Flaute im deutschen Chemiegeschäft / VCI-Bericht zur wirtschaftlichen Lage der Branche im 2. Quartal 2019
ID: 1750165
- Branchenproduktion sinkt um 0,7 Prozent im Vergleich zum
Vorquartal
- Chemikalienpreise steigen um 0,6 Prozent
- Branchenumsatz stagniert
- Prognose: Keine Belebung im zweiten Halbjahr erwartet
Das zweite Quartal 2019 ist für die chemisch-pharmazeutische
Industrie enttäuschend verlaufen. Das geht aus dem aktuellen
Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie
(VCI) veröffentlicht hat. Produktion und Kapazitätsauslastung in
Deutschlands drittgrößter Industriebranche gingen demnach leicht
zurück. Deshalb stagnierte der Umsatz, obwohl die Preise für Chemie-
und Pharmaprodukte erneut zulegten. Hauptursache für die verhaltene
Chemiekonjunktur war die deutsche Industrieproduktion, die das vierte
Quartal in Folge zurückging. Das sorgte für eine schwächere
Inlandsnachfrage nach Chemikalien. Auch aus Europa, dem wichtigsten
Auslandsmarkt, gingen zuletzt weniger Bestellungen ein. Aus diesem
Grund konnte das Auslandsgeschäft insgesamt nur leicht zulegen.
VCI-Präsident Hans Van Bylen sagt zur Lage der
chemisch-pharmazeutischen Industrie: "Die erwartete Erholung der
deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus.
Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des
deutschen und europäischen Chemiegeschäfts. Vom Handel mit den USA
und Asien sind wegen der geopolitischen Risiken nur geringe
Wachstumsimpulse zu erwarten."
Prognose
In diesem Umfeld geht der VCI nun für 2019 von einem
Produktionsrückgang in der Chemie- und Pharmaindustrie um 6 Prozent
aus. Die Chemikalienpreise steigen im Gesamtjahr voraussichtlich um 1
Prozent. Der Branchenumsatz wird um 5 Prozent auf rund 193 Milliarden
Euro sinken.
Produktion
Im zweiten Quartal 2019 ist die Chemieproduktion im Vergleich zum
Vorquartal um 0,7 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr sank
die Produktion um 8,8 Prozent, wobei dieser Wert durch den bekannten
Sondereffekt im Pharmabereich überzeichnet ist. Die
Kapazitätsauslastung der Branche verringerte sich auf 83,4 Prozent.
Erzeugerpreise
Chemisch-pharmazeutische Produkte haben sich im zweiten Quartal
2019 um 0,6 Prozent verteuert. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die
Preissteigerung 1,8 Prozent.
Umsatz
Der Branchenumsatz stagnierte von April bis Juni im Vergleich zum
Vorquartal bei 48 Milliarden Euro. Im Inland gingen die Erlöse wegen
der schwachen Industriekonjunktur um 1 Prozent zurück, während das
Auslandsgeschäft um 0,8 Prozent zulegen konnte. Das Vorjahresniveau
verfehlte der Branchenumsatz mit einem Minus von 4,3 Prozent
deutlich.
Beschäftigung
Die Beschäftigtenzahl in der chemisch-pharmazeutischen Industrie
ist im zweiten Quartal 2019 stabil geblieben. Die Unternehmen der
Branche haben derzeit 464.800 Mitarbeiter. Das ist ein Plus von 0,5
Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Hinweis
Den vollständigen VCI-Quartalsbericht 2/2019 finden Sie unter
www.vci.de im Pressebereich zum Download.
Über den VCI
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) vertritt die
wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen
Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer
Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der
Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr
als 90 Prozent der deutschen Chemie. 2018 setzte die Branche 203
Milliarden Euro um und beschäftigte rund 462.500 Mitarbeiter.
Pressekontakt:
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Telefon: 069 2556-1496
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Datum: 04.09.2019 - 10:25 Uhr
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