Machtkampf um Millionen vor Bundesverfassungsgericht
ID: 17096
Die bisherige Regelung sieht folgendermassen aus: Ein Staatsvertrag regelt, dass die 16 Landesgesellschaften des so genannten Toto-Lotto-Blocks alleiniger Anbieter für Glücksspiele sind. Ausser Pferdewetten, die aus historischen Gründen nie reguliert wurden, darf nur die Toto-Tochter Oddset Sportwetten anbieten. Gegen diese Praxis hatte eine Buchmacherin Klage eingereicht. Die offizielle Argumentation der Bundesländer lautet, bei einer Privatisierung gehe dem Fiskus nicht nur ein profitables Geschäft verloren, sondern es komme zu einer Ausweitung krankhafter Spielsucht. Ob diese Argumentation die Karlsruher Robenträger überzeugen wird, ist fraglich. Die Illustrierte Stern http://www.stern.de schreibt süffisant, das staatliche "Zocker-Monopol" stehe auf dem Prüfstand. Die Länder lieferten eine "sozial-therapeutische Begründung des Monopols". Der Stern verweist auf den so genannten "Fall Hoyzer" und den Wettskandal im deutschen Fussball: Hierdurch würde die Rechtslage in Frage gestellt, da Begleitkriminalität und Missbrauch nicht wirklich eingedämmt werden konnten.
"Die Politiker werfen nur Nebelkerzen, um ihre wahren Absichten zu kaschieren", sagt Helmut Sürtenich, Vorstand der Stratega-Ost Beteiligung AG http://www.stratega-ost.de. Die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft habe ihren Namen in Top-Wetten-AG geändert und die notwendigen Voraussetzungen für einen Eintritt in die gewinnträchtige Wettbranche geschaffen, so Sürtenich. Nun hoffe man auf ein höchstrichterliches Wort, das den Weg zur Liberalisierung frei mache. "2004 wurden allein in Bayern rund 1,2 Milliarden Euro mit staatlichen Glücksspielen umgesetzt. Eine halbe Milliarde Euro floss über Lotteriesteuer und Gewinnablieferung in den weissblauen Haushalt. Die pharisäerhaften Warnungen vor Spielsucht sind ein reines Ablenkungsmanöver. Nach dieser Logik dürfte Alkohol nur in staatlichen Läden verkauft werden. Der Staat müsste das Internet kontrollieren, damit die Nutzer beispielsweise davor beschützt werden, suchtartig nach pornografischen Inhalten zu suchen. Es geht den Bundesländern einzig und allein ums Geld, und das sollten sie fairer Weise auch so deutlich sagen. Ausserdem hängen die meisten Spielsüchtigen an Automaten."
Eine Liberalisierung des Wettgeschäfts könne auch zu neuen Arbeitsplätzen führen, so Sürtenich. Der Deutsche Buchmacherverband habe vorgerechnet, dass beim Wegfall des Staatsmonopols 30.000 neue Jobs in Aussicht stünden. Kritiker der monopolartigen Strukturen weisen zudem darauf hin, dass Politiker oft mit gut dotierten Positionen bei Lotteriegesellschaften versehen werden. "Seit Jahrzehnten belohnen Parteien und Landesregierungen hoffnungsvolle Talente oder entsorgen entbehrliche Honoratioren mit gut dotierten Jobs in der staatlichen Lotterieverwaltung", schrieb die Süddeutsche Zeitung SZ. Aufsehen erregte zum Beispiel der Fall Repnik. Der ehemalige Sozialminister aus Baden-Württemberg wurde nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett Teufel mit dem Posten als Geschäftsführer der landeseigenen Toto-Lotto-Gesellschaft belohnt. Nach einem Zeitungsbericht soll es sich angeblich um ein Jahresgehalt von 180.000 Euro handeln, die dem gelernte Apotheker den Ausstieg aus der Politik versüssen sollte. Doch Repnik ist kein Einzelfall: Der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Gerhard Schröder, brachte seinen Staatskanzlei-Chef Reinhard Scheibe als Vorsitzenden der Niedersächsischen Lottostiftung unter. Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: cklemp
Datum: 09.11.2005 - 11:03 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 17096
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Ansgar Lange/ Gunnar Sohn
Kategorie:
Vermischtes
Meldungsart: bitte
Versandart: bitte
Freigabedatum: 09.11.2005
Diese Pressemitteilung wurde bisher 799 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Machtkampf um Millionen vor Bundesverfassungsgericht"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
medienbüro.sohn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Facebook-Browser könnte soziale Netzwerke umpflügen Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mi
Finanzbehörden müssen mit Mittelstand innovativer umgehen ...
Schnelle Verfahren zur Stundung von Steuern und Anpassung von Vorauszahlungen Berlin, 26. Februar 2009, www.ne-na.de – Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) www.bvmw.de fordert die Finanzbehörden und Sozialversicherungen zu einem flexiblen und innovativen Umgang mit kleinen un
Kritik von Abfallexperten: Novellierte Verpackungsverordnung zementiert Grünen Punkt ...
Müllkonzern, fördert Preisdumping und unseriöse Recyclingmethoden Berlin/Bonn, 25. Februar 2009, www.ne-na.de - Einige Medien berichteten am Anfang des Jahres von der wundersamen Wiederauferstehung des Grünen Punktes http://www.gruener-punkt.de. So soll der frühere Müllmonopolist Duales Sys
Weitere Mitteilungen von medienbüro.sohn
Warum Deutschland weniger Staat, Blumfeld und Juli braucht ...
Bonn/Wien - Der Neoliberalismus gilt als Popanz, der für alle Übel dieser Welt verantwortlich gemacht wird. Die vermeintlich neoliberale CDU-Parteichefin Angela Merkel buchstabiert in den Berliner Koalitionsverhandlungen nun durch, was dies in der Praxis in Deutschland bedeutet: Steuern erhöhen s
Der Leviathan wird immer gefrässiger - Hohe Staatsquote kostet Jobs und Wachstum ...
Bonn/Berlin - Die grosse Koalition einigt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dieser gemeinsame Nenner könnte das Land allerdings teuer zu stehen kommen. Gleichsam über Nacht hat sich das Haushaltsdefizit von 35 Milliarden Euro auf 70 Milliarden Euro verdoppelt. Schuld daran seien die teure
Steuern rauf, Bürokratie runter - Grosskoalitionäre Pläne von Union und SPD ...
Bonn/Berlin - Für den Bürger könnte die sich anbahnende grosse Koalition in Berlin teuer werden. Schon jetzt beteuern SPD und Union, dass die Steuern in jedem Fall steigen werden. Der Grund: Im Bundesetat fehlen nicht nur 35, sondern 43 Milliarden Euro. Allerdings werden auch Initiativen angekün
Bestsellerautorin und Insolventin - Bundesweiter Sonderpreis vom Grossen Preis des Mittelstandes 200 ...
Am Samstag, den 29. Oktober 2005 wurde Anne Koark in Berlin mit einem bundesweiten Sonderpreis beim Grossen Preis des Mittelstandes 2005 (ehemals Oskar für den Mittelstand genannt) ausgezeichnet. Damit hat die Oskar-Patzelt-Stiftung erstmals in Deutschland eine Insolventin ausgezeichnet und Mut auf




