Chirurgen-Sprechstunde: Berufsverband wehrt sich gegen Vorwurf der "Bequemlichkeit" / Spitzenverband der Krankenkassen fordert längere Öffnungszeiten
ID: 1684044
Chirurgen e.V. (BDC) den Vorwurf einer laxen Arbeitsmoral zurück. Der
stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der
Krankenkassen Johann-Magnus von Stackelberg sagte kürzlich
"Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der
niedergelassenen Ärzte". Er unterstellt damit, dass kranke Menschen
nicht behandelt würden, weil Fachärzte zu bequem für längere
Öffnungszeiten seien. Hintergrund ist die Diskussion um einen
Gesetzesentwurf, der einerseits 25 Prozent mehr Praxisöffnungszeiten
und andererseits eine Öffnung der Praxen für Notfallpatienten
vorsieht.
Niedergelassene Chirurgen und Chirurginnen sprechen sich
entschieden gegen diese bösartigen und polemischen Unterstellungen
aus. Gerade in der Chirurgie ist es eine Selbstverständlichkeit,
frisch Verletzte oder akut Erkrankte ohne Verzug sofort - auch ohne
Termin - zu behandeln. "Wer kommt schon auf den Gedanken, sich Tage
vor einem Unfall vorsorglich einen Termin beim Arzt zu besorgen",
hinterfragt Dr. Jörg-A. Rüggeberg, Vizepräsident des BDC. Es sei eine
völlig realitätsferne Sichtweise des Kassenvertreters, denn die
meisten niedergelassenen Chirurgen seien als Durchgangsärzte für die
Berufsgenossenschaften tätig und hielten ihre Praxen ganztags von
8-18 Uhr, auch mittwochs und freitags, vielerorts auch am Samstag für
Notfälle offen. "Chirurgen betreuen selbstverständlich auch ihre
operierten Patienten am Wochenende", so Rüggeberg.
Untersuchungen haben ergeben, dass niedergelassene Chirurgen im
Durchschnitt mehr als 50 Stunden arbeiteten. "Derartige Arbeitszeiten
sind ohne Mittwoch- und Freitagnachmittage gar nicht vorstellbar",
widerspricht der Chirurgenvertreter Stackelbergs Vorwürfen, dass
viele niedergelassene Fachärzte an diesen Tagen nicht geöffnet
hätten."Im Grunde kann uns die Diskussion um Öffnungszeiten und
offene Sprechstunden egal sein. Der eigentliche staatlich geplante
und von den Kassen als Trittbrettfahrer unterstützte Angriff gilt der
Autonomie der Ärzte als Freiberufler, zu dessen wesentlichem Merkmal
die freie Gestaltung der Arbeitszeit gehört", so Rüggeberg.
Letztlich ginge es darum, niedergelassene Ärzte zu Angestellten zu
machen. Um dieses Ziel zu erreichen, würde nicht davor
zurückgeschreckt, populistische und die Wirklichkeit verleugnende
Aussagen in die Öffentlichkeit zu bringen. "Man kann gerne eine
offene Diskussion führen, aber Beleidigungen und haltlose Vorwürfe
sind schlicht ein schlechter Stil."
Pressekontakt:
Julia Weilbach
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 030/28004-200
Fax: 030/28004-108
weilbach@bdc.de
www.bdc.de
Original-Content von: Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.01.2019 - 09:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1684044
Anzahl Zeichen: 3128
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 596 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Chirurgen-Sprechstunde: Berufsverband wehrt sich gegen Vorwurf der "Bequemlichkeit" / Spitzenverband der Krankenkassen fordert längere Öffnungszeiten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Anerkennungsverfahren für ärztliche Approbationen aus Nicht-EWR-Staaten in Deutschland muss klarer, schneller und einheitlicher werden. "Wir können nicht ständig über den Ärztemangel jammern und gleichzeitig ausländischen Ärztinnen und Ärzten so viele Steine wie möglich in den Weg
Organspenden: BDC-Präsident weist auf die große Bedeutung der Transplantationschirurgie hin (FOTO) ...
Das bekannte Potenzial der Transplantationschirurgie lässt sich nur dann ausreichend nutzen, wenn auch genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen. Darauf macht auch der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans-Joachim Meyer, nachdrücklich au
Lockdown mit Augenmaß ...
Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen fordert im Zuge eines zweiten Lockdowns planbare Operationen und Interventionen in erforderlichem Umfang unter strenger Indikationsstellung weiterzuführen. "Wir sollten aus den Erfahrungen, die wir im Frühjahr dieses Jahres mit Sars-CoV-2 gemacht habe
Weitere Mitteilungen von Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)
Jahr 2018: Anstieg der Erwerbstätigkeit setzt sich fort / Zahl der Erwerbstätigen um 1,3 % gegenüber Vorjahr gestiegen ...
Im Jahresdurchschnitt 2018 waren rund 44,8 Millionen Personen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2018 um 562 000 Personen oder 1,3 % höher als im Vorjahr. Im Jahr 20
MEYER WERFT Vorreiter bei LNG (FOTO) ...
Vielfältige Jobangebote - Ab 2019 drei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr 2018 war ein turbulentes Jahr: Die MEYER WERFT blickt auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen zurück. Mit der AIDAnova wurde das größte je in Deutschland gebaute Passagierschiff und das erste Kreuzfahrtschiff der Welt mit LNG
Umfrage: Weniger Familienunternehmer optimistisch für 2019 / Ende des Aufschwungs erkennbar / Bundesregierung muss handeln / Fachkräftemangel größte Sorge ...
Noch immer geht eine große Mehrheit der Familienunternehmer optimistisch ins neue Jahr: 61 Prozent erwarten 2019 eine Ausweitung ihres operativen Geschäfts. Allerdings sind dies acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Nur noch 12 Prozent rechnen mit einem starken Wachstum (Vorjahr: 13 Prozent).
Steinbach blickt optimistisch auf die Zukunft der Lausitz ...
Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) blickt optimistisch auf die Zukunft der Lausitz nach dem Kohleausstieg. Er verwies am Donnerstag im Rundfunk Berlin-Brandenburg zum einen auf das Kompetenzzentrum des Bundes, das sich mit stromintensiven Industrien beschäftigt und im Ja




