Deutsche Bischofskonferenz richtet Brief an UN-Gipfel für Nachhaltigkeit
ID: 1756313
hat heute (24. September 2019) einen Brief an den in New York
tagenden Nachhaltigkeitsgipfel gerichtet. Das Dokument ist vom
Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx,
unterzeichnet. Wir dokumentieren den Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
sehr geehrte Damen und Herren!
Wenige Tage nach dem Weltklimastreik der Fridays for
Future-Bewegung, an der sich viele Frauen und Männer, Kinder und
Jugendliche der katholischen Kirche beteiligt haben, sind die
deutschen Bischöfe in Fulda zu ihrer Herbst-Vollversammlung zusammen
gekommen. Wir spüren, dass - neben allen innerkirchlichen Debatten -
die Frage nach Klima, Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung
eines der dringendsten Themen der Menschheit ist.
Wir katholischen deutschen Bischöfe haben uns in den vergangenen
Monaten und Jahren gemeinsam mit vielen Gläubigen immer wieder mit
den Forderungen befasst, die der Klima- und Umweltschutz an uns
stellt. Wir tun das, weil wir als Christen glauben, dass Gott die
Welt geschaffen und den Menschen anvertraut hat. Daraus erwächst der
klare Auftrag, die Schöpfung zu bewahren. Für Papst Franziskus ist
die Schöpfung, die er das "Lebensnetz" nennt, ein Ort der Begegnung
nicht nur der Menschen untereinander, sondern auch der Menschen mit
Gott. Dieses Lebensnetz droht zu reißen, gerade durch den
Klimawandel.
So sagt Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato si': "Der
Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden
Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven
und politischen Dimensionen; er stellt eine der wichtigsten aktuellen
Herausforderungen an die Menschheit dar."
Auch mit Blick auf die Amazonas-Synode, die in wenigen Tagen in
Rom beginnt, appellieren wir an Sie:
Helfen Sie mit, der Menschheit begründete Hoffnung zu vermitteln,
dass die Schöpfung nicht verloren ist. Übernehmen Sie
Mitverantwortung zum Erhalt der Schöpfung. Wir sehen, dass die Zeit
drängt. Es ist dringend, aber noch nicht zu spät. Die Zeit rinnt
dahin, aber noch haben wir die Kraft und die Chance, das Ruder
herumzureißen. Wir bitten Sie, mit Ihrer Kraft eine Vernetzung über
nationale Grenzen hinaus zu realisieren, um mit konkreten
gesetzlichen Regelungen, spürbaren Verpflichtungen und
ordnungspolitischen Maßnahmen der Welt zu zeigen, dass der
Nachhaltigkeitsgipfel von New York konkretes Handeln ermöglicht.
Gerade die junge Generation hat uns alle - weltweit - in den
zurückliegenden Monaten darauf aufmerksam gemacht.
Wir wissen, dass Sie nicht erst heute beginnen, sondern schon
lange nach Lösungen suchen. Jetzt aber ist die Zeit, in der wir
handeln müssen, in der wir nicht länger nur Beschlüsse fassen können,
sondern konkret am gemeinsamen Haus der Schöpfung arbeiten müssen.
Den Einsatz für das Weltklima und die Bewahrung der Schöpfung auf
später zu verschieben, geht nicht mehr. Dann ist es zu spät. Wir sind
aufgefordert, heute schon das Morgen zu denken, für uns und die
kommenden Generationen.
Papst Franziskus schreibt in Laudato si': "Die Menschheit besitzt
noch die Fähigkeit zusammenzuarbeiten, um unser gemeinsames Haus
aufzubauen." An diese Fähigkeit glauben wir. Auf Ihre politische
Kraft bauen wir. An dieser Verantwortung für das gemeinsame Haus
nehmen wir als Kirche teil.
Wir wünschen Ihren Beratungen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Kardinal Marx
Pressekontakt:
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Postanschrift
Postfach 29 62
53019 Bonn
Tel: 0228/103-214
Fax: 0228/103-254
E-Mail: pressestelle@dbk.de
Home: www.dbk.de
Original-Content von: Deutsche Bischofskonferenz, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.09.2019 - 15:29 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1756313
Anzahl Zeichen: 4369
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 361 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsche Bischofskonferenz richtet Brief an UN-Gipfel für Nachhaltigkeit"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Bischofskonferenz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Vom 15. bis 17. Juni 2026 findet im französischen Évian-les-Bains der diesjährige G7-Gipfel der führenden demokratischen Industrienationen statt. Aus diesem Anlass wenden sich erstmals die Katholischen Bischofskonferenzen aus den beteiligten Ländern heute (12. Juni 2026) mit einer gemeinsamen E
Früherer Präsident des ZdK Hans Maier verstorben ...
Der langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und frühere bayerische Kultusminister, Prof. Dr. Hans Maier, ist heute (9. Juni 2026) verstorben. Von 1970 bis 1986 wirkte er als Minister und von 1976 bis 1988 führte er das ZdK. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofsk
Deutsche Bischofskonferenz stärkt Europa den Rücken ...
Vor dem diesjährigen Europatag veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz heute (24. April 2026) einen Zwischenruf mit dem Titel "Europa, zeig` dich selbstbewusst!". In dem bereits während der zurückliegenden Vollversammlung der Bischofskonferenz entwickelten Text äußern sich die
Weitere Mitteilungen von Deutsche Bischofskonferenz
Gauland: Greta Thunbergüberschreitet mit Drohungen Grenze ...
Zum Auftritt der schwedischen Schülerin Greta Thunberg auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York teilt der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Alexander Gauland, mit: "Es ist mir unverständlich, wie erwachsene Menschen, die als Politiker Verantwortung für
Nationaler Waldgipfel | Waldkrise durch Klimakrise: Umweltorganisationen fordernökologische Waldwende ...
Anlässlich des für Mittwoch von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einberufenen "Nationalen Waldgipfels" drängen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Forum Umwelt und Entwicklung, Greenpeace, Naturschutzbund Deutschlan
Für Ressourcen- und Klimaschutz: Europa braucht ökonomische Anreizsysteme und Quoten zur Wiederverwendung ...
Veranstalter der siebten europäischen REUSE-Konferenz in Brüssel fordern Stärkung und Ausbau von Mehrwegsystemen in Europa - Wiederverwendung muss in der europäischen Plastikstrategie eine entscheidende Rolle spielen - Mehrweg sollte finanziell bevorteilt werden - Transparente Verbraucherinfo
taz: Landwirte entsorgen 10 bis 15 Prozent der essbaren Erdbeeren ...
Deutsche Bauern entsorgen aus wirtschaftlichen Gründen im Schnitt 10 bis 15 Prozent der genießbaren Erdbeeren pro Jahr. Diese bisher unveröffentlichte Schätzung teilte das bundeseigene Thünen-Agrarforschungsinstitut der Tageszeitung "taz" (Dienstag-Ausgabe) auf Anfrage mit. Nach e




