Studiencheck: Was bringen Nikotinpflaster, Medikamente, Hypnose oder Verhaltenstherapie bei Rauchentwöhnung?
ID: 1784821
Maßnahmen zur Rauchentwöhnung gibt es viele. Aber wie hilfreich sind sie? Die
Stiftung Gesundheitswissen hat sich die Studienlage zum Nutzen und Schaden der
verschiedenen Rauchentwöhnungs-Maßnahmen angesehen. In ihrer neuen
Gesundheitsinformation "Rauchentwöhnung" informiert sie detailliert zu den
Ergebnissen.
Überzeugte Raucherinnen und Raucher gibt es wenige: Lediglich 35 Prozent von
ihnen haben dem Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge noch
nie einen Rauchstopp versucht. Die Mehrheit der Raucher dagegen möchte aufhören.
Allerdings schaffen es viele Raucher nicht, nur durch die eigene Motivation vom
Rauchen langfristig wegzukommen. Hier können Hilfsmittel zum Rauchausstieg
unterstützen. Die Angebote, die heute zur Verfügung stehen, reichen von
Verhaltenstherapien über Nikotinersatzprodukte wie Nikotinpflaster und -sprays
bis hin zu Hypnosebehandlungen oder Behandlungen mit Psychopharmaka. Auch Apps
zur Rauchentwöhnung und weitere Selbsthilfematerialien gehören dazu.
Die Stiftung Gesundheitswissen hat in ihren aktuellen Studienchecks den Nutzen
und Schaden von sechs Maßnahmen zur Rauchentwöhnung untersucht, darunter
Nikotinersatz, Verhaltenstherapien und Medikamente, aber auch Hypnose, Apps oder
E-Zigaretten:
Studiencheck I - Nikotinersatz: Der Einsatz von Nikotinersatzprodukten, wie
Pflaster oder Sprays, führt häufiger zum Rauchausstieg als ohne Nikotinersatz.
Im Studiencheck zu Nikotinersatzprodukten untersuchte die Stiftung
Gesundheitswissen den Nutzen von Nikotinersatzprodukten wie Nikotinpflastern,
Nikotinkaugummis und Nikotinnasen oder -mundsprays im Vergleich zu Produkten
ohne Nikotin - sogenannte Placebos. Demnach rauchten 16 von 100 Personen, die
ein Nikotinersatzprodukt nutzten, nach sechs bzw. zwölf Monaten nicht mehr. Bei
den Personen, die es nicht verwendeten, rauchten 11 von 100 nicht mehr. Bei der
Anwendung von Nikotinersatzpräparaten traten in seltenen Fällen Nebenwirkungen
wie Herzklopfen oder Brustschmerzen auf, aber auch in der Vergleichsgruppe, die
ein Placeboprodukt nutzte, waren Nebenwirkungen bei 1 von 100 Personen
aufgetreten. Aufgrund der methodisch hohen Qualität der Studien gelten die
vorliegenden Ergebnisse als zuverlässig.
- Direkt zum Studiencheck "Nikotinersatzprodukte": http://ots.de/S515d3
Studiencheck II - Gruppentherapie: Verhaltenstherapie in Gruppen hilft mehr
Menschen rauchfrei zu werden, als die reine Nutzung von Selbsthilfematerialien
ohne professionelle Hilfe.
Bei der Auswertung der wissenschaftlichen Studien, die den Nutzen und Schaden
von verhaltenstherapeutischen Gruppentherapien mit der Anwendung von
Selbsthilfematerialien bei der Rauchentwöhnung verglichen, lagen die
verhaltenstherapeutischen Gruppentherapien beim Nutzen vorn: So waren nach sechs
bzw. zwölf Monaten deutlich mehr Raucherinnen und Raucher mit
verhaltenstherapeutischer Gruppentherapie rauchfrei als Raucherinnen und
Raucher, die Materialien zur Selbsthilfe, wie Motivationskarten, Anleitungen
oder Bücher und Broschüren genutzt hatten. In der verwendeten systematischen
Übersichtsarbeit fanden sich zu keiner der beiden Maßnahmen Angaben zu
Nebenwirkungen. Angesichts der methodischen Qualität der Studien wird die
Zuverlässigkeit der Ergebnisse als moderat eingeschätzt.
Direkt zum Studiencheck "Gruppentherapie vs. Selbsthilfematerialien":
http://ots.de/6b1m3I
Studiencheck III - Medikamente: Vareniclin führt häufiger zum Erfolg als
Bupropion.
In Deutschland sind Medikamente mit den Wirkstoffen Vareniclin und Bupropion zur
Rauchentwöhnung zugelassen. Es handelt sich dabei um Psychopharmaka. Sie sind
rezeptpflichtig und müssen vom Arzt verordnet werden. Im aktuellen Studiencheck
wurde u.a. der Nutzen von Vareniclin im Vergleich zu Bupropion bei der
Rauchentwöhnung untersucht. Demnach hatten bei Prüfung nach sechs bis zwölf
Monaten mehr Personen, die Vareniclin einnahmen, mit dem Rauchen aufgehört als
mit Bupropion. Nebenwirkungen konnten nur im Vergleich zu Scheinmedikamenten
geprüft werden. Bei der Einnahme beider Medikamente traten demnach
Nebenwirkungen und in seltenen Fällen auch schwere unerwünschte Ereignisse auf.
