Gefangen im Ist (1) – Startschwierigkeiten bei Transformationsprozessen

Gefangen im Ist (1) – Startschwierigkeiten bei Transformationsprozessen

ID: 1759866

Digitalisierung nur eine Maßnahme der Effiziensteigerung? Unternehmen müssen den Prozess neu denken, um ihre Mitarbeiter dafür zu gewinnen.



(firmenpresse) - Teil 1: Technik als Bedrohung – eine Bestandsaufnahme

Transformation ist ein Begriff, der im Kontext des Change-Managements zu einer festen Größe geworden ist. Er beschreibt eine, über Prozess- und Strukturanpassungen hinausgehende, grundlegende Veränderung einer Organisation. Der Begriff der digitalen Transformation beschreibt somit die grundlegende Veränderung der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Kunden, Lieferanten und der Gesellschaft, in der es tätig ist. Gleichzeitig aber auch die Veränderung der Beziehungen innerhalb der Unternehmen durch den verstärkten Einsatz digitaler Hilfsmittel. Kommunikationsprozesse, Informationsgewinnung und -verarbeitung, Steuerung, Dienstleistung, all diese Prozesse verändern sich. Soviel scheint sicher. Aufgrund der vermuteten Grundsätzlichkeit des Wandels der Arbeitswelt und der damit verbundenen Auswirkungen auf die, in den betroffenen Organisationen arbeitenden Menschen, sind mit dem Begriff der Transformation häufig Unsicherheiten und Ängste verbunden. Aus unterschiedlichen Studien der letzten Jahre, durchgeführt von z.B. IBM, Fraunhofer oder Capgemini lässt sich herauslesen, dass bei vielen Befragten Ängste in Bezug auf die digitale Transformation ihres Unternehmens bestehen. Angst um den eignen Arbeitsplatz, vor veränderten Aufgaben und Rollen und oder ganz allgemein vor den Veränderungen durch die Digitalisierung. Es wird in allen Studien deutlich, dass die Offenheit für digitale Transformationsprozesse aktuell in vielen Unternehmen noch nicht im ausreichenden Maße gegeben ist.

Beflügelt werden diese Ängste und Unsicherheit zudem noch durch den starken Fokus auf das Thema Effizienz durch Technik. Aktuell sind die Drohszenarien von Bedeutungs-, Job- oder gar Existenzverlust in den Köpfen vieler Betroffener fest verankert. Ein fast menschenleerer Industriehafen Hamburg oder smarte Produktionshallen, die von wenigen Menschen gesteuert werden, die stolz präsentierten autonom agierenden und miteinander kommunizierenden Maschinen, die Darstellung ihrer Leistungsfähigkeit (24 Stunden ohne Pausen, Urlaub, Krankentage). Dies sind die Geschichten und Erfolge, von welchen die digitale Transformation zu berichten weiß.



Der Fokus bei diesen Berichten liegt jedoch sehr stark auf der Technik und den von ihr erwarteten Effizienzsteigerungs- und Einspar-potenzialen. Die Menschen, die in den betroffenen Organisationen arbeiten, suchen jedoch mehr und mehr nach ihrem Platz in diesem Szenario. Solange sie diesen Platz nicht sehen, kein klares Bild von der Zukunft ihrer Organisation und ihrer persönlichen Zukunft in dieser Organisation haben, solange bleiben diese Unsicherheiten und Ängste bestehen. Vermutlich werden sie mit dem technischen Fortschritt zunächst sogar noch anwachsen. Geht man, wie zum Beispiel IBM und Microsoft, davon aus, dass künftig 21% der aktuellen Aufgaben in Unternehmen durch Automatisierung oder andere Technologieformen ersetzt werden können, dann besteht für ein Fünftel der Belegschaft Grund zur Sorge. Gerade die einfacheren Tätigkeiten scheinen hier stark betroffen. Aber auch wissensbasierte Tätigkeiten, wie z.B. das Investmentbanking oder die medizinische Diagnostik, die aktuell gesellschaftlich noch ein hohes Ansehen genießen, scheinen vor der digitalen Transformation nicht sicher zu sein. Es ist für viele Unternehmen also notwendig, schnell zu handeln, wenn sie ihre Position am Markt sichern und die Transformation auch im Sinne ihrer MitarbeiterInnen gestalten wollen. Aber sie tun es nicht. Woran das liegt und welche Handlungsoptionen sie haben, werde ich in den nächsten Teilen dieser Artikelreihe zu beleuchten.

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Datum: 07.10.2019 - 19:34 Uhr
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