Wieviel Hitze oder Kälte verträgt ein Handyakku?

Wieviel Hitze oder Kälte verträgt ein Handyakku?

ID: 1751744
(ots) - Gerade in der Urlaubs- bzw. Reisezeit wurden
Smartphones, iPads, Laptops oder E-Reader stark beansprucht: Fotos
vom Strand und von den Sehenswürdigkeiten, Nachrichten und
Urlaubsgrüße nach Hause, Spiele auf der Sonnenliege oder Filme
ansehen im Zimmer...Da kommt es schon mal vor, dass sich der Akku
gerade im entscheidenden Augenblick verabschiedet und das Gerät
ausfällt - ohne rettende Steckdose in Sicht. Ärgerlich für den
Nutzer. Damit das nicht passiert und die Akku-Leistung möglichst
lange bestehen bleibt, verrät TÜV SÜD-Produktexperte Alexander Depre
einige Tipps zum korrekten Laden und Entladen der digitalen
Begleiter.

In fast allen mobilen Geräten werden heute moderne
Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Wird in diesen ein polymeres Elektrolyt
statt eines flüssigen verbaut, heißen sie Lithium-Polymer-Akku. Diese
Akkus haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte in puncto
Effizienz und Leistung gemacht. Andere Akkutypen, wie beispielsweise
die "Haushaltsakkus" NiMH, benötigen unter Umständen eine andere
Pflege. Daher kursieren unterschiedliche oder gar gegensätzliche
Tipps zur richtigen Behandlung von Akkus im Internet und selbst unter
Fachhändlern. Während manche glauben, dass es keinerlei Ladestrategie
bedarf, da die Geräte dies selbst intelligent regeln können, schwören
andere auf einige Regeln, die es für eine lange Akku-Lebensdauer zu
beachten gilt.

Warum schaden extreme Temperaturen dem Akku?

Akkus sind sehr empfindliche Geräte. "Hohe Temperaturen schaden
vor allem den flüssigen Elektrolyten in den Batterien und es kommt -
manchmal auch ganz plötzlich - zu einem massiven Leistungsverlust",
erklärt der TÜV SÜD-Experte. Daher gilt es, das Handy im Sommer vor
Hitze zu schützen und möglichst im kühlen Schatten oder gar im Zimmer
aufzubewahren. Aber auch kalte Temperaturen schaden dem Akku: Sie


verringern dessen Ladefähigkeit. Akkus sollten schon bei Temperaturen
unter 10 Grad nah am Körper aufbewahrt werden - zumindest unter
Batterielade-Gesichtspunkten. Auch schnelle Wechsel zwischen kalt und
warm sind schlecht für den Akku und können unter Umständen die
Kondensation im Gerät verursachen.

Da natürlich auch Nässe, selbst starke Regenfälle einen
Kurzschluss im mobilen Gerät verursachen können, sollten Handys,
Laptops & Co. zuverlässig davor geschützt werden, zum Beispiel durch
wasserdichte Hüllen oder schlicht durch eine Plastiktüte. Generell
sollten die Energiespeicher auch vor Stößen und Stürzen mithilfe
eines Bumpers geschützt werden.

Tipps zum Erhalt der Akkuleistung und Lebensdauer: Die meisten
Handys verfügen über ein Batteriemanagement, das Überladen und
komplettes Entladen verhindert. Trotzdem empfehlen Experten, die
folgenden Schritte zu beachten:

1. Akkus nie komplett entladen - sogenannte Tiefentladungen nutzen
den Akku stark ab.

2. Akku auch vor Überladen schützen: Nie vollständig aufladen, vor
allem, wenn der Akkustand zuvor sehr niedrig war. Akkus also nicht
über Nacht laden: Ladegeräte nach erfolgter Ladung entfernen, nicht
permanent laden lassen.

