BVR und DSGV: "Haftungsrisiken im europäischen Bankenmarkt nach wie vor zu hoch"
ID: 1729283
im Rahmen der Bankenunion sprechen sich die beiden
kreditwirtschaftlichen Verbünde, der Bundesverband der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und der Deutsche Sparkassen-
und Giroverband (DSGV), aus. Sie bestärken die Bundesregierung darin,
sich weiterhin dafür einzusetzen, dass in Europa Risiken aus
notleidenden Krediten und aus Staatsanleihen erheblich reduziert und
Insolvenzregeln angeglichen werden, bevor über weitere Schritte bei
der europäischen Einlagensicherung (EDIS) diskutiert wird. Anlass ist
die Vorlage des Abschlussberichts einer hochrangigen Arbeitsgruppe
der Euro-Staaten, die mit der Vorbereitung der politischen
Verhandlungen zu EDIS beauftragt war. Hierzu hatte sie ein
politisches Mandat erhalten, um verschiedene Gesichtspunkte der
Bankenunion erörtern zu können.
"Es ist verfrüht, jetzt über weitere Schritte bei der europäischen
Einlagensicherung zu diskutieren. Immer noch variieren die Bestände
an notleidenden Krediten in Bankbilanzen von Land zu Land stark. Die
Quoten lagen Ende 2018 beispielsweise bei 1,3 Prozent in Deutschland,
8,3 Prozent in Italien und 41,2 Prozent in Griechenland. Die Frage
der Behandlung von risikoreicheren Staatsanleihen in Bankbilanzen ist
trotz der sehr unterschiedlichen Staatsverschuldung in der Euro-Zone
noch nicht einmal ansatzweise adressiert worden. Für die Stabilität
der Euro-Zone ist die Lösung dieser Probleme jedoch vorrangig",
erklärt BVR-Präsidentin Marija Kolak.
"Der weitere Risikoabbau in der Euro-Zone hat oberste Priorität.
Zudem gibt es keinen akuten Handlungsbedarf, denn mit der
Einlagensicherungsrichtlinie aus 2014 wurden die Anforderungen für
alle Sicherungssysteme in der EU harmonisiert, damit jeder Euro
Einlage in jedem Mitgliedsstaat gleich abgesichert ist. Zudem
existiert mit dem Einheitlichen Abwicklungsmechanismus bereits ein
solidarischer Auffangmechanismus für große, grenzüberschreitend
tätige Banken in der Euro-Zone", sagt DSGV-Präsident Helmut
Schleweis.
Beide Spitzenvertreter unterstreichen, dass Subsidiarität zu den
Kerntugenden der EU gehöre. Ein lokales Feuer müsse auch lokal
bekämpft werden können. Regionale Kreditinstitute wie Sparkassen und
Volksbanken brauchten den Verbund, und die institutssichernden
Systeme dieser Verbünde müssten anerkannt bleiben. Wer ja sage zur
Vielfalt im Bankenmarkt, müsse auch den Fortbestand der
Verbundsysteme gewährleisten.
Die in dieser Pressemitteilung genannten Quoten für Bestände an
notleidenden Krediten stammen aus dem EBA Risk Dashboard (aktuelle
Werte aus Q4/2018):
https://eba.europa.eu/risk-analysis-and-data/risk-dashboard
Pressekontakt:
Michaela Roth
Deutscher Sparkassen- und
Giroverband
Avenue des Nerviens 9-31, 1014 Brüssel
Tel: +32 2 740 16 43
Fax: +32 2 740 16 17
Michaela.Roth@dsgv.de
www.dsgv.de
Melanie Schmergal
Bundesverband der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Tel: +49 30 2021 1300
Fax: +49 30 2021 1905
Schmergal@bvr.de
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Datum: 14.06.2019 - 11:50 Uhr
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