Schön/Weinberg: Kinder überall schützen
ID: 1732209
Zu den sexuellen Übergriffen eines Arztes in einem saarländischen
Krankenhaus erklären die stellvertretende Vorsitzende der
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Nadine Schön, und der
familienpolitische Sprecher, Marcus Weinberg:
Nadine Schön: "Der aktuelle Fall des Verdachts auf sexuellen
Missbrauch in einem Krankenhaus ist erschütternd. Wichtig ist jetzt
vor allem, dass die betroffenen Kinder und deren Eltern nicht allein
gelassen werden. Deshalb ist es gut, dass Staat, Weißer Ring und
Hilfsnetzwerke hier Hand in Hand arbeiten.
Prävention, Hilfe und konsequente Strafverfolgung sind Teil eines
umfassenden Maßnahmenpakets, das wir als Unionsfraktion im Frühjahr
auf den Weg gebracht haben. Einiges ist bereits umgesetzt: Der Fonds
sexueller Missbrauch wächst im kommenden Jahr deutlich an,
Traumatherapie wird künftig Teil der Psychotherapeutenausbildung, ein
Modellprojekt für Beratung im ländlichen Raum ist kürzlich gestartet.
Der aktuelle Fall verdeutlicht die Bedeutung von Schutzkonzepten
in allen Bereichen: Im Ehrenamt, wie etwa im Sportverein, genauso wie
in Einrichtungen, wie in diesem Fall im Krankenhaus. Hier haben alle
eine Verantwortung. Wir brauchen unbürokratische und
niedrigschwellige Hilfe, auch dann, wenn die Fälle juristisch noch
nicht aufgearbeitet sind. Deshalb appellieren wir an den
Bundessozialminister, das längst überfällige Gesetz zum Sozialen
Entschädigungsrecht schnellstmöglich auf den Weg zu bringen."
Marcus Weinberg: "Es ist bekannt, dass viele Pädokriminelle
bewusst Berufe ergreifen, bei denen sie in Kontakt mit Kindern
kommen. Es liegt daher auf der Hand, dass alle diese Berufsgruppen
auch erweiterte Führungszeugnisse regelmäßig vorlegen müssen. Ob dies
über die Jugendämter laufen sollte oder über die Ärzte- und
Psychologenkammern, muss geklärt werden. Aber zu glauben, dass unter
der Ärzteschaft, unter den Kinder- und Jugendpsychologen,
psychologischen Sachverständigen, Verfahrensbeiständen, Vormündern
und anderen freien Berufen keine Täter seien, ist schlichtweg naiv.
Das, was für den Lehrerberuf, den Erzieherberuf und die Ehrenamtler
in den Vereinen gilt, muss genauso auch für die selbständigen Berufe,
die mit Kindern arbeiten, gelten."
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Datum: 26.06.2019 - 10:48 Uhr
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