Europäischer Tag der Meere: Deutsche Umwelthilfe fordert konsequente Abfallvermeidungspolitik für den Schutz der Meere
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Zeitplan gegen Meeresvermüllung vorlegen - In Deutschland gelangen
jährlich 330.000 Tonnen primäres Mikroplastik und 116.000 Tonnen
Makroplastik in die Umwelt - Deutsche verursachen besonders viel
Verpackungsabfälle im europäischen Vergleich - Deutsche Umwelthilfe
fordert Abfallvermeidungsziel, Mehrwegquoten für Verpackungen,
Ausweitung des Einwegpfands und Abgaben auf Einwegartikel, die
besonders häufig in der Umwelt landen - Für den Gewässer-, Meeres-
und Gesundheitsschutz ist ein Verbot von Produkten mit zugesetztem
Mikroplastik nötig
Plastikmüll ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für die
Meeresumwelt. Zum Europäischen Tag der Meere am 20. Mai fordert die
Deutsche Umwelthilfe (DUH) von Bundesumweltministerin Svenja Schulze
daher eine konsequente Abfallvermeidungspolitik als wirksamen Beitrag
gegen die Meeresvermüllung.
Allein in Deutschland gelangen jährlich 330.000 Tonnen primäres
Mikroplastik und 116.000 Tonnen Makroplastik in die Umwelt. Durch
Verwehung, Auswaschung und über Flüsse gelangt der Plastikmüll in die
Nord- und Ostsee. Um die Meere zu schützen, fordert die DUH die
Einführung eines verbindlichen Abfallvermeidungsziels, Mehrwegquoten
für Verpackungen, die Ausweitung des Einwegpfandes und Abgaben auf
Einwegartikel, die besonders häufig in der Umwelt entsorgt werden.
Der Zusatz von Mikroplastik zu Produkten sollte gesetzlich untersagt
werden.
Das Pro-Kopf-Aufkommen an Verpackungsabfall in Deutschland gehört
mit 226 Kilogramm zu den höchsten in Europa. Seit 1997 ist es von
13,7 Millionen Tonnen auf insgesamt 18,2 Millionen Tonnen im Jahr
2018 angestiegen. "Es wird immer mehr Verpackungsabfall produziert
und immer mehr davon landet auch in der Umwelt und den Meeren. Von
der Müllflut sind mehr als 663 Tierarten direkt betroffen. Jedes Jahr
sterben etwa eine Million Seevögel und hunderttausend Meeressäuger
durch Plastikmüll im Meer. Bundesumweltministerin Schulze muss
Verantwortung übernehmen und in einen Maßnahmenkatalog vorlegen, wie
sie diese Gefahr für Tiere und Umwelt eindämmen möchte.
Abfallvermeidung muss mit konkreten Zielen hinterlegt werden und
oberste Priorität haben. Nur so erreichen wir einen Richtungswechsel
und eine Verbindlichkeit für weniger Verpackungsmüll", sagt die
Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Für
Verpackungsabfälle sollte das Ziel von maximal 90 Kilogramm ab 2030
pro Kopf und Jahr festgelegt werden.
Bereits mehr als eine halbe Million Menschen haben sich den
Forderungen der DUH angeschlossen und einen Protestbrief an
Bundeskanzlerin Merkel geschrieben, in dem Sie die Regierung
auffordern, die Plastikflut endlich einzudämmen, um die Meere wirksam
zu schützen.
Einwegflaschen und -tüten aus Plastik, Essensverpackungen,
Strohhalme sowie Plastikbesteck werden mit am häufigsten im Meer und
an Stränden gefundenen. Die EU-Kommission hat inzwischen für einige
dieser Einwegprodukte ein Verbot beschlossen. Dies gilt jedoch nicht
für Plastiktüten, Einwegplastikflaschen oder plastikbeschichtete
Coffee-to-go-Becher. "Noch immer werden in Deutschland pro Minute
4.500 Plastiktüten verbraucht. Die Nutzung von Einwegbechern für
Getränke stieg von 1994 bis 2017 um 102 Prozent. Um den Verbrauch von
Einweg-Plastiktüten, Getränkeflaschen und to-go-Bechern schnell und
dauerhaft zu reduzieren, ist die Einführung einer Abgabe von
mindestens 20 Cent für diese Produkte notwendig", sagt der DUH-Leiter
für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.
Bei Einweg-Plastikflaschen sollten sich die negativen
Umweltauswirkungen nicht nur im Preis widerspiegeln, sondern sie
sollten auch grundsätzlich und unabhängig vom Füllgut einer
Pfandpflicht unterliegen. Ausnahmen, wie zum Beispiel für Säfte und
Nektare, müssen zügig gestrichen werden, denn Plastikflaschen ohne
Pfand landen besonders häufig in der Umwelt.
Mehrwegverpackungen tragen in besonderem Maße zur Abfallvermeidung
bei und haben sich in der Praxis bewährt. Wird eine Verpackung
wiederverwendet, muss keine neue hergestellt werden."Umweltministerin
Schulze sollte daher nicht nur die gesetzliche Mehrwegquote von 70
Prozent, notfalls auch mit Sanktionsmaßnahmen, durchsetzen, sondern
auch Wiederverwendungsquoten für Lebensmittel-, Versand- und
Transportverpackungen festlegen", so Fischer weiter.
Mikroplastik ist besonders gefährlich für die Umwelt. Die kleinen
Plastikpartikel geben gefährliche Chemikalien ab und rufen bei
Meerestieren, wie z. B. Muscheln, Entzündungsreaktionen hervor.
Plastikpartikel, die im Wasser treiben, binden zudem weitere
Schadstoffe an sich, beispielsweise Antibiotika und Rückstände längst
verbotener Umweltgifte wie DDT. "Angesichts des bestehenden Ausmaßes
der Verbreitung von Mikroplastik in der aquatischen und marinen
Umwelt muss Umweltministerin Svenja Schulze das Problem endlich in
Angriff nehmen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, die
zudem nicht kontrolliert werden, reichen nicht aus. Wir brauchen ein
schnelles nationales Verbot von Mikroplastik. Nicht nur in
Kosmetikartikeln, sondern überall da, wo es Produkten absichtlich
zugesetzt wird", fordert Metz.
Links:
Maßnahmenplan der DUH zum Schutz der Meere vor Plastikmüll:
http://l.duh.de/p190517
Petition der DUH gegen die Meeresvermüllung:
https://www.duh.de/projekte/e-mail-aktion-fuer-meeresschutz/
Informationen zu Plastik im Meer: https://www.duh.de/plastik-im-meer/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400867-43, 0151 18256692, fischer@duh.de
DUH-Pressestelle:
Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe
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Datum: 17.05.2019 - 12:35 Uhr
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