Marktanalyse: Teuerung auf den deutschen Wohn- und Büroimmobilienmärkten wird vorerst anhalten
ID: 1702206
- Wohnen: Mietmärkte bleiben trotz höherer Neubautätigkeit
angespannt
- Büro: Leerstände auf den prosperierenden Flächenmärkten gehen
weiter zurück
Die heute veröffentlichte vdp-Marktanalyse zum deutschen
Immobilienmarkt zeigt, dass die hohe Nachfrage nach Wohn- und
Büroimmobilien das Marktgeschehen nach wie vor bestimmt. Dabei hat
der Neubau von Wohn- und Büroimmobilien im vergangenen Jahr kaum für
Entlastung gesorgt.
Wohnen
Der vdp-Immobilienpreisindex für Ein- und Zweifamilienhäuser legte
2018 um 8,2 % zu, die Preise für Eigentumswohnungen stiegen um 5,8 %.
Neben steigenden Einkommen und niedrigen Zinsen ist hierfür die hohe
Verkaufszurückhaltung auf den Bestandsmärkten verantwortlich. So
stagniert die Zahl der Transaktionen seit Jahren, während die
Geldumsätze deutlich gestiegen sind.
Dr. Franz Eilers, Leiter Immobilienmarktforschung vdpResearch:
"Die Motive dieser Verkaufszurückhaltung sind nicht eindeutig zu
klären. Aufgrund der stark gestiegenen Preise bleiben Eigennutzer
häufig in den eigenen vier Wänden wohnen, denn gerade in den stark
nachgefragten Regionen fehlt es an alternativen Angeboten. Das gilt
sowohl für den Miet- als auch für den Eigentumsmarkt. Auch für jene,
die ihre Immobilie als Anlagegut betrachten, gibt es mit Blick auf
fehlende Anlagealternativen gute Gründe, das Objekt im Bestand zu
behalten."
Die angespannten Wohnungsmärkte sorgen derzeit für steigende
Mieten, die niedrigen Zinsen für eine starke Nachfrage nach
Wohneigentum als Lebensmittelpunkt und zur Kapitalanlage. Eine
Entspannung ist kurzfristig nicht zu erwarten, da eine Ausweitung des
Wohnungsangebotes nur sehr langsam erfolgen kann. "Problematisch ist
das in erster Linie für Personen, die umziehen müssen oder eine
Wohnung in den stark nachgefragten Regionen suchen. Für alle anderen
- und damit den weitaus größeren Anteil der Bevölkerung - wird diese
Entwicklung erst zeitlich verzögert auf die Bestandsmieten
durchschlagen", so Eilers. Sofern die Zinsen auf dem aktuellen Niveau
verbleiben, geht Eilers vor dem Hintergrund der erwarteten
wirtschaftlichen Entwicklung davon aus, dass der Anstieg der Preise
an Dynamik verlieren wird und rechnet mit einem Preisanstieg in Höhe
des Anstiegs der Mieten.
Büro
Die gute Beschäftigungsentwicklung sorgte im vergangenen Jahr für
hohe Vermietungsleistungen auf dem Büromarkt. Da zugleich weniger
Bürofläche neu entstanden ist als hätte vermietet werden können,
gingen die Leerstände erneut zurück. Ende 2018 standen bundesweit
weniger als 5 % des Büroflächenbestandes leer, in den sieben größten
deutschen Büromärkten betrug die gewichtete Leerstandsquote im
Jahresdurchschnitt 2018 nur noch rund 3 %. In den prosperierenden
Ballungsgebieten gibt es damit auf dem Büroflächenmarkt so gut wie
kein Angebot mehr. In der Folge legten die Büromieten 2018 nochmals
deutlich zu und dürften auch 2019 weiter steigen, selbst für den
Fall, dass die konjunkturellen Nachfrageimpulse in den nächsten
Monaten schwach ausfallen sollten.
Parallel zu sinkenden Leerständen und steigenden Mieten hielt bei
anhaltend niedrigen Zinsen die Nachfrage institutioneller
Kapitalanleger nach Büroobjekten an. Die Folge waren fallende
Anfangsrenditen und steigende Kapitalwerte. Inwieweit diese
Entwicklung anhalten wird, ist offen. Eilers geht davon aus, dass der
Cash-Flow, den Büroimmobilien im laufenden Jahr erwirtschaften höher
sein wird als im vergangenen Jahr. In Verbindung mit dem niedrigen
Zinsniveau spricht das auf Sicht für eine stabile Nachfrage nach
Anlageobjekten auf den Büromärkten. "Es ist jedoch nicht
abzuschätzen, wie lange das Niedrigzinsniveau anhalten wird. Und es
fehlen Erfahrungswerte über die Auswirkungen langanhaltend niedriger
Zinsen auf das Verhalten von Immobilieninvestoren auf den
Büromärkten", sagte Eilers. Insgesamt agierten Investoren zuletzt
vorsichtiger - das Tempo des Rückgangs der Anfangsrenditen hat sich
etwas reduziert.
Über den Autor der Marktanalyse
Dr. Franz Eilers verantwortet den Bereich Immobilienmarktforschung
der vdpResearch, des unabhängigen Analysehauses des Verbands
deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Vor seinem Wechsel zur vdpResearch
leitete er die Abteilung Immobilienmarktforschung im Zentralbereich
Bewertung und Consulting bei der HypoVereinsbank. Eilers analysiert
regelmäßig für den vdp aktuelle Entwicklungen am Immobilienmarkt. Mit
seinem Team verantwortet er außerdem den vdp-Immobilienpreisindex,
welcher Bestandteil der Immobilienpreisbeobachtung der Deutschen
Bundesbank ist.
Über den Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ist einer der fünf
Spitzenverbände der Deutschen Kreditwirtschaft (DK). Er repräsentiert
die bedeutendsten Kapitalgeber für den Wohnungs- und Gewerbebau sowie
den Staat und seine Institutionen.
Pressekontakt:
Yvonne Sternkopf
T: +49 30 20915-380
E: sternkopf@pfandbrief.de
Verband deutscher Pfandbriefbanken e.V.
www.pfandbrief.de
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Datum: 06.03.2019 - 12:08 Uhr
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