Jugendnotmail warnt vor Kummerkästen auf Instagram
Gefährliche Kummerkasten-Seiten sorgen mit „Wir helfen dir“-Aufrufen auf Instagram für Aufsehen. „Wir sind entsetzt, welche unseriösen Hilfsangebote man unter dem Suchbegriff Kummerkasten findet“, erläutert Stefanie Gießen, Leiterin der Geschäftsstelle von Jugendnotmail, „und können nur eindringlich davor warnen, sich dort seinen Kummer und seine Sorgen von der Seele zu schreiben. In erster Linie geht bei diesen Accounts nur darum, neue Follower zu gewinnen.“
Auf den Kummerkasten-Seiten tummeln sich nicht nur 12-Jährige, die Liebeskummer haben und Rat suchen, sondern man liest auch von Selbstverletzungen durch Ritzen und Suizidgedanken. Junge Menschen schreiben ihren Kummer und ihre Sorgen in einer persönlichen Nachricht an die Instagram-Kummerseite. Dann wird die Nachricht gepostet und die Community aufgefordert, zu kommentieren und dem Verfasser zu helfen. „Man kann seinen Kummer schon dort abladen, muss aber mit durchmischten Antworten rechnen“, kommentiert Anna-Marie Vitzthum, Online-Beraterin bei Jugendnotmail. „Es können durchaus Antworten kommen, in denen sachlich nicht korrekte Informationen vermittelt werden oder die vielleicht unempathisch oder sogar verletzend sind.“ Im Internet sei die Schwelle zu feindseligen Äußerung deutlich niedriger. Wenn man an die Kummerkästen schreibt, sollte man sich klar darüber sein, dass man die Motive der Antwortenden nicht kennt und diese Posts nicht moderiert werden .Außerdem kann man selbst die Diskussion nicht in eine bestimmte Richtung lenken.
Die Folgen für psychisch labile Jugendliche sind je nach Thematik und Reaktion sehr vielschichtig. „Gerade psychisch labile Menschen neigen dazu, ihre Umwelt durch einen Filter wahrzunehmen“, erklärt Vitzthum, „und Informationen generell in einer bestimmten Form zu interpretieren. Bei schriftlich formulierten Äußerungen geht das noch schneller, da Kommunikationselemente wie Mimik, Gestik, Betonung oder Stimmlage wegfallen.“ Gut gemeinte Ratschläge können dadurch missverstanden werden und eventuell die Problematik verschlimmern. Es könne auch passieren, dass Seitenbetreiber oder die Community gar nicht auf das Anliegen des Jugendlichen reagieren. Das könne dann zum Beispiel ein tiefgreifendes Einsamkeitsgefühl oder Minderwertigkeitsempfindungen lostreten oder solche verstärken, wenn sie bereits vorhanden sind.
Man darf auch den mangelnden Datenschutz bei Instagram sowie die fehlende Schweigepflicht der Kummerkästen-Betreiber nicht außer Acht lassen. Instagram speichert alle Daten und erfasst alle Inhalte, Kommunikationen und sonstige Informationen, dazu gehören auch der Nachrichtenaustausch und das Kommunizieren mit anderen. Die Online-Beratung Jugendnotmail, an die sich Kinder und Jugendliche mit all ihren Problemen wenden können, ist dagegen vertraulich und datensicher. Hoher Wert wird bei Jugendnotmail darauf gelegt, dass die Online-Berater Psychologen, Sozialpädagogen oder Mediziner sind. Sie versuchen gemeinsam mit den Ratsuchenden eine Lösung zu finden und geben auf Wunsch Ratschläge, wie sie besser mit der Situation umgehen können.
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Über Jugendnotmail
Auf jugendnotmail.de können Kinder und Jugendliche ihre Sorgen thematisieren - unkompliziert, vertraulich, kostenlos und datensicher. Rund 150 Psychologen, Sozialpädagogen und Pädagogen mit Zusatzausbildung beraten ehrenamtlich in ihrer Freizeit und beantworten die Notmails der jungen Menschen schnell und verlässlich. Jugendnotmail.de bietet Ratsuchenden bis 19 Jahre einen geschützten Raum, in dem sie ihre Sorgen und Nöte unkompliziert und vertraulich mitteilen können und Hilfe zur Selbsthilfe sowie Entlastung erfahren.
Caroline Schaminet
Presse & Öffentlichkeitsarbeit
jungundjetzt e.V.
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Telefon: 030-80496693
E-Mail: schaminet(at)jugendnotmail.de
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Datum: 16.09.2019 - 09:16 Uhr
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