Nach Anzeigen vom Deutschen Tierschutzbüro: Staatsanwaltschaft Münster nimmt Ermittlungen gegen Fe

Nach Anzeigen vom Deutschen Tierschutzbüro: Staatsanwaltschaft Münster nimmt Ermittlungen gegen Ferkelzuchtbetrieb in Drensteinfurt-Rinkerode auf

ID: 1779654
(ots) - Anfang Dezember hat das Deutsche Tierschutzbüro
Strafanzeige gegen einen Ferkelzuchtbetrieb in Drensteinfurt-Rinkerode gestellt.
Dem Verein liegen über 2.000 Std. Videomaterial aus dem Betrieb vor, die im
Oktober und November 2019 entstanden sind.

Immer wieder schlichen sich Aktivist*innen nachts in die Anlage, in der ca. 500
Zuchtsauen und mehrere tausend Ferkel gehalten werden. Die versteckten Kameras
konnten mehrfach grausame Praktiken dokumentieren. "Auf den Aufnahmen ist zu
sehen, dass ganz offensichtlich kranke und schwache Ferkel nicht tierärztlich
versorgt worden sind, sondern einfach so lange auf den Boden geschlagen wurden,
bis sie vermeintlich tot waren. Diese gesetzeswidrige Praktik führte sogar
offenbar dazu, dass mehrere Tiere überlebten und anschließend qualvoll im
Mülleimer verendet sind", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen
Tierschutzbüros.

Die Kameras dokumentierten aber auch, wie Schweine getreten, gestoßen,
geschlagen, geworfen und bespuckt worden sind. Zudem zeigen die Bilder, wie tote
Tiere achtlos im Gang lagen, wie einige Mitarbeiter*innen, ohne sich zu
desinfizieren, in den Betrieb rein und rausgelaufen sind und wie teilweise
kranke Tiere sich selbst überlassen worden sind. Auf einem Dokument wurde von
"Schrottferkeln" gesprochen, also Tiere, die für die*den Züchter*in keinen Wert
mehr haben. "In dem Betrieb haben die Mitarbeiter*innen offenbar jeden Respekt
vor den Lebewesen verloren" empört sich Peifer.

Auch die hier praktizierte Sauenhaltung im sogenannten Kastenstand verstößt
gegen die Tierschutz-Nutztierverordnung. Dort heißt es, dass der Kastenstand
mindestens so breit sein muss, wie das Tier hoch ist, damit sich die Sau
jederzeit ungehindert hinlegen kann. Bei dem dokumentierten Betrieb im
Münsterland unterschritten jedoch die geprüften Kastenstände diese Vorgabe. "In


diesen Käfigen können sich die armen Schweine noch nicht einmal umdrehen, das
ist die reinste Tierquälerei", kritisiert Peifer.

Anfang Dezember führte das zuständige Veterinäramt Warendorf eine Kontrolle in
dem Betrieb durch und fand die zu kleinen Kastenständen vor. "Seit letzter Woche
liegt nun auch dem Veterinäramt das gesamte Videomaterial vor, wir erwarten von
der Behörde das hart durchgegriffen wird, die Bildaufnahmen sind eindeutig" so
Peifer. Laut einer Pressemitteilung des Veterinäramts fand die letzte Kontrolle
in dem Betrieb 2013 statt.

Wie die Staatsanwaltschaft in Münster jetzt mitgeteilt hat, wurden die
Ermittlungen aufgenommen. Das Aktenzeichen lautet: 540 Js2738/19

"Seit Jahren decken wir und andere Organisationen Missstände bei der Tierhaltung
in der Nutztierindustrie auf, es sind keine Einzelfälle, sondern diese
Tierquälerei ist systematisch", so Peifer. Dem*der Verbraucher*in rät die
Tierrechtsorganisation daher, tierische Produkte durch pflanzliche Alternativen
zu tauschen. "Wer dieses System von Ausbeutung und Tierquälerei nicht
unterstützen möchte, der sollte auf pflanzliche Alternativen ausweichen", so
Peifer.

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.tierschutzbuero.de/youtuberundercover/

Pressekontakt:

Pressekontakt:
Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender Deutsches Tierschutzbüro e.V.,
Mobil 0171-4841004 (presse@tierschutzbuero.de).

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/115581/4469701
OTS: Deutsches Tierschutzbüro e.V.

Original-Content von: Deutsches Tierschutzbüro e.V., übermittelt durch news aktuell
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Datum: 16.12.2019 - 07:33 Uhr
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