BAP Job-Navigator 12/2018:»Work-Life-Balance«
ID: 1680025
Zu wenige Unternehmen kommunizieren konkrete Angebote zur Work-Life-Balance
Flexiblere Arbeitszeitgestaltung bleibt Top-Begriff
Die ?flexible Arbeitszeitgestaltung? ist und bleibt das wichtigste Work-Life-Balance-Schlagwort. In 6,7 Prozent der Stellenanzeigen hoben die Unternehmen dieses Arbeitszeitmodell hervor. Spannend ist, dass dieses Argument besonders in Stellenangeboten für Berufseinsteiger genannt wird. In 12 Prozent der an Young Professionals gerichteten Stellenanzeigen spielte demnach die flexible Zeiteinteilung eine Rolle. Zum Vergleich: Das Angebot flexibler Arbeitszeiten für Berufserfahrene lag lediglich bei 6 Prozent. Besonders in der Informations- und Kommunikationsbranche (19 Prozent), aber auch in der Öffentlichen Verwaltung (17 Prozent) sowie der Energieversorgung (17 Prozent) und der Finanz- und Versicherungsbranche (15 Prozent) werden den Bewerbern flexible Arbeitszeitmodelle geboten.
Neben den flexiblen Modellen wird auch die Teilzeitarbeit immer attraktiver. In 7 Prozent der Stellenanzeigen hatten potentielle Kandidaten die Wahl, ob sie in Teil- oder Vollzeit arbeiten möchten. In rund 74.000 Stellenanzeigen (6,1 Prozent) offerierten Unternehmen ausschließlich das Arbeiten in Teilzeit. Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen (17 Prozent), der Branche Erziehung und Unterricht (14,5 Prozent) und der Öffentlichen Verwaltung (13,2 Prozent) wurden viele Teilzeitstellen angeboten. Die Quote in der Personal- und Zeitarbeitsbranche ist dagegen mit 2,9 Prozent eher gering. Bei genauerer Betrachtung der Berufsgruppen wird deutlich, dass hier vor allem die Gesundheits- und Sozialberufe von der Zeitarbeit profitieren können. 13,3 Prozent der Zeitarbeits- und Personaldienstleitungsstellenangebote für Gesundheits- und Sozialberufe stellten Teilzeitbeschäftigung in Aussicht. Im bundesweiten Vergleich schnitten neben dem Saarland (7,3 Prozent) vor allem die Stadtstaaten Berlin (6,6 Prozent) und Hamburg (6,4 Prozent) gut ab. Die wenigsten Teilzeitangebote gab es in Sachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 4,6 Prozent) sowie in Bremen (4,5 Prozent).
Home-Office-Optionen weiterhin gering, Sabbaticals und Jobsharing bleiben die Ausnahme
Ein bei Bewerbern immer beliebteres Arbeitszeitmodell ? das Home-Office ? konnte sich auf Unternehmensseite bisher weniger durchsetzen (2,4 Prozent). Mit großem Abstand kommen die meisten Stellenangebote mit Home-Office-Option aus der Informations- und Kommunikationsbranche (9,7 Prozent). Der insgesamt geringe Anteil der arbeitsplatzunabhängigen Beschäftigung lässt vermuten, dass seitens der Unternehmen nach wie vor wenig Vertrauen in die Effizienz von Heimarbeit gesetzt wird oder aber schlichtweg die vorhandene Infrastruktur beziehungsweise die Arbeitsprozesse dieses Modell nicht zulassen. Im regionalen Vergleich standen in Hamburg mit rund 4,3 Prozent noch die meisten Jobs mit Home-Office-Option zur Verfügung. Wer in Brandenburg auf das Arbeiten von zu Hause setzt, für den standen die Chancen mit knapp einem Prozent deutlich schlechter.
Die Möglichkeit, ein Sabbatical zu machen (0,3 Prozent), sowie Jobsharing-Angebote (0,1 Prozent) sind nach wie vor die großen Ausnahmen im aktuellen Stellenmarkt. Vorreiter in Sachen Sabbatical waren im November die Finanz- und Versicherungsbranche (1,7 Prozent) sowie die Branche Verkehr und Lagerei (1,3 Prozent).
Potenzial von gesundheitsfördernden Maßnahmen noch lange nicht ausgeschöpft
Neben den klassischen Arbeitszeitmodellen bieten auch gesundheitsfördernde Programme eine Möglichkeit, die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu fördern. So können Betriebssport oder Vergünstigungen für Fitnessstudios das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern. Mit einem Anteil von 3 Prozent wird diese Leistung von den Unternehmen in ihren Jobangeboten jedoch noch recht selten kommuniziert.
Auch auf spezielle Angebote für Eltern, wie das Angebot eines Betriebskindergartens oder Zuschüsse bei der Kinderbetreuung im Allgemeinen, setzten nur wenige Unternehmen. In gerade einmal 0,6 Prozent der Jobangebote wurden diese Leistungen explizit erwähnt.
