dena-Gebäudereport: Wärmewende kommt seit 2010 nicht voran
ID: 1769792
- Energieverbrauch in Gebäuden bleibt auf hohem Niveau
- Sanierungsrate ist weiterhin zu niedrig
- Kuhlmann: "Klimapaket und weitere Maßnahmen können Stillstand
beenden, müssen aber rasch umgesetzt werden"
Der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden
betrug im Jahr 2017 deutschlandweit insgesamt 870 Terawattstunden und liegt
damit trotz politisch angestrebter Einsparungen leicht über dem Niveau von 2010
(865 Terawattstunden). Grund dafür sind vor allem fehlende Anreize für
Sanierungsmaßnahmen und den Einsatz von innovativen Technologien. Die
Sanierungsrate stagniert weiter bei etwa einem Prozent pro Jahr, obwohl zum
Erreichen der Klimaziele mindestens 1,5 Prozent notwendig wären. Immerhin
besteht durch das Klimapaket der Bundesregierung Aussicht auf einen Kurswechsel
und neue Dynamik im Markt. Das geht aus dem Gebäudereport 2019 der Deutschen
Energie-Agentur (dena) hervor.
"Es ist höchste Zeit, dass die Energiewende im Gebäudebereich wieder Fahrt
aufnimmt", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Im
vergangenen Jahrzehnt ist wenig passiert. Ohne zusätzliche Anstrengungen werden
die Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich nach unseren Schätzungen im Jahr
2030 um bis zu 28 Millionen Tonnen über dem angestrebten Wert von 70 bis 72
Millionen Tonnen liegen. Immerhin: Das Klimapaket der Bundesregierung enthält
viele gute Ansätze, um den Stillstand zu beenden. Zusammen mit Innovationen wie
der seriellen Gebäudesanierung und smarten Technologien kann die Energiewende im
Gebäudesektor sogar zu einem Erfolgsmodell werden. Wichtig ist, dass die
Maßnahmen jetzt rasch umgesetzt werden. Dann lässt sich die Unsicherheit im
Markt und die abwartende Haltung der Eigentümer überwinden."
Zahlen, Daten und Analysen zur Energieeffizienz in Gebäuden
Der Gebäudereport enthält Zahlen, Daten und Analysen zu den Aspekten
Gebäudebestand, Energieverbrauch, Energieeffizienz und Klimapolitik. Die
Herausforderungen beim Bau von bezahlbarem Wohnraum in Großstädten führt der
Report insbesondere auf hohe Grundstückspreise zurück. Seit dem Jahr 2000 sei
etwa der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Bauland um 46 Prozent gestiegen.
Energieeffizienzmaßnahmen hätten dagegen, anders als häufig angenommen, kaum
Auswirkungen auf die Miet- und Immobilienpreise. Hohe energetische Standards und
niedrige Energieverbräuche führten vielmehr langfristig zu einer
Kostenentlastung.
2018 stiegen die Energiekosten privater Haushalte deutlich an, vor allem wegen
höherer Preise für Heizöl. Hinzu kommt der zunehmende Absatz von Klimaanlagen,
der sich bislang noch auf Nichtwohngebäude konzentriert. Die Zahl der verkauften
Geräte ist von 120.000 im Jahr 2009 auf 200.000 im Jahr 2018 angewachsen.
Der Report nennt verschiedene Maßnahmen und Technologien, mit denen die
Klimaziellücke im Gebäudebereich geschlossen werden kann. Dazu gehören zum
Beispiel innovative Geschäftsmodelle wie serielles Sanieren und
Energiespar-Contracting, die schnelle Markteinführung von strombasierten,
erneuerbaren Brennstoffen, digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz für mehr
Energieeffizienz sowie ökologische Stadterneuerung und neue Ansätze auf der
Quartiersebene. In all diesen Bereichen ist die dena mit Initiativen und
Projekten aktiv.
Der "dena-Gebäudereport kompakt 2019: Statistiken und Analysen zur
Energieeffizienz im Gebäudebestand" steht kostenlos zum Download bereit unter
https://www.dena.de/gebaeudereport.
Die Energiewende im Gebäudebereich ist auch Thema auf dem dena
Energiewende-Kongress am 25. und 26. November in Berlin. Die
branchenübergreifende Konferenz bietet die Gelegenheit, über Strategien und
Lösungsansätze zu diskutieren. Weitere Informationen unter www.dena-kongress.de.
Hinweis für Redaktionen: Ausgewählte Grafiken aus dem Gebäudereport sind als
druckfähige Bilder online verfügbar unter http://ots.de/Z8DvBq.
Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Robert Westermann,
Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin | Tel: +49 (0)30 66 777-422, Fax:
+49 (0)30 66 777-699, E-Mail: presse@dena.de, Internet: www.dena.de
Original-Content von: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), übermittelt durch news aktuell
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Datum: 12.11.2019 - 09:44 Uhr
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