3. Den Akku am besten in einem Ladezustand zwischen 30 und 70
Prozent halten. Manche raten auch zu einem noch engeren
Ladestandsfenster von 65-75 Prozent. Das bedeutet auch: Akkus mit
einem Ladezustand von über 70 Prozent nicht nachladen, sondern
warten, bis der Akku einen niedrigen Ladezustand erreicht hat. Akkus
mit einem niedrigen Ladezustand von unter 30 Prozent nicht für kurze
Zeit nachladen.

4. Akkus vor extremen Temperaturen schützen: Nicht bei hohen
Temperaturen laden, nicht länger bei Kälte betreiben oder laden.
Extreme Temperaturen können der Betriebsbereitschaft des Akkus
kurzfristig schaden.

5. Sollen Geräte länger gelagert werden, halbgeladenen Akku
entfernen (falls möglich) und auf kühle Umgebung achten.

6. Fremdzubehör am besten ganz vermeiden. Ansonsten sollte es aber
wenigstens qualitativ hochwertig sein. Minderwertige Produkte können
durch unzureichende Ladeelektronik, schlechte Regelung der Spannung
oder Stromstärke und mangelhafte Plastikgehäuse Geräten und Nutzern
schaden. Mindestens sollten solche Geräte über das CE Zeichen
verfügen, besser aber über ein Prüfzeichen wie das GS-Zeichen für
geprüfte Sicherheit.

7. Bei Schnelllade-Technologie beachten: Funktioniert oft nur mit
dem zugelassenen Originalzubehör. Beim schnelleren Laden ist die
Belastung der Zellen größer. Das geht zu Lasten der Lebensdauer.
Moderne Akkus halten aber trotzdem mehr als 500 Ladezyklen ohne
größere Leistungsverluste. Die Akkus sind intelligent genug, sich
selbst zu regulieren und die Belastung auf die empfindlichen Zellen
so minimal wie möglich zu halten.

8. Sind die Akkus doch mal kaputt, beispielsweise auch durch einen
Produktionsfehler, sollte ein Fachhändler aufgesucht werden. Denn in
der Regel sind die Akkus in modernen Smartphones fest verbaut und der
Austausch ist eine Sache für den Fachmann.

Gefahren durch falschen Umgang mit Akkus

Um es vorweg zu nehmen: Es kommt kaum jemals vor, dass ein Akku
einfach so zu brennen anfängt. Damit ein Akku überhitzt, in Flammen
aufgeht oder sogar explodiert, muss er unsachgemäß behandelt werden.
Das kann zum Beispiel bei Beschädigung des Gehäuses oder des Akkus
selbst der Fall sein: Dann können chemische Stoffe aus ursprünglich
getrennten Zellen austreten und sich verbinden - und das kann zu
Kurzschlüssen und somit zu Überhitzung führen. Diese Gefahr besteht
sowohl bei normalen Haushaltsakkus als auch bei Handyakkus und kann
auch durch Überladen oder Tiefentladen erfolgen. Daher sollten
generell nur passende Ladegeräte zum Aufladen verwendet werden.
"Finger weg von Ersatzladegeräten eines anderen Herstellers, auch
wenn der Stecker passt", weiß Alexander Depre. "Akkus können aufgrund
falscher Ladeparameter überladen werden."

Tipps zur Gefahrenreduktion:

1. Bei Beschädigungen des Gehäuses oder des Akkus immer einen
Fachmann aufsuchen

2. Vermeiden von mechanischen Einflüssen wie Stößen

3. Immer das passende Ladegerät verwenden

4. Nie eigenmächtig Akkus aufschrauben

5. Entsorgung nur auf dem Wertstoffhof, auf keinen Fall in den
Hausmüll - neben dem Entsorgungsverbot besteht auch Explosionsgefahr.

Weitere Informationen: http://ots.de/V4SMZe



Pressekontakt:
Dirk Moser-Delarami
TÜV SÜD AG
Unternehmenskommunikation
Westendstr. 199, 80686 München
Tel.+49 (0) 89 / 57 91 - 15 92
Fax+49 (0) 89 / 57 91 - 22 69
E-Maildirk.moser-delarami@tuev-sued.de
Internet www.tuev-sued.de

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Datum: 10.09.2019 - 09:00 Uhr
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