Bayerische BKK-Chefin: GKV-Überschüsse sind kein Suppentopf
ID: 1677502
dokumentiert in den ersten drei Quartalen 2018 Überschüsse von 1,9
Milliarden Euro. In Summe profitieren zwar alle Kassenarten von der
guten Finanzentwicklung, einen Suppentopf daraus zu machen und
reflexartig nach schnellen Beitragssenkungen zu rufen, greift
generell zu kurz, stellt Sigrid König, Vorständin des BKK
Landesverbandes Bayern fest: "Die Krankenkassen haben einen
Wettbewerb um Beitragssätze. Sie haben aber auch steigende
Leistungsausgaben vorausschauend einzupreisen. Dabei wägen die
Betriebskrankenkassen sorgsam ab, wie sie ihre Beitragsmittel
einsetzen. Der Preisaspekt ist nur eine Seite der Medaille. Auf der
anderen Seite stehen Qualitäts- und Leistungsangebote sowie stark
ausgabenwirksame Gesetzesinitiativen, die die GKV in Zukunft
fordern."
Ohnehin sind die Spielräume mancher Krankenkassen beengt.
Elementar betroffen sind die Krankenkassen durch bestehende
Verzerrungen im Finanzausgleich: Jeder Euro, der einer Krankenkasse
zu viel zugewiesen wird, geht der anderen Versichertengemeinschaft
verloren. Zudem sind die Leistungsausgaben der Krankenkassen für die
Versorgung in Arztpraxen, Krankenhäusern und so weiter weitestgehend
fremdbestimmt und deshalb schwer kalkulierbar. Dabei wiegt schwer,
dass strukturelle Probleme in der Versorgung zu wenig angegangen
werden. So werden zunehmend mehr Anreize für unnötige Operationen
oder Überdiagnostik gesetzt und Versicherte sowohl körperlich als
auch finanziell geschädigt.
Sigrid König: "Wir können weiterhin unnötige Rückenoperationen
finanzieren, über- und fehlversorgte regionale Angebote laufen lassen
und, wenn die Überschüsse vorhanden sind, Beiträge senken. Im
Hinblick auf eine patientenorientierte Versorgung bringt uns diese
Strategie aber keinen Schritt weiter. Wir brauchen im Sinne der
Versicherten einen fairen Finanzausgleich und Mut, strukturelle
Veränderungen in der Versorgung anzugehen."
Hintergrund:
Die Überschüsse sind auch nach der aktuellen KV45 weiterhin höchst
unterschiedlich verteilt: Je Versicherten umfassen sie bei den
Betriebskrankenkassen (BKK) rund 17 Euro, bei den AOKen liegen sie
dagegen bei rund 35 Euro.
Einnahmen, Ausgaben und Überschüsse je Versicherten in Euro
absolut 1.-3. Quartal 2018
Krankenkassenart Einnahmen Ausgaben Überschuss
GKV 2.483,79 2.458,15 25,64
AOK 2.598,87 2.564,08 34,79
BKK 2.217,25 2.199,77 17,48
IKK 2.311,11 2.287,76 23,35
LKK 3.068,35 3.071,80 -3,45
KBS 3.477,12 3.414,12 63,00
vdek 2.440,71 2.421,62 19,09
Quelle: BMG KV 45/I-III/2018, Berechnungen BKK Landesverband
Bayern
Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des
öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und
ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband
Bayern 16 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit über 3,1 Millionen
Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben mehr als 2,4
Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK)
versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im
Freistaat über einen GKV-Marktanteil von rund 22 Prozent.
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Manuela Osterloh
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Leiterin Kommunikation
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Datum: 05.12.2018 - 13:55 Uhr
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