Neue Westfälische (Bielefeld): Lage der nordrhein-westfälischen Landesregierung
Effekthascherei vor Sachpolitik
Florian Pfitzner, Düsseldorf
ID: 1693592
der sozialen Kälte früherer schwarz-gelber Regierungen. So überlegten
CDU und FDP in den Koalitionsgesprächen nach dem Wahlerfolg 2017,
welche Marke für ihr Düsseldorfer Projekt stehen soll. Es wurde am
Ende der nicht sonderlich originelle, zweifellos aber heimelige Name
"NRW-Koalition". Die NRW-Koalition sollte das Land gerechter und
freier gestalten, moderner und vor allem sicherer. Dafür hatte gerade
die CDU im Wahlkampf geworben. Sie versprach eine
"Expertenkommission" mit einem Vorsitzenden, dem sie eine hohe
Kompetenz in Fragen der inneren Sicherheit zubilligt: Wolfgang
Bosbach. Was er bislang geleistet hat? Schwer zu sagen. Die
Kommission agiere "unabhängig und weisungsfrei", ließ die
Landesregierung nach einer Kleinen Anfrage der SPD wissen, eine
Unterrichtung sei "nicht vorgesehen". Emsig dagegen: die
Vermarktungsabteilung des Innenministers. Herbert Reul, ein
leutseliger Philologe mit einem Hang zur Flüchtigkeit, wird dieser
Tage für seine Kampagne gegen kriminelle, oft arabischstämmige Clans
gefeiert. Er störe ihre Kreise, funke hinein in ihre Geschäfte,
jubeln diejenigen, die das Grundbedürfnis innere Sicherheit mehr denn
je in Gefahr sehen. Man könnte schwer dagegen argumentieren, wenn es
sich nicht um einen Etikettenschwindel handelte: In Wahrheit verkauft
Reul die Bekämpfung der Kleinkriminalität als Bekämpfung der
Clan-Kriminalität. Die Schlagzeile steht bei ihm vor der Substanz. Da
liefert Innenminister Reul zuverlässig: bei der zunächst Missglückten
Modernisierung des Polizeigesetzes, beim Lagebild zur Gewalt im
Hambacher Forst. Nun ruft die NRW-Koalition das Jahr der
"Weichenstellungen" aus. Sie stellt ihr Regierungshandeln in einen
historischen Kontext. Mit Blick auf die Energiepolitik gilt das
Mantra der "Versöhnung von Ökologie und Ökonomie". In den Monaten vor
den Sitzungen der Kohlekommission hat Regierungschef Armin Laschet
lange gezögert, bis er einmal zu Gesprächen ins rheinische Revier
gefahren ist. Manches hält sie ein, die NRW-Koalition. Sie stockt
Stellen auf, in Schulen, bei der Polizei, in der Justiz. Der
Flüchtlings- und Integrationsminister Joachim Stamp, längst erholt
vom Streit um die Abschiebung des Islamisten Sami A., sucht
glaubwürdig eine ausgewogene Politik zwischen harter
("Gefährder")-Abschiebung und sinnvoller Eingliederung tadellos
integrierter Menschen. Stamp hat sie kaum nötig, eine übertourige
Vermarktungsmaschinerie.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 04.02.2019 - 20:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1693592
Anzahl Zeichen: 2987
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 457 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Lage der nordrhein-westfälischen Landesregierung
Effekthascherei vor Sachpolitik
Florian Pfitzner, Düsseldorf"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Westf (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Den Gewerkschaften droht eine Spaltung wegen der Gaspreis-Bremse. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis wirft seinem Amtskollegen bei Verdi, Frank Werneke, wegen dessen Sondervotum zur Gas-Krise eine Beschädigung der deutschen Gewerkschaften vor. Werneke fördere ohne Not und wider besseres W
Gewerkschaften gespaltenüber Gaspreis-Bremse: IGBCE-Chef Vassiliadis droht Verdi-Vorsitzendem Werneke ...
Den Gewerkschaften droht eine Spaltung wegen der Gaspreis-Bremse. Der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis wirft seinem Amtskollegen bei Verdi, Frank Werneke, wegen dessen Sondervotum zur Gas-Krise eine Beschädigung der deutschen Gewerkschaften vor. Werneke fördere ohne Not und wider besseres W
Energiekrise: NRW will mehr Biogas produzieren ...
Düsseldorf. Die schwarz-grüne NRW-Landesregierung setzt im Zuge der Energiekrise auf die verstärkte Produktion von Biogas. Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) sieht in der Ausweitung der Biogasproduktion ein "notwendiges Instrument", um der aktuellen Energie-Knapp
Weitere Mitteilungen von Neue Westf
Das Erste, Dienstag, 5. Februar 2019, 5.30 - 9.00 Uhr Gäste im ARD-Morgenmagazin ...
7:05 Uhr, Karl-Josef Laumann, CDU, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, Thema: Grundrente 7:35 Uhr, Dietmar Bartsch, Die Linke, Fraktionsvorsitzender, Thema: Venezuela 8.05 Uhr, Christian Lindner, FDP, Parteivorsitzender, Thema: Grundrente Pressekontakt: Weitere Informati
Allg. Zeitung Mainz: Armutszeugnis / Kommentar von Karl Schlieker zu Beraterverträgen ...
Die Zahlen sprechen für sich. Mindestens 1,2 Milliarden Euro für etwa 6000 Verträge mit externen Beratern hat die Bundesregierung seit dem Jahr 2006 verpulvert. Das ist ein Armutszeugnis, und zwar aus mehreren Gründen. Sicher ist guter Rat teuer, wenn es um Digitalisierung und Globalisierung
Frankfurter Rundschau: Die Union und die Grundrente ...
Interessant ist, dass Heils Vorschlag von der Union zwar abgelehnt wurde. Zumindest in der ersten Runde ist die große Empörung aber ausgeblieben. Es waren eher die vorsichtigeren Protagonisten, die vorgeschickt wurden. Kanzlerin Angela Merkel verwies auf die Frage der Finanzierbarkeit. Wenn da
Straubinger Tagblatt: Scholz tritt auf die Bremse ...
Olaf Scholz tut das, was von ihm in dieser Situation erwartet wird - er tritt auf die Bremse und verdonnert seine Kabinettskolleginnen und -kollegen zum Sparen. Besonders hart könnte es die Verteidigungsministerin und den Entwicklungsminister treffen, deren Etats eingefroren werden könnten, zu




