NOZ: Bundesamt für Naturschutz: Bestand fast jeder zweiten Insektenart in Deutschland ist rückläufig
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zweiten Insektenart in Deutschland ist rückläufig
Präsidentin Jessel über Artenvielfalt: "Klimawandel wird neben der
Landwirtschaft zum größten Problem"
Osnabrück. Der Bestand fast jeder zweiten in Deutschland
vorkommenden Insektenart ist rückläufig. Darauf hat Beate Jessel,
Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), im Interview mit
der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hingewiesen. Verursacher sei vor
allem die Landwirtschaft. Zunehmend spiele aber auch der Klimawandel
eine Rolle, so Jessel.
Von einem Artensterben will die Behördenchefin aber nicht
sprechen. Der Rückgang der biologischen Vielfalt sei zwar massiv,
"aber das ist kein plötzliches Ereignis, das über uns kommt". Die
Entwicklung vollziehe sich seit Jahrzehnten. Deswegen halte sie den
Begriff Artenrückgang für treffender. Die Entwicklung bei den
Insekten habe vermutlich bereits Auswirkungen auf andere Arten. So
sei der Rückgang bei insektenfressenden Vögeln in Agrarlandschaften
"besonders ausgeprägt".
Jessel warnte davor, den Insektenrückgang nicht ernst zu nehmen.
Es gebe in der Natur komplexe Bestäubungsnetze. "Wenn da einzelne
Maschen wegfallen, kommt es zu Verschiebungen im Artenspektrum, hat
das Folgen für das Ökosystem, die wir derzeit noch nicht überschauen
können." Speziell bei Wildbienen- und Hummelarten gelten 41 Prozent
als gefährdet, betonte Jessel.
Der Klimawandel spiele beim Artenrückgang eine zunehmend
wichtigere Rolle. "Absehbar wird sich der Klimawandel neben der Art
der Landbewirtschaftung zum größten Problem für unsere Tier- und
Pflanzenwelt entwickeln." In Teilen sei das bereits jetzt zu spüren.
Wärmeliebende Arten wie etwa die Gottesanbeterinnen würden sich in
Deutschland immer stärker ausbreiten.
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Datum: 24.09.2019 - 01:00 Uhr
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