Finanztip testet Robo-Advisors: digitale Hilfe bei der Geldanlage gibt's gegen Aufpreis

Finanztip testet Robo-Advisors: digitale Hilfe bei der Geldanlage gibt's gegen Aufpreis

ID: 1711525
(ots) - Mit wenigen Klicks zur persönlich passenden
Geldanlage. Mit diesem Versprechen sind die ersten Robo-Advisors vor
wenigen Jahren angetreten. Inzwischen tummeln sich mehr als 30
digitale Anlagehelfer am deutschen Markt. Der gemeinnützige
Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die wichtigsten Anbieter unter die
Lupe genommen und geprüft, ob diese auch für Kleinanleger taugen. Das
Ergebnis: Drei günstige Anbieter sind aktuell empfehlenswert.
Grundsätzlich wird für die digitale Sparhilfe ein Aufpreis fällig -
teilweise mehr als ein Prozent der Anlagesumme.

Aktuell betreuen Robo-Advisors mehr als eine Milliarde Euro von
Anlegern aus Deutschland. Grundsätzlich erhalten Kunden dabei
Unterstützung in drei Punkten: Robo-Advisors ermitteln - meist
mithilfe eines Fragebogens - wie viel Risiko ein Sparer vertragen
kann, leiten daraus ein Portfolio ab und kümmern sich um die
Umsetzung der Geldanlage. Sie kaufen also die passenden Fonds ins
Depot. Dieser Service kostet: "Zu der üblichen Verwaltungsgebühr der
ausgewählten Fonds verlangen die Anbieter weitere Gebühren", erklärt
Sara Zinnecker, Geldanlage-Expertin bei Finanztip. "Der Aufpreis
variiert je nach Anbieter und kann zwischen einem halben Prozent der
Anlagesumme bis zu mehr als einem Prozent jährlich ausmachen."

Selbstgemachte Geldanlage ist günstiger

Günstiger geht Geldanlage, wenn Sparer sich selbst kümmern. "Wir
empfehlen, in breit aufgestellte Aktien-Indexfonds (ETFs) zu
investieren. Um die Schwankungen am Aktienmarkt etwas aufzufangen,
sollte ein anderer Teil in Fest- oder Tagesgeld angelegt werden",
erklärt Zinnecker. "Diese selbstgemachte Geldanlage kostet oft nicht
mehr als 0,3 Prozent des Anlagebetrags." Wer sich das allerdings
selbst nicht zutraut und einen Teil der Verantwortung gerne abgeben
möchte, für den können Robo-Advisor eine gute Lösung sein.



Finanztip empfiehlt aktuell passive Anlagestrategie

Bei den digitalen Geldanlagehelfern gibt es zwei Arten. Einige
greifen aktiv in die Geldanlage ein: Sie schichten das Vermögen, je
nach Marktgeschehen, laufend um. Ziel ist es, den maximalen Verlust
zu begrenzen. Andere Robo-Advisors folgen einem passiven Ansatz. Ihr
Ziel ist es, die anfangs festgelegte breite Vermögensaufteilung
beizubehalten. "Wie gut aktive Robo-Advisors sind, können wir aktuell
nicht beurteilen", sagt die Finanztip-Expertin. "Die Strategien
basieren auf vielen Annahmen und müssen sich erst noch beweisen, am
besten über einen gesamten Börsenzyklus." Finanztip empfiehlt deshalb
zum jetzigen Zeitpunkt nur Anbieter mit einer passiven Strategie.

Drei Anbieter erfüllen Finanztip-Kriterien

"Damit sich Robo-Advisors auch für Kleinanleger eignen, sollte die
Mindestanlagesumme nicht mehr als 10.000 Euro betragen. Für uns war
weiterhin wichtig, dass die Gesamtkosten nicht mehr als ein Prozent
der Anlagesumme ausmachen und die Anbieter sich im Portfolio auf
Aktien- und Anleihe-ETFs konzentrieren", sagt Zinnecker. "Das
entspricht am ehesten der Finanztip-Linie für eine gute Geldanlage."
Aktuell empfiehlt Finanztip drei Anbieter, die alle diese Kriterien
erfüllen: Quirion und Growney als klassische passive Robo-Advisors
und Weltinvest als digitalen Anlagehelfer für Selbstentscheider.

Weitere Informationen
https://www.finanztip.de/robo-advisor/
https://www.finanztip.de/geldanlage/

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