Stimmung in der Landwirtschaft noch schlechter geworden - DBV: Neues Konjunkturbarometer mit ernüchternden Werten (FOTO)
ID: 1785227

(ots) - (DBV) Im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz zur Internationalen
Grünen Woche (IGW) präsentiert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes,
Joachim Rukwied, die aktuellen Ergebnisse des Konjunkturbarometer Agrar für den
Monat Dezember. Demnach hat sich die Stimmungslage der deutschen Landwirte noch
weiter verschlechtert. Mit einem Indexwert von nur 8,2 Punkten wird die Lage
sehr ungünstig beurteilt. Bereits in den vorangegangenen Erhebungen im März,
Juni und September 2019 hatte sich die Stimmungslage in der deutschen
Landwirtschaft eingetrübt. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen
wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige
wirtschaftliche Entwicklung zusammen. Während die aktuelle wirtschaftliche
Situation gegenüber September nahezu unverändert beurteilt wird, haben sich die
Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung weiter deutlich
verschlechtert und mit einem Wert von 3,34 auf der Notenskala von 1 bis 5 einen
bislang noch nicht gekannten Tiefstwert erreicht.
"Neben einer schwierigen wirtschaftlichen Lage belegen diese Ergebnisse vor
allem eine hochgradige Verunsicherung in der Landwirtschaft. Wir Bauern sind
Unternehmer. Jeder, der etwas unternehmen will, braucht verlässliche
Rahmenbedingungen, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können. Darauf muss die
Politik ausgerichtet werden", kommentiert Bauernpräsident Rukwied die Zahlen des
aktuellen Konjunkturbarometers.
Die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate liegen
unter dem Vorjahreswert. Nur 33 Prozent der Landwirte wollen in dieser Zeit
investieren. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen
liegt mit 3,8 Milliarden Euro um 0,5 Milliarden Euro unter dem entsprechenden
Vorjahresstand. Rückläufig sind vor allem Investitionen in Wertschöpfung
schaffende und Tierwohl fördernde Ställe. Einschließlich Hof- und Stalltechnik
sind hierfür im nächsten halben Jahr nur 2,0 Milliarden Euro an Investitionen
vorgesehen. Das sind im Jahresvergleich 0,3 Milliarden Euro weniger. Die
beabsichtigten Investitionsvolumina in Maschinen und Geräte sowie Erneuerbare
Energien dagegen liegen bei einem unveränderten Volumen von zusammen 1,7
Milliarden Euro.
"Wenn nur noch jeder dritte Landwirt in die Zukunft investieren will, spiegelt
das die äußerst schwierige wirtschaftliche Situation wider," so Rukwied zu den
Ergebnissen der repräsentativen Umfrage.
Die Liquidität der Betriebe hat sich seit September zwar kaum verändert, fällt
aber im Jahresvergleich deutlich schlechter aus. In Futterbaubetrieben und in
Betrieben im Osten Deutschlands ist die Liquiditätslage besonders häufig
angespannt.
Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die aktuelle wirtschaftliche Situation im
Durchschnitt der Betriebe mit 3,13 etwas weniger ungünstig beurteilt als die
künftige Entwicklung mit einem Wert von 3,34. Während die Einschätzung der
aktuellen wirtschaftlichen Situation in den Veredlungsbetrieben gegenüber
September durch die globalen Marktentwicklungen infolge der in Südostasien
grassierenden Afrikanischen Schweinepest besser ausfällt und in den
Ackerbaubetrieben nahezu unverändert bleibt, fällt die Lagebeurteilung in den
Futterbaubetrieben schlechter aus. Die Zukunftserwartungen hingegen haben sich
in allen Betriebsformen weiter verschlechtert. Der Anteil der Pessimisten ist
mit 38 Prozent spürbar höher als der Anteil der Optimisten mit 9 Prozent.
Vor allem die Entwicklung der Schweinepreise hatte in den letzten Monaten einen
positiven Einfluss auf die aktuelle Stimmungslage in der Landwirtschaft. Einen
dämpfenden Einfluss auf die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation
hatten dagegen die gestiegenen Futtermittel- und Energiepreise. Vor allem werden
die politischen Einflussfaktoren wie die nationale und die Agrarpolitik der EU
sowie die Wettbewerbsverhältnisse in der EU deutlich schlechter beurteilt. Diese
Einflussfaktoren werden absolut gesehen in etwa so negativ beurteilt wie die
Pachtpreise, von denen bislang der negativste Einfluss ausging.
Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres werden die Preisentwicklungen bei
Getreide, Milch, Rindern und Strom sowie der Einfluss der Agrarpolitik deutlich
schlechter beurteilt. Positiven Einfluss auf die Stimmungslage haben im
Jahresvergleich die Preisentwicklungen bei Schweinen, Futter- und Düngemitteln.
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag
des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen
Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im
Dezember 2019 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt 1.500
Landwirte in ganz Deutschland.
Pressekontakt:
Deutscher Bauernverband (DBV)
Axel Finkenwirth
Pressesprecher
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
a.finkenwirth@bauernverband.net
030-31904-240
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/6599/4492717
OTS: Deutscher Bauernverband (DBV)
Original-Content von: Deutscher Bauernverband (DBV), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
" alt="YSS Corp. gibt Abschluss der Prüfung von YSS Grande Prairie bekannt und informiert über strategische und betriebliche Maßnahmen">
Datum: 15.01.2020 - 12:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1785227
Anzahl Zeichen: 5643
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 249 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Stimmung in der Landwirtschaft noch schlechter geworden - DBV: Neues Konjunkturbarometer mit ernüchternden Werten (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutscher Bauernverband (DBV) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Im Rahmen eines feierlichen Erntedankgottesdienstes in Tangermünde in Sachsen-Anhalt wurde auf Einladung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB), der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auch in diesem J
Erklärung zum Erntedank 2025 / Rukwied: Gemeinschaft und Verantwortung in ländlichen Räumen stärken ...
(DBV) Zum diesjährigen Erntedankfest rufen die Katholische Landvolkbewegung Deutschland (KLB), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), der Deutsche LandFrauenverband (dlv) und der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer gemeinsamen Erntedankerklärung dazu auf, innezuhalten und Dankbarkeit zu z
Bauernverband fordert 10 Sofortmaßnahmen von der Bundesregierung / Rukwied: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren ...
Anlässlich der anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Situation der landwirtschaftlichen Betriebe hat der Deutsche Bauernverband (DBV) eine Präsidiumserklärung mit 10 Forderungen an die Bundesregierung verabschiedet, die in den nächsten 100 Tagen umgesetzt werden sollten. Der Präsident des
Weitere Mitteilungen von Deutscher Bauernverband (DBV)
#RNR20: LV 1871 geht bundesweit auf Tour für den Vertrieb der Zukunft ...
Drei Monate lang ist die LV 1871 bundesweit auf Tour durch die Regionen. Das Ziel: vor Ort beim Makler Impulse setzen, damit Geschäftspartner kommende Herausforderungen rocken können. "Die Zeit der reinen Produktkommunikation ist vorbei. Eine zentrale Frage ist deshalb für uns: Wie wird die
Zutrittskontrolle für Banken und Geldinstitute ...
Geld- und Sachwerte müssen zuverlässig und nachhaltig geschützt werden und sind nicht selten ein Risikofaktor, der auch präventive Sicherheitsmaßnahmen erforderlich macht. Für den optimalen Komfort und Schutz ist ein Zutrittskontrollsystem, das die branchenspezifischen Anforderungen erfüllt,
Netzwerken 2019: 941 Mio. Euro Umsatz durch Empfehlungen ...
KMU in Niederösterreich, Münster-Osnabrück, Karlsruhe, Oberösterreich, Bremen und Wien haben am meisten proftiert. Eine persönliche Weiterempfehlung ist nach wie vor die effektivste Werbeform, um zu neuen Kontakten und zu mehr Geschäftsaufträgen zu kommen. Von diesen Empfehlungen haben in
Großinvestor Eric Sprott zahlt Prämie für Anteil an diesem Goldexplorer ...
Das ist ein wirklicher Hammer-Deal! Der Kurs des australischen Goldexplorers Kalamazoo Resources (WKN A2PTCL / ASX KZR) explodiert heute geradezu, schießt um rund 60% nach oben, nachdem der kanadische Milliardär und Bergbaulegende Eric Sprott eine Beteiligung erwirbt - und zwar deutlich über dem
