Papst Franziskus würdigt öffentlich-rechtlichen Rundfunk / Kardinal Marx: Werte einer pluralen und freien Gesellschaft vor Augen halten
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2019) die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewürdigt. In
einer Audienz für die Intendanten der öffentlich-rechtlichen
Sendeanstalten in Deutschland und eine ökumenische Delegation unter
Leitung von Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Dr. Heinrich
Bedford-Strohm, hob der Papst hervor, dass dieses Treffen der
"Ausdruck des lebendigen Dialogs zwischen den Kirchen und dem
öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen in Deutschland" sei.
Gespräch schaffe Verständnis und öffne Horizonte, so Papst
Franziskus. "Ich ermutige Sie in Ihrem Einsatz, dafür zu sorgen, dass
es Fakten statt Fake News, Objektivität statt Gerücht,
Differenzierung statt oberflächlicher Schlagzeile gibt." Seit einiger
Zeit erlebe die Welt eine besorgniserregende Entwicklung: "Anfechtung
des Rechtes auf Leben, Vormarsch der Euthanasie, Verneinung der
sozialen Gleichheit, mangelnde Integration, Verstoß gegen die
Menschenwürde und gegen die Gewissensfreiheit. Die
öffentlich-rechtlichen Medien haben hier die verantwortungsvolle
Aufgabe, für das hohe Gut der menschlichen Freiheit und Würde
entschieden Stellung zu beziehen", sagte Papst Franziskus.
In seiner Begrüßung würdigte der Vorsitzende der Deutschen
Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die öffentlich-rechtlichen
Sendeanstalten als vertrauensvolle Partner in der Zusammenarbeit mit
der katholischen und evangelischen Kirche. "Ohne den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk wäre unsere Gesellschaft ärmer",
sagte Kardinal Marx. Die Intendanten der Sendeanstalten garantierten
einen notwendigen Qualitätsjournalismus. "Sie fragen kritisch und
auch unbequem nach, aber haben immer die wesentlichen Werte einer
pluralen und freien Gesellschaft vor Augen. Der öffentlich-rechtliche
Rundfunk ist mit seiner freien Berichterstattung ein wichtiger
Pfeiler für die Sicherung unserer Demokratie." Ausdrücklich dankte
Kardinal Marx für die seit Jahrzehnten verlässliche Kooperation mit
den Sendern, was sich unter anderem durch die Präsenz der
verschiedenen Sendeformate zeige.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD),
Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich dankbar für
die ökumenische Audienz mit Papst Franziskus. "In Zeiten, wo das
Miteinander von Staaten immer schwieriger und von nationalistischen
Einzelinteressen geprägt wird, braucht es das gemeinsame Zeugnis von
Christinnen und Christen. Wir Christen können ein Wärmestrom dort
sein, wo sich menschliche Kälte breit zu machen droht. In diesem
Geist erlebe ich immer wieder die Begegnungen mit meinem Bruder in
Christus, Papst Franziskus", erklärte Bedford-Strohm nach der
Audienz.
Die Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und der EKD
treffen mit den verantwortlichen Medienbischöfen einmal im Jahr zu
einem ökumenischen Spitzengespräch mit den öffentlich-rechtlichen
Sendeanstalten zusammen. Auf dem Programm in Rom stehen bis morgen
weitere Gespräche mit Kurienvertretern im Vatikan. Zuletzt hatte das
Spitzengespräch in Rom vor zehn Jahren stattgefunden.
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Datum: 04.04.2019 - 13:10 Uhr
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