Die methodische Qualität der Studien ist gut, so dass die Ergebnisse als
zuverlässig eingeschätzt werden.
Direkt zum Studiencheck "Rauchentwöhnung mit Medikamenten": http://ots.de/abqvWr
Weitere Studienchecks: Apps, nikotinhaltige E-Zigarette und Hypnose zur
Rauchentwöhnung
Auch zu neueren oder alternativen Verfahren der Rauchentwöhnung wie der
Anwendung von Apps, E-Zigaretten und Hypnosebehandlungen hat die Stiftung
Gesundheitswissen die Studienlage zum Nutzen und Schaden geprüft. Finden Sie
hier die detaillierten Ergebnisse:
- Studiencheck: Können Hypnosebehandlungen den Rauchausstieg unterstützen?
- Studiencheck: Was bringt die E-Zigarette, wenn man mit dem Rauchen
aufhören möchte?
- Studiencheck: Können Apps bei der Rauchentwöhnung helfen?
Mit den aktuellen Studienchecks der Stiftung Gesundheitswissen bekommen
Raucherinnen und Raucher, die das Rauchen aufgeben möchten, eine Hilfestellung,
indem sie sich über den Nutzen und Schaden von verschiedenen
Rauchentwöhnungs-Maßnahmen informieren können. Weitere Informationen zur
Rauchentwöhnung und zu den Studienchecks sind auf dem Gesundheitsportal der
Stiftung Gesundheitswissen frei zugänglich: http://ots.de/LQUC3z
Pressekontakt:
Una Großmann
Leiterin Kommunikation
una.grossmann@stiftung-gesundheitswissen.de
T +49 30 4195492-20
F +49 30 4195492-99
Jonas Windler
Referent PR und Marketing
jonas.windler@stiftung-gesundheitswissen.de
T +49 30 4195492-22
F +49 30 4195492-99
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/130275/4491435
OTS: Stiftung Gesundheitswissen
Original-Content von: Stiftung Gesundheitswissen, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.01.2020 - 11:29 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1784821
Anzahl Zeichen: 6587
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 414 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Studiencheck: Was bringen Nikotinpflaster, Medikamente, Hypnose oder Verhaltenstherapie bei Rauchentwöhnung?"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stiftung Gesundheitswissen (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Viele Menschen orientieren sich beim Thema Körpergewicht am Body-Mass-Index (BMI). Doch wie viel sagt dieser Wert tatsächlich über gesundheitliche Risiken aus? Die Stiftung Gesundheitswissen hat ihr Informationsangebot zum BMI erweitert und stellt wissenschaftlich fundiertes Wissen zur Verfügung
Den Rauchstopp planen und durchhalten: So gelingt das Aufhören im Alltag ...
Mit dem Rauchen aufzuhören lohnt sich schnell: Schon kurz nach der letzten Zigarette beginnt der Körper, sich zu erholen; langfristig sinkt das Risiko für schwere Erkrankungen. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai zeigt die Stiftung Gesundheitswissen, wie ein Rauchstopp mit einem realistischen Plan
Neue Studie zum Alkoholkonsum Jugendlicher: Prävention bleibt wichtig ...
Mehr als zwölf Prozent der Jugendlichen in Deutschland weisen Hinweise auf ein problematisches Trinkverhalten auf. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Stiftung Gesundheitswissen hervor, für die 2.006 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren befragt wurden. Die Ergebnisse machen deutlich:
Weitere Mitteilungen von Stiftung Gesundheitswissen
Die Geschichte vom Kleinen Selbstwert - ein kleines Buch für große Hoffnung ...
Die Leser lernen in dem kleinen Buch "Die Geschichte vom Kleinen Selbstwert" von Kerstin Brenmöhl den kleinen Jungen namens Paul kennen. Er ist neugierig und voller Liebe, denn seine Geschwister sind der Selbstwert und die Seele. Leider macht der Junge im Kindergarten zum ersten Mal die E
Weltkrebstag am 4. Februar: Lungenkrebs und nach fünf Tagen beschwerdefrei - Kerstins Geschichte (FOTO) ...
Kerstin ist 30 Jahre alt, als sie die Diagnose Lungenkrebs bekommt. Sie hat nie geraucht. "Da bricht eine Welt zusammen", sagt sie. Ein Tumorgenomtest auf einen bestimmten krebsauslösenden Treiber ist positiv. Statt der üblichen Chemo- und Immuntherapie bekommt Kerstin nach einer Oper
Damit Medizin wieder menschlicher wird / Dr. Gerd Wirtz: "Her mit den Maschinen! Her mit KI und Robotern!" (FOTO) ...
Wenn Dr. Gerd Wirtz in seinen Vorträgen von der "Medizin der Zukunft" spricht, dann versetzt er selbst medizinerfahrenes Publikum in Staunen. So radikal selbstverständlich, wie der promovierte Neurophysiologe und Marketing-Fachmann das, was kommen wird, mit dem verquickt, was ist, kann
Diabetes: Oft höhere Zuckerwerte im Winter ...
In den Wintermonaten sind bei Menschen mit Diabetes die Zuckerwerte oft etwas höher als in anderen Jahreszeiten. "Das hat vermutlich einen ganz unspektakulären Grund", erklärt der Münchner Diabetologe Dr. Helmut Pillin im Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber". An frostigen,




