NOZ: Spahn beauftragt Selbstverwaltung mit Psychotherapie-Reform
ID: 1699953
Psychotherapie-Reform
Gesundheitsminister zieht eigenen Gesetzentwurf zurück: "Ärzte und
Kassen sind jetzt am Zuge" - Lauterbach kündigt eigenen Vorschlag an
Osnabrück. Nach seinem gescheiterten Versuch, den Zugang zu
Psychotherapien neu zu regeln, hat Bundesgesundheitsminister Jens
Spahn (CDU) die medizinische Selbstverwaltung mit der Reform
beauftragt. Der Gemeinsame Bundesausschuss solle Vorschläge
ausarbeiten, um "die Behandlung besser zu strukturieren und zu
koordinieren" sagte Spahn im Interview mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung": "Die Selbstverwaltung der Ärzte, Krankenkassen und Kliniken
ist jetzt am Zuge."
Der Auftrag wurde in den Gesetzentwurf zur Reform der
Psychotherapeutenausbildung aufgenommen, der an diesem Mittwoch
(27.2.) ins Kabinett geht. "Der Gesetzgebungsprozess startet", sagte
Spahn. "Psychisch kranke Menschen dürfen nicht durchs System irren,
bevor sie Hilfe bekommen", begründete er seinen neuen Anlauf und gab
das Ziel vor: "Ihre ersten Anlaufstellen, ob Hausarzt,
Psychotherapeut, Suchtberatungsstelle oder Familiendienst, müssen
besser zusammen arbeiten."
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßte, dass Spahn seinen
eigenen Gesetzentwurf, der angeblich neue Hürden für Psychotherapien
vorsah, zurückgezogen hat: "Es ist gut, dass der Vorschlag des
Gesundheitsministers jetzt vom Tisch ist", sagte Lauterbach der
"NOZ". Allerdings werde er nicht akzeptieren, dass Ärzte, Kassen und
Kliniken die Reform übernehmen sollen. "Die Versorgung schwer
psychisch Kranker zu verbessern ist eine politische Aufgabe. Die
dürfen wir nicht an die Selbstverwaltung abschieben, weil wir uns
nicht einigen können", sagte Lauterbach. Das Problem habe sich über
Jahrzehnte aufgebaut und dürfe nicht mehr auf die lange Bank
geschoben werden.
Auch die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) zeigte sich
erleichtert über das Aus für Spahns eigenen Gesetzentwurf. "Wer eine
psychotherapeutische Behandlung braucht, wartet in Deutschland in
ländlichen Regionen fünf bis sechs Monate. Dieses Problem lässt sich
nicht durch zusätzliche Hürden beim Zugang zur psychotherapeutischen
Behandlung lösen", sagte BPtK-Präsident Dietrich Munz der "NOZ". "Wir
sind sehr froh, dass Herr Spahn diesen Ansatz fallen lässt."
Die BPtK fordert deutliche Verbesserungen für Menschen mit
schweren psychischen Leiden. "Für Patienten, die nicht nur
Psychotherapie und Pharmakotherapie brauchen, sondern darüber hinaus
soziotherapeutische Unterstützung, psychiatrische Krankenpflege,
Ergotherapie und die Angebote der Gemeindepsychiatrie, gibt es im
ambulanten Bereich keine koordinierten Behandlungsangebote",
kritisierte Munz. Bisher fehlten dafür alle Voraussetzungen - von der
Beschreibung der dafür notwendigen Leistungen bis zu deren Vergütung.
"Wenn Herr Spahn dieses Problem aufgreift, wäre das gut", sagte der
BPtK-Präsident der "NOZ".
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 27.02.2019 - 01:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1699953
Anzahl Zeichen: 3524
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 348 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NOZ: Spahn beauftragt Selbstverwaltung mit Psychotherapie-Reform"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabr (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Fachgesellschaft für Maskenpflicht wegen überlasteter Kinderkliniken durch RSV-Welle GPP-Präsident Stock: "Würde definitiv helfen, um Infektionen zu begrenzen" - Appell an Eltern, nicht unnötig zum Arzt zu gehen Osnabrück. Wegen der Überlastung von Kinderkliniken durch die RSV-
Vor Wattenmeer-Konferenz: Bundesumweltministerin will niederländische Gasförderung vor Borkum abwenden ...
Vor Wattenmeer-Konferenz: Bundesumweltministerin will niederländische Gasförderung vor Borkum abwenden Lemke: "Am besten wäre es, das Projekt zu stoppen" - Grünen-Politikerin sieht Weltnaturerbe-Status des Wattenmeeres in Gefahr Osnabrück. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grü
Karoline Herfurth: Ich habe einen Angsthund ...
Karoline Herfurth: Ich habe einen Angsthund "Hund mit Vorgeschichte" von Tierschutz-Initiative vermittelt - Balu erleidet Durchfall-Attacken Osnabrück. Karoline Herfurth (38) hat einen Hund mit Angstproblemen: "Ich habe einen Angsthund", sagte die Schauspielerin der "Ne
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabr
NOZ: Iranisch-deutscher Schriftsteller: Ultrakonservative im Iran wittern Chance zur Machtübernahme ...
Iranisch-deutscher Schriftsteller: Ultrakonservative im Iran wittern Chance zur Machtübernahme Bahman Nirumand: Die EU kann es sich nicht leisten, eine wirklich unabhängige Iran-Politik zu betreiben Osnabrück. Die Rücktrittsankündigung des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad
NOZ: Nach Attac-Urteil: Dachverband sieht Tausende Vereine und Stiftungen bedroht ...
Entscheidung zu Gemeinnützigkeit: Dachverband sieht Tausende Vereine und Stiftungen bedroht Nach Attac-Urteil des Bundesfinanzhofs - Ruf nach Reformen der Abgabenordnung Osnabrück Das Urteil des Bundesfinanzhofes zur mangelnden Gemeinnützigkeit der globalisierungskritischen Organisatio
NOZ: Spahn: Grüne verweigern pragmatische Lösung ...
Spahn: Grüne verweigern pragmatische Lösung CDU-Präsidiumsmitglied fordert nach schwarz-grünem Doppelinterview klare Abgrenzung von Ökopartei - "Koalitionen werden aufgrund von Inhalten geschlossen" Osnabrück Nach dem Doppelinterview von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbaue
phoenix plus: Israel vor der Wahl - Mittwoch, 27. Februar 2019, 15.30 Uhr ...
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu gilt als Favorit für die Parlamentswahl am 9. April 2019. Ihm droht zuvor jedoch noch eine Anklage wegen Korruption. Davon konnte er weder durch seine enge Bindung zu US-Präsident Trump noch durch einen verstärkten Rechtsruck ablenken, der sich




