PwC: Banken forcieren digitalen Wandel durch KI

PwC: Banken forcieren digitalen Wandel durch KI

ID: 1708563
(ots) -

CEO Survey: 42 Prozent der Topmanager wollen kurzfristig
KI-Projekte starten / 86 Prozent sehen ihr Institut wirksam gegen
Cyber-Angriffe geschützt / Erst 8 Prozent nutzen Big Data
erfolgreich / Fachkräftemangel bremst Innovationskraft /
Pessimismus über Wachstum der Weltkonjunktur steigt /Bankenchefs
dennoch optimistisch über eigene Ertragschancen

Banken weltweit setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI),
um ihr Digitalisierungstempo zu beschleunigen. Dies ist eines der
Ergebnisse des 22. Global CEO Survey der Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaft PwC. Die überwiegende Mehrheit der Banken-CEOs
(91 Prozent) rechnet damit, dass KI das Bankgeschäft in den kommenden
fünf Jahren nachhaltig verändern wird. Knapp 60 Prozent erwarten,
dass KI die Welt noch umfassender revolutionieren wird als das
Internet. Bereits 32 Prozent haben KI-Projekte in ihren Häusern
umgesetzt, weitere 42 Prozent der befragten Bankenchefs wollen dies
in den kommenden drei Jahren tun.

"Mithilfe von KI können die Institute nah am Kunden bleiben, ihre
Prozesse optimieren und ihre Kostenstruktur verbessern", erläutert
Clemens Koch, Financial Services Leader und Mitglied der
Geschäftsführung von PwC Deutschland. "Auch die Banken in Deutschland
haben das Potenzial von KI erkannt. Die Revolution wird sich aber
erst dann vollends entfalten, wenn KI auch gesellschaftlich
akzeptiert wird und Kunden dieser neuen Technologie vertrauen."

Gut drei Viertel der befragten Topmanager der internationalen
Bankenbranche sind der Ansicht, dass die Nutzung innovativer
Technologien das Wachstum ihres Instituts in den nächsten fünf Jahren
ankurbeln wird. Weitere 43 Prozent erwarten dies auch für
Investitionen in Kernbereiche und Einsparmaßnahmen.

Big Data erst wenig genutzt



Als Hauptrisiko für das Branchenwachstum nennen die befragten
Bankmanager wie bereits im Vorjahr die Gefahr von Cyber-Attacken. 76
Prozent der Banken-CEOs erkennen Cyber-Risiken für ihr Institut. Die
Mehrheit (86 Prozent) erklärt aber auch gleichzeitig, ihre Bank könne
unbefugte Zugriffe auf das eigene System wirksam abwehren und sich
rasch von Cyber-Attacken erholen.

Ähnlich große Sorgen bereitet den Topmanagern die wachsende
Geschwindigkeit des digitalen Wandels. 77 Prozent der CEOs erklären,
die Digitalisierung sei in den vergangenen fünf Jahren bereits eine
wesentliche Triebfeder für Veränderungen im Bankgeschäft gewesen.
Zwar hält die überwiegende Mehrheit der Befragten (96 Prozent) die
Nutzung innovativer Datenanalysen zur Ermittlung von Kundenwünschen
für sehr wichtig. Doch erklären lediglich 8 Prozent, dafür werde Big
Data im eigenen Haus bereits erfolgreich genutzt. Wesentliche
Hemmschwellen bildeten häufig eine veraltete IT-Infrastruktur und ein
Mangel an Big-Data-Talenten. In zahlreichen Instituten läuft die
Sammlung, Aufbereitung und Analyse von Daten noch in Silos ab. "Der
Einsatz von KI kann erheblich dazu beitragen, die Qualität,
Verlässlichkeit und Nutzbarkeit von Datenaggregation und -analyse zu
verbessern. Damit kann diese Technologie zu einem Innovations- und
Wachstumstreiber für die gesamte Bankenbranche werden und deren
Wandel hin zu digitalen Ökosystemen beschleunigen", sagt Clemens
Koch.

