Gescheiterte Brexit-Abstimmung: Mit nationalen Lösungen Arzneimittelversorgung sichern
ID: 1687414
Union (EU) und auch Großbritannien müssen im Falle eines sogenannten
"harten" Brexits dringend Maßnahmen ergreifen, um die
Arzneimittelversorgung ihrer Bevölkerung sicherzustellen. Denn ein
ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU kann zu chaotischen
Zuständen führen. Der im britischen Unterhaus abgelehnte
Brexit-Vertrag erhöht diese Gefahr. Die Folgen für die
Arzneimittelversorgung in den verbleibenden EU-Staaten, aber auch in
Großbritannien, wären unabsehbar.
Über Großbritannien gelangen derzeit noch viele Roh- und
Wirkstoffe auf den europäischen Markt. Darüber hinaus wird nahezu
jedes vierte Arzneimittel für den gesamten EU-Markt in Großbritannien
freigegeben und in Verkehr gebracht. "Um das zu erwartende Chaos
abzumildern, müssen die Mitglieder der EU und auch Großbritannien
dann selbst schnellstmöglich nationale Maßnahmen treffen, die
zumindest in Teilen einen ungehinderten Warenfluss vom Stichtag an
sicherstellen. Insbesondere Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen
müssen weiterhin ihre gewohnten Arzneimittel erhalten - sowohl in den
verbleibenden EU-Ländern als auch in Großbritannien", sagt Dr. Elmar
Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der
Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).
Ab dem 30. März ist Großbritannien nicht mehr Mitglied der EU.
Nach derzeitigem Stand wird es damit gegenüber der EU zum Drittstaat
und fällt so auf Bestimmungen der Welthandelsorganisation zurück. Da
der zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelte Austrittsvertrag
im britischen Parlament keine Mehrheit fand, wird es auch keine
Übergangsphase geben.
Ohne Übergangsphase oder Regelungen, wie mit den gegenseitigen,
stark verflochtenen Lieferketten zu verfahren ist, kann es
empfindliche Störungen der Arzneimittelversorgung geben. Die
Bundesregierung bereitet sich bereits auf ein No-Deal-Szenario vor.
Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) ist der
mitgliederstärkste Branchenverband der Arzneimittelindustrie in
Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiter
beschäftigen. Das Aufgabenspektrum des BAH umfasst sowohl die
verschreibungspflichtigen als auch die nicht
verschreibungspflichtigen Arzneimittel sowie die stofflichen
Medizinprodukte. Unter www.bah-bonn.de gibt es mehr Informationen zum
BAH.
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Datum: 16.01.2019 - 09:34 Uhr
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