Kölner Stadt-Anzeiger: BGH-Präsidentin Limperg empfiehlt Dialog mit der AfD-Basis - Co-Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags 2021 will Katholikinnen im Einsatz für Gleichberechtigung stärken
ID: 1742332
Limperg, hat für einen einladenden Dialog mit AfD-Mitgliedern,
Wählern und Sympathisanten plädiert. "Wir wollen Menschen erreichen,
auch solche, deren Überzeugungen wir schwierig finden oder ablehnen",
sagte die 59-Jährige in ihrer Eigenschaft als evangelische
Co-Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags 2021 dem "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). Zumindest bei den einfachen
Mitgliedern mache sie hinter deren Positionen "zumeist keine
Boshaftigkeit oder Bösartigkeit" aus. "Bei den Funktionären wäre ich
mir da weniger sicher." In der Regel seien es Enttäuschungen, Ängste,
Verluste, die Menschen zu radikalisierenden Parteien trieben. "Und
damit - meine ich - müssen wir uns befassen. Da müssen wir hingucken
und uns einzufühlen versuchen." Es begegne ihr oft der Vorwurf gerade
der Menschen im Osten: Ihr kümmert euch nicht. "Von uns Christen darf
erwartet werden, dass wir uns kümmern", fügte Limperg hinzu.
Ihre richterliche Neutralität sieht die Juristin durch ihre
Doppelfunktion nicht gefährdet. "Mein christlicher Glaube spielt für
meine juristische Entscheidung keine Rolle. Wir sind als Richter
keine Rechtsprechungsautomaten. Jeder bringt Haltungen und Prägungen
mit. Die können so oder so ein. Aber letztlich sind wir an Recht und
Gesetz gebunden." Überdies glaube sie, "man muss es aushalten, dass
eine Amtsperson zugleich Privatperson ist. Ich werde beides nicht
vermengen, nicht das eine für das andere nutzen oder gar ausnutzen",
versicherte sie. So werde sie zum Beispiel als Kirchentagspräsidentin
keine rechtspolitischen Forderungen erheben.
In ökumenisch strittigen Fragen wie dem gemeinsamen Abendmahl
plädierte Limperg für eine entschiedene Benennung der Konflikte und
die Forderung vernünftiger Lösungen. "Manchmal habe ich das Gefühl,
wir leiden alle miteinander ja ganz gern vor uns hin. Sollten wir
dann aber nicht besser aufstehen und die Leidensursachen beseitigen?"
Zur Rolle der Frauen in der katholischen Kirche sagte die
Protestantin, sie könnte nicht so tun, "als wäre ich Jeanne d'Arc
und wäre gekommen, die Katholikinnen zu retten. Ich möchte bei ihnen
sein, sie bestärken und ermutigen. Dafür sollten wir starke
gemeinsame weibliche Akzente setzen." Den Ausschluss der Frauen von
den Weiheämtern in der katholischen Kirche führte Limperg weniger auf
theologische Argumente denn auf Machtfragen zurück. Katholischen
Hierarchen wolle sie sagen können: "Ich halte es nur schlecht aus,
dass ich als Frau bei euch nichts werden könnte und froh sein müsste,
wenn ich im Saal das Licht an- und ausknipsen darf."
Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Newsdesk
Telefon: 0221 224 2080
Original-Content von: Kölner Stadt-Anzeiger, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.08.2019 - 01:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1742332
Anzahl Zeichen: 3128
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Köln
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 656 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kölner Stadt-Anzeiger: BGH-Präsidentin Limperg empfiehlt Dialog mit der AfD-Basis - Co-Präsidentin des Ökumenischen Kirchentags 2021 will Katholikinnen im Einsatz für Gleichberechtigung stärken"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
K (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Musikerin und Model Sarah Bora leidet bis heute unter den Folgen ihrer früheren Beziehung, in der sie jahrelang psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt war. "Ich fühle mich in keinem Zuhause sicher", sagt sie im Podcast "Talk mit K" des "Kölner Stadt-Anzeiger&qu
Deutsch-Iraner nach Schüssen auf Essener Synagoge festgenommen - Vorwurf: Anstiftung zum Anschlag ...
Nach den Schüssen an der Alten Synagoge in Essen ist ein Mann festgenommen worden. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe) berichtet, handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen Deutsch-Iraner. Ihm wird die Anstiftung zu einem Anschlag vorgeworfen. Nach Informationen der Z
Evangelischer Präses sagt ökumenische Adventsvesper mit Woelki ab - Sorge vor "Überlagerung" durch innerkatholische Auseinandersetzungen ...
Wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen um den Kölner Kardinal Rainer Woelki hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, die traditionelle ökumenische Vesper zum Advent kurzfristig abgesagt. "Der Gottesdienst am Anfang des Advents wird durch die Ereignisse im
Weitere Mitteilungen von K
Rheinische Post: 27.000 Rentner in Deutschland sindüber 100 Jahre alt ...
Von den insgesamt 25,6 Millionen ausgezahlten Renten gehen 27.000 im laufenden Jahr an Empfänger, die über 100 Jahre alt sind. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, die der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag) vorliegen. "Hier zeigt sich die Zuverlä
Rheinische Post: Union und SPD wollen Dienstwagensteuer nach CO2-Ausstoß staffeln ...
Die Regierungsfraktionen von Union und SPD wollen Dienstwagen mit geringerem CO2-Ausstoß gegenüber großen Autos mit hohen Emissionen wie SUVs steuerlich noch stärker bevorzugen. "Eine weitere Staffelung der Dienstwagensteuer nach Antriebsart und Emissionen ist ebenso sinnvoll wie der Um
Rheinische Post: Mützenich will SPD in Koalition halten und Verantwortung übernehmen ...
Der kommissarische SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich will die Sozialdemokraten entgegen parteiinternen Stimmungen in der großen Koalition halten und ist bereit, weiter Verantwortung zu übernehmen. "Die Rolle eines Oppositionellen ist überhaupt nicht meine", sagte Mützenich der Dü
Rheinische Post: Mützenich befürchtet Boris Johnson als "kleine Kopie" von Trump ...
Der kommissarische SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich befürchtet, dass mit Großbritanniens neuem Premierminister Boris Johnson Populismus und Sprachverrohung in Europa einziehen werden wie mit Donald Trump in den USA. "Wir hoffen natürlich nicht, dass er eine kleine Kopie von Donald Trump




