"Außenminister Maas lässt die Pflege vertrocknen" / bpa kritisiert Untätigkeit des Auswärtigen Amtes bei der Bearbeitung von Visaanträgen
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derzeit in der Hand des Bundesaußenministers. "Heiko Maas lässt die Pflege
vertrocknen. Mit nur 50 zusätzlichen Visabeamten könnte er den Fachkraftmangel,
unter dem Pflegebedürftige und ihre Familien in Deutschland leiden, spürbar
verringern", sagte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e.V. (bpa) Bernd Meurer.
"In den Balkanländern liegen zehntausende Visaanträge bei den Botschaften, die
monatelang nicht bearbeitet werden. Motivierte Fachkräfte, die einreisen wollen,
um uns in der Altenpflege zu unterstützen und unsere Teams zu entlasten, müssen
eineinhalb Jahre warten, bis sie überhaupt einen Antrag stellen dürfen",
kritisierte Meurer bei der Fachtagung der bpa-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
in Dortmund. "Gesundheitsminister Spahn stärkt die Pflege mit zusätzlichen
Stellen. Außenminister Maas verhindert durch fahrlässige Untätigkeit, dass wir
diese Stellen besetzen können", so Meurer. Zuwanderung von internationalen
Pflegefachkräften sei neben den steigenden Ausbildungszahlen der wichtigste
Baustein, um Pflegende zu entlasten und die Versorgung von Pflegebedürftigen zu
gewährleisten.
Die pflegerische Versorgung werde aber auch durch mangelnde Verlässlichkeit
gefährdet, sagte der nordrhein-westfälische bpa-Landesvorsitzende Christof
Beckmann vor rund 350 Mitgliedern und Gästen. "Wer mit einer Pflegeeinrichtung
oder einem ambulanten Dienst zur Versorgung von Pflegebedürftigen beitragen
will, muss langfristig planen und dafür der Politik vertrauen können. Wenn die
Landesregierung Strukturen für die Zukunft verändert, muss sie sicherstellen,
dass laufende Investitionen weiterhin angemessen refinanziert werden."
Beckmann forderte konkret eine Bestandssicherung für Pflegeeinrichtungen, die in
gemieteten Immobilien betrieben werden. "Die aktuellen Refinanzierungsregelungen
sorgen dafür, dass Pflegeheime in gemieteten Immobilien nur noch 75 Prozent der
vereinbarten Pacht zahlen und damit langjährig abgeschlossene Verträge nicht
erfüllen können." Das Land könne sich einen Abbau von Pflegeplätzen aber nicht
leisten, warnte der bpa-Landesvorsitzende. "Unsere Branchenbefragungen haben
kürzlich gezeigt, dass stationäre Pflegeeinrichtungen in NRW 85 Prozent aller
Anfragen von Pflegebedürftigen ablehnen müssen, weil die Kapazitäten erschöpft
sind. Die Landesregierung darf die pflegerische Versorgung mit sprunghafter
Politik nicht noch weiter gefährden."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr
als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.700 in
Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer
Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und
(teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe
in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die pflegerische
Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de
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Datum: 14.11.2019 - 16:05 Uhr
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