Missbrauchsfall Lügde - Opfer-Anwalt Roman von Alvensleben kritisiert Ämter: "Ich halte das für ein Versagen der Behörden"
ID: 1702392
Alvensleben bei stern TV die zuständigen Ämter massiv für ihr spätes
Eingreifen kritisiert: "Ich halte das für ein Versagen der Behörden.
Da muss man ganz klar sagen. Ich vertrete ein junges Mädchen, dem
dieses ganze Leid hätte erspart werden können, wenn da vernünftig und
aufmerksam gearbeitet worden wäre", sagte von Alvensleben, der das
Mädchen vertritt, dessen Mutter den Missbrauch zur Anzeige brachte,
was schließlich zur Festnahme des mutmaßlichen Täters Andreas V.
führte. Jahrelang soll Andreas V. auf einem Campingplatz in
Lügde-Elbrinxen Kinder missbraucht und die Taten gefilmt haben.
Obwohl besorgte Eltern den zuständigen Behörden offenbar mehrfach
Hinweise auf mögliche Taten gaben, schritt zunächst niemand ein.
Während wichtige Beweismittel im Fall verschwanden - ein Koffer
mit 155 CDs und DVDs ist in einer Detmolder Polizeibehörde nicht mehr
auffindbar - war schon die Beweisaufnahme von Pannen geprägt. 83 Tage
nach der ersten Durchsuchung des Campingplatzes fand
Polizeihundeführer Jörg Siebert noch Beweismaterial in Form eines
USB-Sticks und einer Sim-Karte, obwohl der Tatort bereits mehrere
Male durchsucht worden war. "Also durch diese - ich sage mal -
Müllhalde ist bereits eine Hundertschaft durch und hat das
kontrolliert. Und da geht man normalerweise davon aus, dass man da
mit dem Hund nichts mehr findet. Normalerweise", sagte Siebert zu
stern TV. "Ich möchte den Kollegen da jetzt nichts vorwerfen. Ich
denke schon, dass da ein paar Sachen schiefgelaufen sind. Dass man in
dieser Sache ein bisschen akribischer hätte suchen sollen."
Zustände, die auch Anwalt Roman von Alvensleben nicht
nachvollziehen kann, wie er am Mittwochabend bei stern TV sagte: "Es
ist nicht erklärbar. Wir haben gesehen, dass die Polizeistation
videoüberwacht ist, wir haben auch erfahren, dass nachträglich
Unterlagen in Akten vom Jugendamt eingelegt worden sind. Das ist eine
klare Manipulation, das darf der Rechtsstaat nicht dulden." Durch die
diversen Fehler und Nachlässigkeiten könnte es von Alvensleben
zufolge möglich sein, dass ein mögliches Urteil gegen Andreas V.
milder ausfallen könne: "Es spielt dem Beschuldigten in die Karten
und kann dazu führen, dass beispielsweise eine vorzeitige
Haftentlassung möglich ist."
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Datum: 06.03.2019 - 23:24 Uhr
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