KfW Kreditmarktausblick: Wachstumsdynamik wird sich nicht halten können

KfW Kreditmarktausblick: Wachstumsdynamik wird sich nicht halten können

ID: 1733016
(ots) -

- Kreditmarkt wächst aufgrund von Sondereffekten im 1. Quartal
unerwartet stark
- KfW Research geht von einer nachlassenden Dynamik des
Kreditneugeschäfts aus
- Angespanntes internationales Umfeld führt zu Unsicherheit im
Kreditmarkt

Das von KfW Research berechnete Kreditneugeschäft mit Unternehmen
und Selbstständigen in Deutschland (ohne Wohnungsbau und
Finanzunternehmen) hat im 1. Quartal 2019 um 6,4 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum zugelegt und setzt damit die Dynamik des
Schlussquartals 2018 fort (+6,6 %). Dabei überrascht das kräftige
Wachstum des Neugeschäfts mit längerfristigen Krediten angesichts der
insgesamt enttäuschenden Konjunkturentwicklung und der gedämpften
Stimmung der Unternehmen in Deutschland seit dem zweiten Halbjahr
2018.

Trotz des konjunkturellen Gegenwinds sind die
Unternehmensinvestitionen zu Jahresbeginn in Deutschland mit 1,9 %
überraschend stark gewachsen. Hierfür dürften auch Sondereffekte im
zweiten Halbjahr 2018 ausschlaggebend gewesen sein. Dazu zählen
Investitionen von Unternehmen in ihre Fahrzeugflotte, die wegen der
vorangegangenen Probleme der Automobilbranche, rechtzeitig neue
Modelle über das neue "WLTP"-Prüfverfahren zum Verkauf registrieren
zu lassen, nachgeholt werden konnten. Soweit diese Investitionen
kreditfinanziert wurden, haben sie sich auch in den langfristigen
Kreditneuzusagen niedergeschlagen.

Für den weiteren Jahresverlauf ist zu erwarten, dass sich das
Wachstum der Unternehmensinvestitionen abschwächen wird, da der
positive "Kfz-Effekt" nur vorübergehender Natur gewesen sein dürfte.
Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten vor allem durch die
Handelskonflikte und den weiter ungelösten Brexit sollte sich zudem
das - laut Bank Lending Survey bis zuletzt noch intakte -


Investitionsmotiv bei der Kreditaufnahme abschwächen. Beides macht
eine Wachstumsabschwächung des Kreditneugeschäfts in den kommenden
Quartalen wahrscheinlich.

Eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China oder mehr
Klarheit im Brexit-Prozess könnte hingegen die Investitionstätigkeit
stimulieren und mittelbar auch positive Impulse für das
Kreditgeschäft setzen.

"Der Wachstumstrend des Kreditneugeschäfts dürfte in den kommenden
Quartalen wieder nach unten gerichtet sein. Die verhaltenen
Wirtschaftsaussichten bei nach wie vor hohen Unsicherheiten dürften
die - zuletzt noch sehr kräftige - Kreditnachfrage tendenziell
dämpfen. Zudem ist davon auszugehen, dass Banken in einem solchen
Umfeld bei der Kreditvergabe etwas vorsichtiger werden. Die fetten
Jahre am Kreditmarkt dürften demnächst vorbei sein", sagt KfW-Ökonom
Dr. Sebastian Wanke.

Der aktuelle KfW-Kreditmarktausblick ist abrufbar unter:
www.kfw.de/kreditmarktausblick



Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Wolfram Schweickhardt
Tel. +49 (0)69 7431 1778, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
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Datum: 28.06.2019 - 10:03 Uhr
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