Sechs von zehn Banken-CEOs berichten allerdings von wachsenden
Schwierigkeiten, neue Talente zu gewinnen. Mehr als die Hälfte der
Befragten erklärte, der wachsende Fachkräftemangel sei Grund dafür,
dass die eigene Bank nicht in der Lage sei, sich effektiver und
innovativer neu auszurichten - was sich negativ auf die eigenen
Qualitätsstandards und das Kundenerlebnis auswirke.

Politischer Gegenwind wächst

Weitere wesentliche Risiken für die Branche sehen die befragten
Banken-Manager in Überregulierung (48 Prozent) und Populismus (28
Prozent). Verglichen zum Vorjahr neu hinzugekommen ist das Risiko
politischer Unsicherheiten (36 Prozent) und Handelskonflikte (25
Prozent). Gewachsen ist auch die Sorge der Entscheider über
Protektionismus (27 Prozent).

"Neben Themen wie Überregulierung und Digitalisierung beschäftigen
sich Bankmanager in diesem Jahr verstärkt mit politischen
Unwegsamkeiten wie zum Beispiel den Folgen eines harten Brexits.
Diese Faktoren können sich negativ auf die Ertragslage von Instituten
mit einem starken UK-Bezug auswirken und erfordern Flexibilität mit
Blick auf unterschiedliche Handlungsoptionen", sagt Sven Hauke,
Banking & Capital Markets Leader bei PwC Deutschland. Die USA (20
Prozent) und China (18 Prozent) bleiben der aktuellen Befragung
zufolge die wichtigsten Auslandsmärkte für Banken. Deutschland (12
Prozent) rangiert weiterhin auf Platz 3, während Großbritannien
aufgrund der Brexit-Unsicherheiten verglichen zum Vorjahr um eine
Stelle auf Rang 4 abrutscht.

Der anhaltende Zollstreit zwischen China und den USA (88 Prozent)
wird von den Banken-CEOs 2019 deutlich kritischer gesehen als die
Handelskonflikte zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA (41
Prozent) oder Großbritannien (39 Prozent). 54 Prozent der CEOs wollen
deshalb aber weder ihr operatives Geschäft noch ihre
Wachstumsstrategie verändern. 70 Prozent bezeichnen zudem die
Komplexität nationaler Steuergesetze als Wachstumsrisiko. Zuversicht
schwindet

Darüber hinaus haben sich die Erwartungen der Banken-Chefs an die
Weltkonjunktur für 2019 deutlich eingetrübt: Mehr als ein Drittel (34
Prozent) rechnet mit einem Wachstumsrückgang in den nächsten zwölf
Monaten. Im Vorjahr waren es nur 7 Prozent. 40 Prozent der CEOs
erwarten noch ein Wachstum der Weltwirtschaft, das sind 17 Prozent
weniger als 2018.

Trotzdem werden die kurzfristigen Wachstumsaussichten für die
eigenen Institute von 36 Prozent der CEOs mit "sehr zuversichtlich"
bewertet, weitere 48 Prozent sind hier "ziemlich zuversichtlich". Die
langfristigen Wachstumsaussichten werden ähnlich günstig beurteilt.
Künftiges Ertragswachstum wollen die Entscheider vor allem durch eine
Steigerung der Effizienz in den operativen Prozessen (78 Prozent)
sowie durch organisches Wachstum (75 Prozent) erzielen. 66 Prozent
wollen neue Produkte oder Services einführen, 47 Prozent kurzfristig
neue Arbeitskräfte einstellen.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen
aufzubauen und wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 250.000
Mitarbeiter in 158 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen,
branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.

Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder
eine oder mehrere der rechtlich selbstständigen
Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter www.pwc.com/structure.



Pressekontakt:

Sebastian Göb
PwC | Communications Financial Services
Phone: +49 2119815189 | Mobile: +49 160 91748524
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