & USA: EINIGKEIT BEI DEFINITION & DIAGNOSE EINER SPEZIELLEN FORM DES BLUTHOCHDRUCKS
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Krems, 6. November 2018 – Für die Definition und die Diagnose einer speziellen Form des Bluthochdrucks gelang vor kurzem eine transkontinentale Einigung. Bisher war es für die als Liegendhypertonie bei neurogener Hypotonie im Stehen bezeichnete Form des Bluthochdrucks schwierig, ein umfassend akzeptiertes Krankheitsbild zu beschreiben – und dementsprechend zu diagnostizieren. Dank eines jetzt veröffentlichten Konsensuspapers konnte Einigkeit zwischen zwei bedeutenden amerikanischen und europäischen Verbänden erzielt werden. Ein Mediziner der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems trug als Präsident des europäischen Verbandes dabei zur Entstehung des Konsenses bei.
Was politisch eher schwierig scheint, ist in der Medizin durchaus erreichbar – ein Schulterschluss zwischen Europa und den USA. Konkret gelang dieser bezüglich der Definition und Diagnose einer als Liegendhypertonie bezeichneten Komplikation. Dieser in einer liegenden Position auftretende Bluthochdruck ist oftmals Konsequenz einer neurodegenerativen Erkrankung wie Parkinson, die das autonome Nervensystem und in der Folge die Steuerung des Herzmuskels angreift. Folgen der Liegendhypertonie können ein Schlaganfall, Hirnblutungen oder ein Herzinfarkt sein. Vor dem Hintergrund dieser potenziell tödlichen Folgen ist die klare Definierung des Krankheitsbildes und seine rechtzeitige Diagnose essentiell – war aber bis vor kurzem nicht international standardisiert. Unter Mitarbeit von Prof. Walter Struhal, Leiter der Abteilung für Neurologie am Universitätsklinikum Tulln der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems), konnte nun eine solche Standardisierung für Europa und die USA erreicht werden.
EINIGUNG MIT HOCHDRUCK
Zu diesem gemeinsamen Erfolg der European Federation of Autonomic Societies (EFAS) und der American Autonomic Society (AAS) meint Prof. Walter Struhal, Präsident der EFAS: "Dieser Konsensus war dringend notwendig, denn zahlreiche Patientinnen und Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen leiden auch an Kreislaufregulationsstörungen. Die Diagnose dieser Störungen, zu denen auch die Liegendhypertonie zählt ist einfach, aber wenig bekannt. Das Erkennen ist natürlich Vorrausetzung für eine effiziente Behandlung."
Störungen des autonomen Nervensystems, die zum Teil sehr seltene Erkrankungen (s.g. orphan diseases) sind stellen für die Neurologie eine besondere Herausforderung und ein Pionierfeld dar. Erst das Zusammenführen Europäischer spezialisierter Fachgesellschaften in der EFAS und auch die gute Zusammenarbeit mit der AAS ermöglicht es, strukturierte Empfehlungen für diese Erkrankungen zu geben.
ERFOLGREICHE KOOPERATION
Die Kriterien gelten dabei für Patienten, die bereits an einer so genannten orthostatischen Hypotonie leiden – die also eine Form von niedrigem Blutdruck haben, der auf Grund eines angegriffenen autonomen Nervensystems in einer liegenden Position jedoch zu einem Bluthochdruck führen kann. Der Konsensus definiert nun einen systolischen Blutdruck, der größer als 140mm HG ist, und/oder einen diastolischen Blutdruck von mehr als 90 mm HG als Anzeichen einer Liegendhypertonie, wenn der Blutdruck nach mindestens fünf Minuten in der liegenden Position gemessen wurde. Dazu wurden Kriterien definiert, die es erlauben, schwache, mittlere und starke Formen der Erkrankung zu unterscheiden.
Die Zusammenarbeit mit zahlreichen internationalen Kolleginnen und Kollegen war für Prof. Walter Struhal dabei von hohem Kooperationswillen geprägt. Seine spezielle Erfahrung und Expertise im Bereich des autonomen Nervensystems war dabei von großem Wert. Die KL Krems konnte mit diesem Beitrag zum transkontinentalen Konsensus einmal mehr die internationale Reputation ihrer Medizinerinnen und Mediziner demonstrieren und fördern.
Originalpublikation: Consensus statement on the definition of neurogenic supine hypertension in cardiovascular autonomic failure by the American Autonomic Society (AAS) and the European Federation of Autonomic Societies (EFAS). A. Fanciulli, J. Jordan, I. Biaggioni, G. Calandra–Buonaura, W. P. Cheshire, P. Cortelli, S. Eschlboeck, G. Grassi, M. J. Hilz, H. Kaufmann, H. Lahrmann, G. Mancia, G. Mayer, L. Norcliffe–Kaufmann, A. Pavy–Le Traon, S. R. Raj, D. Robertson, I. Rocha, W. Struhal, R. Thijs, K. P. Tsioufis, J. G. van Dijk, G. K. Wenning Clinical Autonomic Research (2018) 28:355–362 https://doi.org/10.1007/s10286-018-0529-8
Über die Karl Landsteiner Privatuniversität Krems
Die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) ist Wegbereiterin und Katalysatorin für zukunftsorientierte, gesellschaftlich relevante Lehr- und Forschungsbereiche in der Medizin und den Gesundheitswissenschaften. In diesem Sinne fokussiert sie auf ein fächerübergreifendes, international ausgerichtetes Studienprogramm, das eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Ausbildungsangebot der öffentlichen Universitäten darstellt. Mit ihrem europaweit anerkannten Bachelor-Master-System stellt die KL eine flexible Bildungseinrichtung dar, die auf die Bedürfnisse der Studierenden und Anforderungen des Arbeitsmarkts abgestimmt ist. In der Forschung konzentriert sich die KL gezielt auf Nischenfelder in gesundheitspolitisch relevanten Brückendisziplinen wie der Medizintechnik, der Psychodynamik und Psychologie sowie dem Thema Wasserqualität und den damit verbundenen gesundheitlichen Aspekten. Die KL wurde 2013 gegründet und von der Österreichischen Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung (AQ Austria) akkreditiert.
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