Deutsche Versicherer bereit für künstliche Intelligenz?
ID: 1672186
zunehmenden Einsatz intelligenter Technologien. Und das nicht ohne
Grund: In kaum einer anderen Industrie werden mehr Daten erhoben als
in der Assekuranz. Doch die meisten Digitalisierungsinitiativen der
Versicherer scheitern.
Erfolgreiche Anwendungsbeispiele von selbstlernende Systemen in
der Assekuranz gibt es bereits: "Ding Sun Bao" beispielsweise - ein
digitales Tool des chinesischen Fintech-Riesen Ant Financial -
analysiert aus der Ferne Fotos von Fahrzeugschäden mit Hilfe einer
durch künstliche Intelligenz (KI) gesteuerten, selbstlernenden
Bilderkennungstechnologie. Das erspart dem Kunden den Besuch vor Ort.
Und auch auf dem deutschen Versicherungsmarkt ist KI schon
eingezogen. So nutzt die Versicherungskammer Bayern für ihre
Kundenkorrespondenz bereits jetzt eine Software, die sich eines
intelligenten Algorithmus bedient und die eingehenden Schreiben nach
Schlagworten und Dringlichkeit sortiert. "Was diese Beispiele
gemeinsam haben: Sie haben keinen Einfluss auf die Umsatzseite, sie
sorgen lediglich für Effizienzsteigerungen auf der Kostenseite",
erläuterte Maximilian Effing, Manager bei der globalen Strategie- und
Marketingberatung Simon-Kucher, in seinem Vortrag auf dem
Innovationslabor der Assekuranz*, das vergangenen Dienstag (13.
November) in Köln stattfand. "Und das scheint ein generelles Problem
zu sein, wie die Ergebnisse unserer 'Global Pricing&Sales Study 2017'
zeigen." Denn knapp 80 Prozent der Versicherungshäuser aus der
DACH-Region konnten mit ihren Digitalisierungsinitiativen keinen
messbaren Ertrag verbuchen.
Selbstlernende Prozesse in der Anwendung oft schwierig
"Oft mangelt es schon an den Basics. Wenn selbst beste Leads mit
Hilfe von digitalen Technologien nicht systematisch angegangen
werden, dann ist es für den Einsatz Künstlicher Intelligenz einfach
noch zu früh." In diesem Stadium sollten Versicherungsunternehmen
zunächst digitale Lösungen für die offensichtlichen Hemmnisse im
Vertrieb und im Verkaufsprozess, wie z.B. dem
Kundenbestandsmanagement, entwickeln und implementieren, bevor sie im
wilden Aktionismus eine Vielzahl komplexer KI-Systeme und Machine
Learning (ML)- Algorithmen einsetzen.
"Unsere Projekterfahrung zeigt, dass insbesondere im Bereich ML
viele Projekte in der Assekuranz deshalb scheitern, weil die
Bedürfnisse des Kunden und dessen Zahlungsbereitschaft nicht ins
Zentrum des Entwicklungsprozesses gerückt werden. Zudem ist die
Datenqualität oft nicht gut, was zu falschen Schlussfolgerungen
führt", so Effing.
Simple, kundengetriebene Konzepte bringen bereits Erfolge
Im ersten Schritt sollten Versicherer ihre Verkaufsprozesse
mittels simpler, kundengetriebener Konzepte optimieren. "In der
Versicherung direkt mit ML und KI zu starten, ist unklug - zunächst
gilt es, die Bedürfnisse der Kunden zu analysieren. Anschließend
sollten die Versicherer dem Kunden, basierend auf seinen Präferenzen,
Bedürfnissen und Zahlungsbereitschaften, im Verkaufsprozess ein
personalisiertes, maßgeschneidertes Angebot präsentieren - mit
individuell-passenden Produktvorschlägen. Erst wenn diese
Hausaufgaben erfüllt sind, kann man schrittweise KI- und ML-Maßnahmen
entwickeln und pilotieren, um seine Digitalisierungsinitiativen auf
das nächste Level zu heben", fasste Effing zusammen.
* CREATE! - das Simon-Kucher Innovationslabor der Assekuranz -
ist eine Veranstaltungsreihe für die Versicherungsbranche. Mit
Teilnehmern der Managementebene werden dabei Themen aufgegriffen, die
für die Versicherungswirtschaft von aktueller Relevanz sind. Der
limitierte Teilnehmerkreis und das kreative Umfeld ermöglichen einen
intensiven Austausch. Vorträge (zum Teil mit Anregungen aus anderen
Branchen) werden lediglich als kurze Impulse eingesetzt - im
Innovationslabor liegt der Schwerpunkt auf Interaktion, bei der auch
Methoden agilen Arbeitens zum Einsatz kommen.
Die Vorträge beim 2. Simon-Kucher Innovationslabor der Assekuranz
am 13. November in Köln:
Verstand UND Emotionen: Verständnis des Kundenverhaltens gepaart
mit künstlicher Intelligenz (Maximilian Effing, Manager Simon-Kucher)
Wertorientierter Verkauf im Life Science Bereich (Kaan-Fabian Kekec,
Director Simon-Kucher)
Persönlicher Versicherungsverkauf im Zeitalter der Digitalisierung
(Stefanie zur Horst, Senior Director Simon-Kucher)
Kundenorientierte Produktentwicklung in der Automobilindustrie
(Dr. Martin Gehring, Partner Simon-Kucher)
Über Simon-Kucher & Partners
Simon-Kucher & Partners, Strategy & Marketing Consultants: Die
Beratungsarbeit von Simon-Kucher & Partners ist ganz auf TopLine
Power® ausgerichtet. Laut mehrerer Studien unter deutschen
Top-Managern (manager magazin, Wirtschaftswoche, brand eins) ist
Simon-Kucher bester Marketing- und Vertriebsberater und führend im
Bereich Pricing und Wertsteigerung. Die Unternehmensberatung ist mit
über 1.200 Mitarbeitern in 38 Büros weltweit vertreten.
Pressekontakt:
Anne Angenvoort (Public Relations Manager)
Tel: +49 221 36794 387
E-Mail: Anne.Angenvoort@simon-kucher.com
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Datum: 20.11.2018 - 11:25 Uhr
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