Bekämpfung von Kinderhandel und sexueller Ausbeutung / Bremen, Bremerhaven und Hamburg als Vorreiter für eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Fachleute und Fachinstitutionen
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stärken und Verfahrenswege entscheidend zu verbessern ist das Ziel
der bundesweit ersten Auftaktveranstaltung für die Umsetzung des
Bundeskooperationskonzeptes "Schutz und Hilfen bei Handel mit und
Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen" am 28. März 2019 in Bremen.
Die Veranstaltung wird von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie
und Integration Hamburg, dem Magistrat der Stadt Bremerhaven und der
Bremer Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
als Gastgeberin organisiert, in Zusammenarbeit mit der
Kinderschutzorganisation ECPAT e.V. Vertreter_innen verschiedener
Behörden und Fachberatungsstellen der beiden Bundesländer, u.a. aus
Landesministerien, Jugendhilfe und Strafverfolgung, werden sich an
diesem Tag intensiv mit dem Thema befassen.
Die letzten vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Zahlen belegen,
dass mit 171 ermittelten Fällen in Deutschland immer noch eine zu
große Anzahl von Kindern dem Menschenhandel zu Opfer fällt.
Jahresberichte von Beratungsstellen für Betroffene des
Menschenhandels legen nahe, dass die Zahl in Wirklichkeit weit höher
ist. Sowohl deutsche als auch ausländische Minderjährige fallen dem
Menschenhandel zu Opfer. Um geeignete Schutzmaßnahmen für gefährdete
und ausgebeutete Kinder in Deutschland auf den Weg zu bringen, hat
das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im
Oktober 2018 das Bundeskooperationskonzept veröffentlicht. An dessen
Erarbeitung waren federführend ECPAT e.V. und der KOK e.V.
(Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel) beteiligt.
Nun möchte der Bund Länder und Kommunen bei der Anpassung und
Umsetzung dieser Empfehlungen zur Bekämpfung des Kinderhandels auf
Länderebene unterstützen und hat dafür ECPAT e.V. beauftragt. Die
Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmann: "Es gibt zunehmend Hinweise,
dass organisierter Kinderhandel kein Phänomen in der Dritten Welt
ist. Auch bei uns sind Strukturen deutlich sichtbar, in denen Kinder
zur Ware werden. Kinder werden zur Arbeit und Bettelei gezwungen oder
sexuell ausgebeutet. Wir müssen bundesweit unsere Kräfte bündeln, um
diese Strukturen aufzudecken und die Kinder zu schützen."
Dr. Dorothea Czarnecki, stellvertretende Geschäftsleitung von
ECPAT e.V., betont: "Hinweise auf Kindeswohlgefährdung werden oft nur
isoliert betrachtet. Was meist fehlt, ist eine Gesamt-betrachtung der
Situation, wie wir es z.B. im Fall Lügde leider wieder gesehen haben.
Zudem müssen wir uns stärker der Rolle des Internets bewusst werden.
Bei etlichen Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern werden
gleichzeitig Bilder und Videos produziert und online verkauft." Dr.
Claudia Schilling, Stadträtin in Bremerhaven, begrüßt die Initiative:
"Wir unterstützen das Vorhaben, denn Kinderschutz fällt nicht nur in
den Zuständigkeitsbereich einzelner Referate oder Ämter." "Wir wollen
mit dieser gemeinsamen Auftaktveranstaltung den Grundstein legen, um
endlich alle Lücken zu schließen, durch die Kinder bisher im System
fallen", so auch die die Kinder- und Jugendbeauftrage aus
Bremerhaven, Beata Stanek. Das Bundeskooperationskonzept "Schutz und
Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern" ist unter
www.bmfsfj.de/bundeskooperationskonzept verfügbar. Ein kurzer
Erklärfilm auf der Website zeigt anschaulich, worum es geht.
Weitere Informationen und Presseanfragen an:
ECPAT Deutschland e.V., Mechtild Maurer, Geschäftsleitung:
+49 171 416 6042, maurer@ecpat.de
Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport,
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher: +49 421 361 4152,
bernd.schneider@soziales.bremen.de
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Datum: 27.03.2019 - 12:34 Uhr
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