204 Millionen Zigaretten pro Tag: Deutsche Umwelthilfe fordert hohe Bußgelder für weggeworfene Kip

204 Millionen Zigaretten pro Tag: Deutsche Umwelthilfe fordert hohe Bußgelder für weggeworfene Kippen und Rauchverbot auf Spielplätzen

ID: 1743260
(ots) - Jährlicher Verbrauch von 74,5 Milliarden Zigaretten
in Deutschland - Filter verdrecken Straßen, Parks und Strände -
Umwelt wird mit freigesetzten krebserregenden Chemikalien und
Schwermetallen belastet - Kippenstummel gefährden Kinder und haben
auf Spielplätzen nichts zu suchen - DUH fordert abschreckende
Bußgelder, konsequente Kontrollen und bundeseinheitliches Rauchverbot
auf Spielplätzen - Präventivmaßnahmen gegen Rauchen sollten ebenfalls
verschärft werden, damit Zigarettenkippen als Abfall erst gar nicht
anfallen

Allein in Deutschland werden 74,5 Milliarden Zigaretten im Jahr
und 204 Millionen Stück am Tag verbraucht. Viele der mit
krebserregenden Stoffen belasteten Kippenstummel werden vor allem im
Stadtgebiet, in Parks oder auf Spielplätzen achtlos weggeschnippt.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert daher, dass unter den
Bundesländern einheitlich abgestimmte abschreckende Bußgelder in Höhe
von mindestens 200 Euro für das illegale Entsorgen in der Landschaft
eingeführt werden sowie ein Rauchverbot auf öffentlichen
Spielplätzen. Dies muss einhergehen mit konsequenten Kontrollen durch
die Vollzugsbehörden der Bundesländer. Präventivmaßnahmen, wie ein
komplettes Werbeverbot für Zigaretten, sollten ebenfalls umgesetzt
werden, um so den Anfall von gebrauchten Zigarettenfiltern von
vornherein zu verhindern.

Standardzigarettenfilter bestehen aus dem Kunststoff
Celluloseacetat. Es kann bis zu 15 Jahre dauern, bis sie sich
zersetzen. In Salzwasser kann dieser Prozess bis zu einhundert Jahre
dauern. Neben Nikotin und polyzyklischen aromatischen
Kohlenwasserstoffen werden auch Schwermetalle, wie Arsen, Blei,
Cadmium oder Chrom durch Regen aus den Filtern in die Umwelt gespült.
Nur eine Zigarette kann bis zu 60 Liter Wasser verseuchen und Tieren
schwere Schäden zufügen. Auch Kleinkinder auf Spielplätzen können


sich vergiften, wenn sie die Zigarettenkippen in den Mund nehmen. Der
Giftnotruf Berlin befasste sich im Jahr 2010 allein 921-mal mit
Notrufen, weil Kinder Zigaretten oder Zigarettenkippen verschluckt
hatten.

Dazu Barbara Metz, Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin:
"Das achtlose Wegschnippen von Kippenstummeln wird schon viel zu lang
geduldet. Milliarden von Gift-Filtern verdrecken nicht nur die
Landschaft, sie belasten Gewässer und gefährden Tiere, die diese
essen. Vor allem auch für Kinder, die diese in den Mund nehmen,
stellen die Zigarettenstummel ein großes Gesundheitsrisiko dar. Bei
Kleinkindern kann schon eine einzige verschluckte Kippe zu
ernsthaften Vergiftungssymptomen führen. Wir fordern daher ein
schnelles bundesweites Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen,
einheitlich abschreckend hohe Bußgelder in Höhe von mindestens 200
Euro für illegal entsorgte Zigaretten und eine konsequente Kontrolle
durch die Länder."

Deutschland sollte dem Vorbild anderer Länder folgen. In Schweden
ist ein Rauchverbot auf allen Spielplätzen bereits umgesetzt. Dort
wird zusätzlich empfohlen, mit Schildern auf das strikte Verbot
hinzuweisen. Der Berliner Senat kann bei der aktuellen Novelle des
Nichtrauchergesetzes vorangehen und ein Rauchverbot auf Spielplätzen
in der Hauptstadt manifestieren.

Darüber hinaus hält die DUH Präventivmaßnahmen für sinnvoll. "Der
beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Ein komplettes
Werbeverbot und eine deutlich höhere Besteuerung würden auch dazu
beitragen, dass weniger Kippen in der Landschaft landen", sagt der
DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Ein Pfandsystem hält die DUH zwar für einen nachvollziehbaren
Ansatz, hinterfragt jedoch die konkrete Umsetzung. Die giftigen
Kippenstummel sollten stofflich nicht mehr genutzt werden.



Pressekontakt:
Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400 867 43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:

Ann-Kathrin Marggraf, Marlen Bachmann
030 2400867-20, presse@duh.de

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Datum: 07.08.2019 - 13:40 Uhr
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