Fazit: Unternehmen verschenken wertvolle Imagepunkte in der Bewerberkommunikation
Die personalsuchenden Unternehmen gehen in ihren Stellenausschreibungen nur selten auf konkrete Modelle und Leistungen ein und schwächen sich unnötigerweise in ihrem Auftreten als Arbeitgeber. Selbst der Oberbegriff ?Work-Life-Balance? wurde in nur 3,6 Prozent der Stellenanzeigen kommuniziert. ?Oft werden Mitarbeiterangebote in den Stellenanzeigen nicht genannt, weil sie im Unternehmen als selbstverständlich angesehen werden. Doch genau diese Leistungen, die nicht unmittelbar etwas mit der konkreten Position zu tun haben, bilden oft einen entscheidenden Aspekt in der Bewerberkommunikation. Darüber kann sich ein Unternehmen von seinen Konkurrenten abheben und einen passenden Kandidaten als Arbeitgeber überzeugen?, betont BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz.
Über den BAP Job-Navigator
Der BAP Job-Navigator wertet monatlich die Stellenangebote aus 200 Printmedien, 158 Online Jobbörsen, mehr als 30.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit aus. Im Zeitraum November 2018 wurden insgesamt 1.208.676 Stellenanzeigen von über 152.322 Unternehmen analysiert. Wenn mehrere Anzeigen für eine Stelle geschaltet wurden, werden diese zusammengefasst und nicht mehrfach gezählt.
Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 2.000 Mitglieder mit über 4.600 Personaldienstleistungsbetrieben organisiert. Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.
Abdruck honorarfrei / Belegexemplar erbeten
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 2.000 Mitglieder mit über 4.600 Personaldienstleistungsbetrieben organisiert. Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.Abdruck honorarfrei / Belegexemplar erbeten
Datum: 13.12.2018 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1680025
Anzahl Zeichen: 7115
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 366 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BAP Job-Navigator 12/2018:»Work-Life-Balance«"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen sich durch fundierte fachliche Fähigkeiten (Hard Skills) und ausgeprägte soziale Kompetenzen (Soft Skills) aus. Soft Skills wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit werden zwar immer wichtiger, sind aber schwer nachweisbar. Zwar ermö
BAP Job-Navigator 10/2022: "Arbeitgeberdarstellung in Jobangeboten" / Aktuelle Analyse: Wertschätzung und offene Kommunikation gewinnen an Bedeutung ...
Die Fachkräftenachfrage steigt immer weiter an: Im September 2022 wurden insgesamt über 1,6 Millionen Jobangebote veröffentlicht, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich dabei zunehmend von einem Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt. Das bedeutet, das
BAP Job-Navigator 09/2022: Ausbildungsangebot je Berufsgruppen und Bundesländern / Aktuelle Analyse: Nachfrage nach Azubis stark gestiegen ...
2021 wurden knapp eine halbe Million Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein historisch niedriger Wert. Seit Jahren entscheiden sich immer mehr Schulabsolventinnen und -absolventen für eine akademische Laufbahn; die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung leicht verstärkt (https://www.destatis.de/
Weitere Mitteilungen von Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP)
ICERI - Internationale Konferenz für Bildung und Forschung in Sevilla ...
Die ICERI - International Conference of Education, Research and Innovation, hat sich zu einem jährlichen Treffpunkt für Dozenten, Professoren, Bildungswissenschaftler und Technologen etabliert mit dem Ziel des internationalen Austauschs und der Zusammenarbeit. Die Besucher erhalten einen Überblic
Geschafft! 66 stolze MBA-Absolventen feiern ihren Studienabschluss ...
Es gehört zur guten Tradition des RheinAhrCampus ? Standort der Hochschule Koblenz ? den erfolgreichen Studienabschluss der MBA-Absolventen im festlichen Ambiente zu begehen: Im Kurhaussaal des Steigenberger Hotels in Bad Neuenahr feierten mit Freunden und Familien insgesamt rund 200 Personen. Die
Serdar Ferhad, internationaler Studierender aus Bulgarien, mit dem DAAD-Preis für herausragende Studienleistungen geehrt ...
In einer Feierstunde ehrte die Hochschule Ludwigshafen am Rhein gestern Serdar Ferhad aus Bulgarien für seine hervorragenden Studienleistungen und sein herausragendes ehrenamtliches Engagement mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Der Bereich für internationale Angele
Mit Digitalkompetenz den Mitbewerbern einen Schritt voraus ...
Im Zeitalter der Digitalisierung sind Mitarbeiter, die intensiv in allen Belangen rund um das Thema Smart Services geschult wurden, gefragter denn je. Digitale Start-Ups greifen mit innovativen digitalen Dienstleistungen Marktanteile in Geschäftsbereichen ab, die über Jahre fest in der Hand etabli




