CARE zum Abschluss der Klimakonferenz: Wirtschaftsmächte stellen sich taub, Konferenzergebnisse enttäuschend
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sich fast 2 Tage länger hinzog als geplant, zeigt sich die internationale
Hilfsorganisation CARE insgesamt enttäuscht von den Ergebnissen:
"Die großen Wirtschaftsmächte konnten sich lediglich auf einen sehr vagen Aufruf
im Abschlussdokument einigen, der besagt, dass 2020 deutlich verbesserte
nationale Klimapläne vorgelegt werden sollen", berichtet Sven Harmeling,
klimapolitischer Koordinator von CARE. "Wie laut muss noch demonstriert werden,
wie viele Warnungen muss die Wissenschaft noch aussprechen, wie viele junge
Leute müssen ihre ganz reale Zukunftsangst noch äußern, damit die großen
Wirtschaftsmächte sich endlich nicht mehr taub stellen?"
Ein positives Signal ging wenigstens von der Europäischen Union aus, so
CARE-Experte Harmeling: "Im Gegensatz zu den Blockierer-Staaten USA, Australien,
Brasilien und Saudi-Arabien hat die EU mit ihrem Green Deal ein wichtiges Signal
gesetzt. Dem muss im nächsten Jahr unter deutscher EU-Präsidentschaft die
Anhebung der Klimaziele für 2030 folgen."
Dass sich aber die Industrieländer, allen voran die USA, bei der dringend
benötigten Unterstützung für den Umgang mit Klimaschäden in ärmeren Ländern aus
der Verantwortung stehlen wollen und nur Minimalergebnisse zugelassen haben, sei
angesichts der gravierenden Klimafolgen absolut ungerecht, so Harmeling.
Zumindest der verabschiedete Gender Action Plan liefert ein wenig Hoffnung. Er
wird die dringend benötigte Geschlechtergerechtigkeit bei allen klimapolitischen
Maßnahmen befördern. CARE-Klimaexperte Harmeling: "Für uns heißt das konkret,
dass alle Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen die Situation und das Potential
von Frauen besonders berücksichtigen müssen. Was CARE in seinen
entwicklungspolitischen Programmen bereits seit Jahrzehnten umsetzt und
einfordert, muss auch für Klimaprojekte gelten: Frauen dürfen nicht Bürgerinnen
zweiter Klasse sein."
Doch zugleich haben eine Reihe von Ländern die Verhandlungen unerwartet
erschwert und Rückschritte bei den Menschenrechten im Bezug etwa auf den
Gender-Aktionsplan und den Emissionshandel befördert. Das sei laut CARE ein
besorgniserregendes Warnsignal.
ACHTUNG REDAKTIONEN: CARE-Klimaexperte Sven Harmeling (deutschsprachig) steht
für Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Pressekontakt:
CARE Deutschland e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 975 63 46
Mobil: 0151 / 147 805 98
E-Mail: wilke@care.de
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Datum: 15.12.2019 - 12:23 Uhr
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