Herrlich: Kein Platz für Sentimentalität
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Herrlich: Kein Platz für Sentimentalität
"Es ist in erster Linie ein Revierderby, und nicht das Spiel Herrlich gegen den BVB", führte er den Gedanken weiter aus. "Die Zuschauer kommen, um die Spieler zu sehen und nicht den Trainer." Zu seiner Vergangenheit befragt, erklärte er: "Ich wohne noch in Dortmund und meine Familie fühlt sich dort wohl. Ansonsten bin ich zu hundert Prozent Bochumer, abzulesen an meiner leidenschaftlichen Arbeit für den VfL. Mit seinem Ex-Arbeitgeber verbindet man ja am ehesten Personen, und von denen, die mich damals begleitet haben, sind nur noch ein paar Spieler übrig geblieben. Insofern ist da kein Platz für Sentimentalität."
Neben dieser Form der Vergangenheitsbewältigung stand natürlich das Sportliche im Vordergrund. Personell sieht es im Bochumer Lager so aus, dass vier Akteure sicher fehlen werden: Diego Klimowicz dürfte besonders traurig sein, dass seine Hüftbeschwerden immer noch nicht abgeklungen sind, denn er kennt auf Seiten des BVB noch eine Menge Leute, gegen die er gerne gespielt hätte. Zudem werden die gelb-gesperrten Mergim Mavraj und Roman Prokoph nur auf der Tribüne mitfiebern können. René Renno hat weiterhin Sportverbot, nachdem sein Körper vergangene Woche eine starke allergische Reaktion zeigte.
Fragezeichen stehen noch hinter den Einsatzchancen von Dennis Grote und Joel Epallé. Grote knickte am Montag im Training um, die Gelenkkapsel reagiert immer noch gereizt. Epallé hat einen geschwollenen Zeh, der derzeit nur Training in Laufschuhen ermöglicht. In beiden Fällen rechnet Herrlich aber mit einer Rückkehr zum Abschlusstraining am Freitag.
Dass Anthar Yahia den gesperrten Mavraj in der Innenverteidigung ersetzt, gilt als sicher. "Anthar will es jedem ? der Mannschaft, dem Trainer, den Zuschauern und letztlich sich selbst ? zeigen, dass er zurecht auf dem Platz steht und zur WM fährt", freut sich Herrlich auf die Rückkehr des Algeriers in die Startformation. Wer hingegen Prokoph auf der Außenbahn ersetzt, macht der Coach von den finalen Trainingseindrücken abhängig.
Den Dortmundern weist Herrlich ganz klar die Favoritenrolle zu. "Sie wollen ins internationale Geschäft, demzufolge werden sie bei uns auf Sieg spielen", sieht er den VfL in der David-gegen-Goliath-Situation. "Sie sind sehr laufstark und permanent unterwegs, um gegen den Ball zu arbeiten und früh zu pressen", bescheinigt er den BVB-Verantwortlichen gute Arbeit. "Es gilt für mich, meine Mannschaft darauf vorzubereiten. Wir haben in den vergangenen drei Heimspielen gezeigt, dass wir solche Situationen meistern und dagegen halten können. So werden wir auch gegen Dortmund unsere Chancen suchen."
Die Chancen der VfL-Fans auf den Erwerb einer Eintrittskarte sind hingegen auf ein Minimum geschrumpft. Lediglich 300 Stehplatzkarten für die Ostkurve stehen ihnen noch zur Verfügung. Ausschnitte der Pressekonferenz, inkl. der Hinweise von Netto Marken-Discount als SPONSOR OF THE DAY, gibt es wie gewohnt auf VfL1848.tv.
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Datum: 12.03.2010 - 17:47 Uhr
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