taz: 40 Tonnen offenbar konventionelle Erdbeeren als bio verkauft

taz: 40 Tonnen offenbar konventionelle Erdbeeren als bio verkauft

ID: 1703319
(ots) - Ein türkischer Exporteur hat 40 Tonnen offenbar
konventionelle Erdbeeren als Bioprodukte nach Deutschland geliefert.
Das geht laut einem Bericht der Tageszeitung "taz" (Montagausgabe)
aus Unterlagen der EU-Kommission und von beteiligten Unternehmen
hervor. Ein Labor fand in Proben der Tiefkühlware rund 25 im
Ökolandbau verbotene Pestizidwirkstoffe. Die Europäische Kommission
schreibt in einer Meldung an die Behörden der EU-Staaten, dass unter
anderem "aufgrund der Menge der verschiedenen gefundenen
Pestizidrückstände es einen starken Verdacht gibt für
Lebensmittelbetrug und wahrscheinlich Umlenkung vom konventionellen
zum ökologischen Landbau".

Daraufhin wurden die 4.000 Kartons mit je 10 Kilogramm der Früchte
für die Vermarktung gesperrt. Die Erdbeeren sollten dem Importeur
zufolge zum Beispiel Müslis, Früchtetees oder Snacks beigemischt
werden.

Der Fall gehört zu "Opson VIII", einer von den
Polizeiorganisationen Interpol und Europol koordinierten Operation
gegen irreführende und betrügerische Praktiken in der
Lebensmittelbranche. Die verdächtige, im September angekommene
Lieferung entspricht etwa 2 Prozent der gesamten deutschen
Bio-Erdbeerernte von 2017.

Der deutsche Importeur betonte, dass nur 2 der etwa 25 Messwerte
von Pestiziden in den Erdbeeren leicht über dem Orientierungswert des
Bundesverbands Naturkost Naturwaren von 0,010 Milligramm Wirkstoff
pro Kilogramm Produkt lägen. Manche Unternehmen recherchieren erst ab
dieser Menge, ob gegen die Regeln für den Ökologischen Landbau
verstoßen wurde oder ob die Chemikalien beispielsweise durch
unvermeidbare Abdrift von konventionellen Feldern in die Bioware
gelangt sind. Derzeit wird dem Importeur zufolge geklärt, ob die Ware
als konventionell oder bio einzustufen ist.

jma/ia

(FREI BEI QUELLENANGABE) Vollständiger Artikel hier online:


https://taz.de/Mutmasslicher-Betrug-mit-Oeko-Siegel/!5577177/



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Datum: 11.03.2019 - 11:18 Uhr
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