Tennet kritisiert Bund und Länder für Eingriff in Stromnetz-Planung
ID: 1738478
man habe Leitungen verhindert, dienen nicht der Akzeptanz /
Planungszeiten für neue Leitungen "gefühlt zu lang"
Berlin, 18. Juli 2019 - Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat
den jüngsten Eingriff von Bund und Ländern in die Pläne für den
umstrittenen Ausbau von Stromnetzen im Dreiländereck Bayern, Hessen
und Thüringen kritisiert. Das "Verkünden froher Botschaften, man habe
Leitungen verhindert", helfe sicherlich nicht der Akzeptanz des
Netzausbaus, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens dem
Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 8/2019). Er reagierte damit auf
einen Kompromiss, den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)
mit seinen Länderkollegen Anfang Juni geschlossen hatte. Dieser sieht
unter anderem vor, dass eine geplante Trasse von Südthüringen nach
Unterfranken (P44) gestrichen wird. Altmaier hatte die Einigung
später als "Durchbruch" bezeichnet. Die Länderminister - allen voran
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) - werteten
den Kompromiss und den Verzicht auf die von Bürgerinitiativen
bekämpfte Trasse P44 als ihren Verhandlungserfolg. Laut Gesetz ist
die konkrete Trassenplanung eigentlich Aufgabe der Bundesnetzagentur.
Grundsätzlich begrüßte Tennet-Geschäftsführer Meyerjürgens, dass
der Ausbau der Stromnetze für die Energiewende mittlerweile stärker
im Fokus der Politik stehe. "Wir sehen derzeit, dass es mehr
politischen Rückenwind für den Netzausbau gibt", sagte er. Dennoch
müsse das Tempo weiter erhöht werden. Mit Blick auf die Planungsdauer
für die Stromleitungen aus dem Ausbaugesetz von 2009 (EnLAG), von
denen ein großer Teil erst 2020 und später komplett in Betrieb gehen
soll, sagte Meyerjürgens: "Aus der Sicht des Netzbetreibers ist das
gefühlt zu lang." Aber es handele sich um "sehr, sehr komplexe
Verfahren", insbesondere bei Projekten, die mehrere Bundesländer
berühren. Im Planungsverfahren müsse man "manchmal viele Schritte
wiederholen" sagte der Tennet-Geschäftsführer weiter.
Pressekontakt:
Thomas Steinmann, Redaktion 'Capital',
Tel: 030/220 74-5119
E-Mail: steinmann.thomas@capital.de
www.capital.de
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