Wirkung von Zoos für Artenschutz nachgewiesen / Bedrohte Tiere haben durch menschliche Obhut eine Chance
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erneut nachgewiesen worden. Wie die Weltnaturschutzunion IUCN aktuell
bekanntgibt, konnte zuletzt die Bedrohung von zehn Tierarten der sogenannten
Roten Liste herabgestuft werden. Dazu zählt auch die Guam-Ralle: Vor wenigen
Jahren war der kleine flugunfähige Vogel von der gleichnamigen Pazifikinsel in
der Wildnis bereits ausgestorben. Durch Nachzuchten in Zoos konnte es gelingen,
nach einem 35 Jahre währenden Zuchtprogramm wieder eine wildlebende Population
auf einer benachbarten Insel erfolgreich anzusiedeln. Damit ist die Ralle erst
die zweite Vogelart, die sich vom Bedrohungsstatus "in der Wildnis ausgestorben"
erholen konnte - nach dem ebenfalls durch die menschliche Obhut bewahrten
Kalifornischen Kondor. "Natürlich bestärkt uns der Bericht der IUCN in unserem
Handeln", sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen
Gärten (VdZ). "Für uns heißt das, dass die Natur sich erholen kann, wenn man ihr
nur mit vereinten Kräften auch die Chance dazu gibt."
Auch der Status des Mauritiussittichs hat sich zuletzt verbessert: Die IUCN hat
ihn aufgrund von wieder rund 750 Exemplaren in der Wildnis von "stark gefährdet"
zu "gefährdet" herabgestuft; vor wenigen Jahren noch war der Papagei sogar als
"vom Aussterben bedroht" klassifiziert worden. Als VdZ-Mitglied hat sich auch
der Loro Parque auf Teneriffa erfolgreich um die Erhaltung der Art bemüht.
"Die erfolgreiche Wiederansiedelung einer bedrohten Art ist ein ungeheurer
Erfolg für den Artenschutz der international vernetzten Zoos", sagt der
VdZ-Geschäftsführer Volker Homes. "Sie ist Höhepunkt und Lohn für die
kostenintensive, auf Dekaden angelegte Arbeit unserer wissenschaftlich
geleiteten Einrichtungen." Immer wieder hatten Tiergärten und Tierparks bereits
in der Vergangenheit dazu beigetragen, bedrohte oder sogar bereits ausgestorbene
Tierarten zu retten. Dazu zählt unter anderem der Davidshirsch, der aktuell in
der Wildnis als ausgestorben gilt, aber in den VdZ-Zoos in Berlin, Dresden,
Duisburg, Gelsenkirchen, Halle, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig,
Magdeburg, München, Münster, Neuwied, Nordhorn, Nürnberg, Osnabrück, Rheine,
Rostock, Saarbrücken, Stuttgart, Wuppertal und Basel vor dem Verschwinden
bewahrt wird. Ein anderes Beispiel ist die Säbelantilope, die ebenfalls als im
Freiland ausgestorben klassifiziert ist, aber in den Verbandseinrichtungen in
Berlin, Darmstadt, Hodenhagen, Karlsruhe, Krefeld, Leipzig und Stuttgart
gepflegt wird.
"Angesichts der traurigen Tatsache, dass sich zwar der Bedrohungsstatus von zehn
Arten auf der Roten Liste verbessert hat, aber zeitgleich 73 Arten schlechter
als zuvor eingestuft werden mussten, steigt die Bedeutung moderner Zoos", sagt
Volker Homes. "Unser Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt ist unersetzbar. In
vielen Fällen schützen wir die letzten Exemplare ihrer Art und bringen sie -
wenn es sinnvoll ist - wieder in die Natur."
Rote Liste
Die Rote Liste wird seit 1962 von der Weltnaturschutzunion, der International
Union for Conservation of Nature herausgegeben. Auf ihr werden vom Aussterben
bedrohte Tier- und Pflanzenarten verzeichnet. Sie gilt als Fachgutachten, an dem
sich Regierungen, Behörden und Nicht-Regierungsorganisationen in ihrem Bemühen
um Umwelt- und Artenschutz orientieren.
Quelle http://ots.de/6BjcOt
Über den VdZ
Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V. mit Sitz in Berlin ist die
führende Vereinigung wissenschaftlich geleiteter Zoologischer Gärten mit
Wirkungsschwerpunkt im deutschsprachigen Raum. Der 1887 gegründete VdZ ist der
weltweit älteste Zoo-Verband und gab den Anstoß zur Gründung des
Weltzooverbandes (WAZA). Aktuell gehören zum VdZ 71 Mitgliedszoos in
Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien. Zu den Schwerpunkten des VdZ
gehören die Vertretung der Mitgliederinteressen, die Kommunikation und
Kooperation mit Behörden, Politikern, Wissenschaftlern, Verbänden und den
Medien. Weiterhin unterstützt der Verband Natur- und Artenschutzprojekte, sowie
Bildung und Forschung in Zoos.
Kontakt:
Sebastian Scholze, Leiter Kommunikation
(sebastian.scholze@vdz-zoos.org; 0175-2731955)
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Datum: 12.12.2019 - 07:28 Uhr
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