MDR: Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis in Deutschland
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"exakt" freigegeben.
Derzeit gibt es Lieferengpässe bei der Versorgung von Patienten
mit medizinischem Cannabis. Aktuell stehen nach Angaben des Verbandes
"Cannabis Versorgender Apotheken" (VCA) von circa 45 gelisteten
Sorten weniger als ein Drittel zu Verfügung.
"Auf Grund der jeden Monat steigenden Verordnungszahlen kommt es
immer wieder zu Lieferengpässen bei der Versorgung mit medizinischem
Cannabis", sagte Florian Heimann vom VCA dem MDR. Die lieferfähigen
Sorten wechselten von Monat zu Monat. "Die unterschiedlichen Sorten
von medizinischem Cannabis sind per se nicht zu vergleichen und schon
gar nicht ohne weiteres untereinander austauschbar." Für die
Patienten bedeute das zurzeit oft, dass die Sorte Cannabis, auf die
sie eingestellt seien, im nächsten Monat nicht lieferbar sei.
Enorme Nachfrage weltweit
Importeure führen die Engpässe auf die weltweite Nachfrage nach
medizinischem Cannabis zurück. "Die Nachfrage nach Medizinalcannabis
ist in den letzten Monaten enorm gestiegen und hat noch längst nicht
ihren Höhepunkt erreicht", sagte Kristina Quade, Sprecherin des
Cannabis-Importeurs Cannamedical Pharma dem MDR. "Die Kapazitäten der
europäischen Produzenten können diese Nachfrage nicht decken und
viele Patienten müssen teilweise Wochen auf ihre Medikamente warten."
Derzeit sei der Bedarf an Medizinalcannabis so hoch, dass auch die
von der Cannabis-Agentur in Deutschland ausgeschriebene Menge bis zum
4. Quartal 2020 nicht signifikant zu der Verbesserung der Lage
beitragen werde.
Das Unternehmen begründet die Lieferschwierigkeiten unter anderem
mit den strengen Standards, die medizinischer Cannabis erfüllen
müsse. So dürften ihn nur lizenzierte Produzenten exportieren.
Weltweit aber besäßen nur neun Produktionsstätten eine solche
behördlich anerkannte Zertifizierung. Wegen der Legalisierung von
Cannabis in Kanada im Oktober 2018 habe sich zudem die mögliche
Importmenge aus Kanada durch Mitbewerber spürbar verringert.
Cannamedical Pharma beliefert nach eigenen Angaben bundesweit rund
2.500 Apotheken.
Ärzte in Deutschland können seit dem 1. März 2017, mit
Inkrafttreten des Gesetzes zur "Änderung betäubungsmittelrechtlicher
und anderer Vorschriften" Cannabisblüten und Extrakte aus Cannabis
verordnen.
Mehr dazu unter: www.mdraktuell.de und in MDR-Exakt am 19.06.2019,
20.15 Uhr im MDR-Fernsehen
Pressekontakt:
MDR, HaR Information, Anja Riediger. Tel.: 0341 300 4845,
anja.riediger@mdr.de
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Datum: 19.06.2019 - 11:24 Uhr
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