Feuerwerk zum Jahreswechsel - Wenn die Luft zum Schneiden ist (AUDIO)
ID: 1780912
wie der Osterhase zu Ostern und der Weihnachtsmann zu Weihnachten: Ohne würde
zwar auch gehen, mit macht aber deutlich mehr Spaß. Zurzeit kann man allerdings
ganz gut beobachten, dass immer mehr Menschen der Umwelt zuliebe auf die
gefährlichen Knaller, Böller, Heuler und Raketen verzichten wollen. Auch die
ersten Super- und Baumärkte haben bereits angekündigt, 2020 kein Feuerwerk mehr
zu verkaufen. Warum das eine Idee ist, über die es sich nachzudenken lohnt, weiß
Ute Dauert, Expertin für Luftqualität beim Umweltbundesamt (UBA), hallo.
Begrüßung: "Ja, hallo!"
1. Frau Dauert, jedes Jahr gibt's Silvester beim Feuerwerk richtig dicke Luft.
Das sieht jeder - aber wie stark ist die Luft danach messbar belastet?
O-Ton 1 (Ute Dauert, 16 Sek.): "In den ersten Stunden des neuen Jahres sind die
Feinstaubwerte so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Da werden circa 4.000
Tonnen Feinstaub durch die Feuerwerkskörper in die Luft geschossen. Das
entspricht in etwa einem Viertel dessen, was im ganzen Jahr aus Holzfeuerung in
die Luft gelangt."
2. Welchen gesundheitlichen Gefahren setzen wir uns bei der ganzen Knallerei
aus?
O-Ton 2 (Ute Dauert, 22 Sek.): "Neben Verbrennungen und Verletzungen am Auge und
Ohr ist vor allen Dingen die Feinstaubbelastung ein Problem für unsere
Gesundheit. Insbesondere betroffen sind hier Menschen, die Vorerkrankungen der
Atemwege haben, wie zum Beispiel Asthma, Bronchitis, COPD. Hier kann es zu
erhöhten Medikamentenbedarf kommen - oder auch schlimmstenfalls sogar zur
Krankenhauseinweisung und schwerwiegenden Folgen."
3. Was steckt in Feuerwerkskörpern eigentlich genau drin?
O-Ton 3 (Ute Dauert, 18 Sek.): "Die Feuerwerkskörper bestehen zum überwiegenden
Teil, nämlich zu 75 Prozent, aus Verpackung, Hüllen, die aus Papier, Kunststoff
und so weiter bestehen. Und nur zu 25 Prozent wirklich aus pyrotechnischen
Sätzen, Schwarzpulver, und den Effektsätzen, die eben für Knallen, Pfeifen und
die bunte Farbe von Raketen sorgen."
4. Welche weiteren Probleme gibt´s durch das alljährlich wiederkehrende
Silvesterfeuerwerk aus Ihrer Sicht?
O-Ton 4 (Ute Dauert, 18 Sek.): "Vor allen Dingen Lärm und Müll sind hier noch zu
erwähnen. Circa 8.000 Menschen erleiden durch die Feuerwerksköper
Hörschädigungen, viele behalten sogar bleibende Schäden zurück. Und auf den
Straßen verbleiben mehrere 100 Tonnen Müll, die eben aus Feuerwerksköperresten,
Flaschen und so weiter bestehen."
5. Was halten Sie denn davon, dass immer mehr Menschen aus Umweltgründen auf das
Feuerwerk verzichten oder es zumindest stark einschränken?
O-Ton 5 (Ute Dauert, 18 Sek.): "Das begrüßen wir natürlich. Es entspricht ja
auch dem, was wir selber empfehlen. Dennoch sagen wir: Jeder hat die persönlich
Entscheidung, ob er weiter ein Feuerwerk abfeuert und damit an der Tradition
festhält. Dennoch wünschen wir uns: Bitte verzichten Sie darauf oder schränken
Sie das Feuerwerk ein. Ihre Gesundheit und die Umwelt wird es Ihnen danken." Ute
Dauert vom Umweltbundesamt über die alljährliche Silvesterknallerei und deren
Folgen. Besten Dank für das Gespräch! Verabschiedung: "Ja, gerne - und dann
wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch!"
Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zum Thema finden Sie im UBA-Ratgeber "Zum
Jahreswechsel: Wenn die Luft zum Schneiden ist". Den gibt's auf
www.umweltbundesamt.de unter dem Reiter Publikationen zum kostenlosen Download.
Aktuelle Informationen zu Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon gibt es in der
kostenlosen und werbefreien Android- und iPhone-App "Luftqualität" des
Umweltbundesamtes im jeweiligen App-Store.
Pressekontakt:
Felix Poetschke
Pressesprecher
Referat "Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, Internet"
Umweltbundesamt
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: +49 (0)340 2103 2675
felix.poetschke@uba.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/127602/4473540
OTS: UBA - Umweltbundesamt
Original-Content von: UBA - Umweltbundesamt, übermittelt durch news aktuell
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Datum: 19.12.2019 - 10:00 Uhr
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