NOZ: Polizei benennt 20 gefährliche Orte in Norddeutschland
ID: 1669606
Norddeutschland
Polizeigesetz räumt Beamten an Kriminalitätsschwerpunkten
Sonderrechte ein
Osnabrück. Die Polizei in Norddeutschland hat länderübergreifend
derzeit 20 sogenannte gefährliche Orte benannt. Das berichtet die
"Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Angaben der Behörden.
Mit acht derartigen Gebieten verzeichnet Schleswig-Holstein die
meisten. In Hamburg, Bremen und Niedersachsen sind es derzeit jeweils
vier, in Mecklenburg-Vorpommern kein einziger.
In den Gebieten räumt das jeweilige Polizeigesetz der Länder den
Beamten Sonderrechte ein. Diese gelten mal länger, mal nur temporär.
So dürfen Polizisten dort beispielsweise Passanten ohne konkreten
Verdacht kontrollieren. In Hamburg gelten laut Polizei Teile von St.
Pauli und der Reeperbahn als gefährlicher Ort. Im Umfeld der
Reeperbahn käme es zu so vielen Gewaltstraftaten und
Körperverletzungen, dass das Sicherheitsempfinden von Bewohnern und
Besuchern des Vergnügungsviertels beeinträchtigt werden könnte,
teilte ein Sprecher der "NOZ" mit. In Bremen gilt dies für das Gebiet
rund um den Hauptbahnhof.
Hamburg und Bremen legten die Liste auf Anfrage der Zeitung offen.
In Schleswig-Holstein wird die Ausweisung entsprechender Gebiete
regelmäßig kommuniziert. Innenministerium und Polizeibehörden in
Niedersachsen wollten die gefährlichen Orte indes nicht näher
benennen. Die Polizeidirektion Braunschweig (zwei gefährliche Orte)
begründete dies mit Polizeitaktik. Uwe Lietzau aus dem
Innenministerium in Hannover betonte dennoch: "Wir haben keine
No-Go-Areas in Niedersachsen. Die Bürger können sich sicher fühlen."
FDP-Innenpolitiker Jan-Christoph Oetjen forderte die Offenlegung. Die
Bürger müssten erfahren, wo sich diese Orte befänden, so der
niedersächsische Landtagsabgeordnete.
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Datum: 13.11.2018 - 01:00 Uhr
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